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Immer mehr Dresdner kaufen Eigentumswohnungen

Immer mehr Dresdner kaufen Eigentumswohnungen

Dresden erlebt einen kleinen Bauboom und fast immer entstehen in den neuen bzw. sanierten Häusern Eigentumswohnungen. Erwähnt seien nur zwei Beispiele: die geplanten Neubauten an der Freiberger Straße und das Parkpalais an der Wormser Straße in Striesen.

Die DNN analysieren diesen mehr als auffälligen Trend.

Von Christoph Stephan

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Liegen schon aktuelle Statistiken zur Untermauerung dieser Entwicklung vor?

Leider nein, diese werden erst noch erarbeitet. Laut Wohnungsmarktbericht von 2009 gab es damals in Dresden rund 12 000 selbst genutzte Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern und 30 000 selbst genutzte Eigenheime. Die Eigentumsquote kletterte im Vergleich zu 2006 um 0,8 Prozentpunkte auf 14 Prozent - ein Wert, der sich inzwischen deutlich erhöht haben dürfte, denn Rathaussprecherin Anke Hoffmann erklärt auf DNN-Anfrage: "Der Eindruck der Redaktion, wonach in Dresden seit einigen Jahren im Zusammenhang mit Neubauvorhaben fast ausschließlich Eigentumswohnungen auf den Markt kommen, kann auf Grundlage des allgemeinen Baugeschehens bestätigt werden."

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Warum plötzlich das Interesse an Eigentumswohnungen?

Während es an den Finanzmärkten drunter und drüber geht, gelten Immobilien als einigermaßen sichere Bank, um das Ersparte anzulegen. Dieses Motiv verknüpft sich in Dresden offenbar mit einer anderen Tatsache. Wie Helmut Krüger, der Vorsitzende des Gutachterausschusses der Stadt, betont, wurden bis Ende der 1990er Jahre Eigentumswohnungen hauptsächlich von Westdeutschen gekauft, denn Sonderabschreibungen und ähnliche Maßnahmen lockten. Es handelte sich also um klassische Kapitalanleger, die die Wohnungen in der Regel an Dresdner vermieteten. Letzteren fehlte damals sehr oft das Geld, um sich selbst eine Eigentumswohnung zuzulegen. Das hat sich geändert. "Wir beobachten seit einigen Jahren, dass sich deutlich mehr Einheimische eine Wohnung kaufen als früher, um dort einzuziehen", sagt Krüger. Der Gutachterausschuss erfährt davon, weil Notare nach Abschluss eines Vertrags verpflichtet sind, von diesem eine Kopie einzusenden. Ziel ist, das Geschehen auf dem Immobilienmarkt für jeden transparent darzustellen.

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Dresden wächst, der Wohnraum wird immer knapper. Explodieren bald die Preise?

Krüger rechnet nicht damit, er spricht von einer "kontinuierlichen Entwicklung". Allerdings bilde Dresden mit diesem ruhigen Markt deutschlandweit auch eine Ausnahme. "Extreme Preissprünge von plus oder minus 20 Prozent, zu beobachten in Städten wie Frankfurt am Main und München, hatten wir erstaunlicherweise nie. Selbst nicht während der Finanz- und Immobilienkrise", betont er. Nach Berechnungen des Immobilienportals www.wohnungsboerse.de liegt der durchschnittliche Kaufpreis für eine 60 Quadratmeter große Eigentumswohnung in Dresden bei 1802 Euro pro Quadratmeter. Besonders günstig seien Lagen wie Räcknitz und Zschertnitz.

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Wo lauern Fallstricke beim Kauf einer Eigentumswohnung?

Christian Rietschel, der Vorsitzende der Eigentümerschutzgemeinschaft "Haus und Grund" in Dresden, rät zu sehr viel Sorgfalt vor dem Kauf einer Wohnung. "Unter anderem sollte man Lage und Beschaffenheit sehr realistisch einschätzen und nicht auf Schnäppchen reinfallen. Denn es kann immer passieren, dass man als Selbstnutzer gezwungen ist, die Wohnung zu vermieten oder weiterzuverkaufen", sagt er. Trockene Wände und schalldichte Mauern gelten als Standard. Optimal ist zusätzlich eine gute Dämmung, da sie Betriebskosten spart. Zudem ist zu prüfen, ob die Elektroleitungen den heutigen Anforderungen entsprechen und ob man im Keller seine Sachen trocken lagern kann.

Nächster Fallstrick, so Rietschel, sei die Teilungserklärung. Diese regelt, welche Teile des Hauses gemeinschaftlich zu nutzen sind und welche einem wirklich allein gehören. Sie müsse ganz genau geprüft werden. "Schließlich empfiehlt es sich auch, Einsicht in die Protokolle der Eigentümerversammlungen zu nehmen. Denn sie geben darüber Auskunft, ob die Chemie untereinander stimmt oder ob Querulanten einem das Leben schwer machen könnten."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.04.2012

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