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Immer mehr Diabetes-Betroffene in Dresden

Thema des Weltgesundheitstages Immer mehr Diabetes-Betroffene in Dresden

Weltweit nehmen die Diabetes-Zahlen, ausgelöst durch Übergewicht und eine ungesunde Lebensweise, zu. Auch in Dresden gibt es immer mehr Betroffene, wie es Prof. Dr. Tobias Lohmann, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Krankenhaus Dresden-Neustadt, sagt.

Prof. Dr. Tobias Lohmann (l.) erklärt seinem Patienten Peter Wehnert, worauf er künftig bei der Ernährung achten muss.

Quelle: Städtisches Krankenhaus Dresden-Neustadt

Dresden. „Die Diagnose war ein Schock für mich“, erinnert sich Peter Wehnert. Sie lautete Diabetes, gestellt vor einer Woche im Städtischen Krankenhaus Dresden-Neustadt. Der 69-Jährige ist nicht übergewichtig, im Gegenteil. Peter Wehnert ist sportlich sehr aktiv, macht alle Wege mit dem Fahrrad, war 50 Jahre im Judoverein. Und dennoch hat es ihn erwischt, wahrscheinlich mit dem Typ 1 – eigentlich eher bei jüngeren Patienten zu finden, die Ursachen für diese Form sind nicht bekannt.

Peter Wehnert ist eine Ausnahme. Weltweit nehmen die Zahlen des Typ 2-Diabetes zu, ausgelöst durch Übergewicht und eine ungesunde Lebensweise. „Es ist eine Pandemie und ein riesiges Problem. Gerade in den Entwicklungsländern explodiert Diabetes durch die steigende Lebenserwartung und eine an den Westen angepasste Ernährung“, sagt Prof. Dr. Tobias Lohmann, Chefarzt der Medizinischen Klinik, in der das Diabetes-Zentrum eingegliedert ist. Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Grund genug, den Weltgesundheitstag am Donnerstag unter das Schwerpunktthema Diabetes zu stellen.

Bis nach Afrika, Indien oder die arabischen Länder – dort ist das Problem laut Prof. Dr. Lohmann besonders groß – muss der Blick aber nicht gehen. Auch in Deutschland gibt es mehr und mehr Betroffene. Daten des Robert-Koch Institutes zeigen, dass die Zahlen im Zeitraum von 1998 bis etwa 2008 um 38 Prozent gestiegen sind. Mit 13 378 Behandlungsfällen in Krankenhäusern gehörte die Zuckerkrankheit laut Statistischem Landesamt 2014 in Sachsen zu den häufigsten chronischen Krankheiten. „Wir haben deutlich mehr Patienten“, beobachtet auch der Dresdner Chefarzt. Als Gründe nennt er den demografischen Wandel und Übergewicht. Deshalb hat sich das zertifizierte Zentrum auf diese beiden Themen spezialisiert. Schon Kinder und Jugendliche können hier lernen, wie man dank einer Mischung aus Sport-, Ernährungs- und Psychotherapie an Gewicht verliert und so das Risiko einer Diabetes-Erkrankung minimiert.

Alle erreichen Prof. Dr. Lohmann und sein Team damit aber nicht. „Es ist frustrierend. Es handelt sich vermehrt um soziale Problemschichten. Der Fernseher steht im Kinderzimmer – das Schlimmste überhaupt. Die Bewegung fehlt. Da sind unsere Einflussmöglichkeiten als Gesellschaft begrenzt“, sagt der Chefarzt.

Peter Wehnert hat alles richtig gemacht. Und muss sich nun dennoch mit der Erkrankung arrangieren. „Das Leben ist kein Wunschkonzert“, sagt er pragmatisch. Fügt aber an: „Es ist eine Umstellung. Der Zucker bringt alles durcheinander.“ Im Diabeteszentrum lernt er, sich Spritzen zu geben, die Zuckerwerte zu messen und das Insulin an die Mahlzeiten anzupassen. Mit Erfolg. „Herr Wehnert ist schon sehr viel vitaler als bei seiner Ankunft. Er ist nicht mehr so müde und kann sich besser konzentrieren“, so Prof. Dr. Lohmann. Und auch wenn die Krankheit immer dazu gehören wird und beachtet werden muss, könne man dank der modernen Medizin und entsprechender Hilfsmittel ein recht normales Leben führen.

Von Christin Grödel

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