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Im Obdachlosenheim: Junge Männer schlagen und vergewaltigen Mitbewohner

Vor Gericht Im Obdachlosenheim: Junge Männer schlagen und vergewaltigen Mitbewohner

Das ,Lindenhaus auf der Mathildenstraße ist ein Heim für wohnungslose Jugendliche und Männer bis 25 Jahre. Bis zu elf Personen können dort unterbracht werde. Wenn man in den Zimmern eng aufeinander hockt, gibt es natürlich Spannungen und Probleme. Am 21. Februar 2013 eskalierte die Situation. Ein Heimbewohner wurde von zwei anderen Insassen auf das Übelste misshandelt.

Ein Heimbewohner wurde von zwei anderen Insassen auf das Übelste misshandelt.

Quelle: dpa

Dresden. Das ,Lindenhaus auf der Mathildenstraße ist ein Heim für wohnungslose Jugendliche und Männer bis 25 Jahre. Bis zu elf Personen können dort unterbracht werde. Wenn man in den Zimmern eng aufeinander hockt, gibt es natürlich Spannungen und Probleme. Am 21. Februar 2013 eskalierte die Situation. Ein Heimbewohner wurde von zwei anderen Insassen auf das Übelste misshandelt. Wegen gefährlicher Körperverletzung, Vergewaltigung und Nötigung müssen sich Julian S. und Rene W. seit gestern vor dem Dresdner Landgericht verantworten.

Vor allem Julian S. war an jenem Abend sehr aktiv. Er schlug dem Opfer, Sebastian S., mehrmals mit der Faust ins Gesicht, würgte ihn und urinierte auf den Mann, als der am Boden lag. Als Sebastian S. ins Bad ging, um sich zu waschen, liefen ihm beide nach und Julian S. rammte dem Opfer eine Duschgelflasche in den Anus und trat dann noch nach. „Knastentjungferung“, soll er das genannt haben. Danach setzte es weitere Schläge. „Sebastian bettelte dann, dass ich Julian dazu bringe, aufzuhören. Ich habe gesagt, dass ich mit ihm rede, wenn er den Aschenbecher ausleckt“, sagte gestern Rene W. ziemlich amüsiert. Aus Angst tat das Opfer, was von ihm geforderte wurde.

Sebastian S., dessen Gesicht tagelang geschwollen war, wurde dann noch bedroht.. „Wenn dich jemand fragt, sagst du, du wärst in der Neustadt verprügelt worden, sonst gibt es wieder Prügel .“ Der junge Mann, der in der Hackordnung im „Lindenhaus“ offenbar weit unten stand, hielt sich daran, bis dem Betreuer auffiel, dass da etwas nicht stimmte. „Es hat lange gedauert, bis er mir alles erzählt hat. Er wollte zunächst auch keine Anzeige erstatten, er hatte wohl einfach Angst“ hatte der Sozialarbeiter bei einer früheren Vernehmung erzählt.

Das ist verständlich, vielleicht erschien Sebastian S. deshalb gestern nicht zur Verhandlung. Der Prozess war schon einmal angesetzt worden, auch da kam das Opfer nicht. Die Angeklagten hatten damals geschwiegen, gestern räumten sie die Vorwürfe mehr oder weniger ein. Sie hatten allerdings, vor allem wenn es um die harten Vorwürfe ging, erheblichen Gedächtnisverlust. Wenn es um ihre Vorteile ging, konnten sie sich wiederum an jeder Detail erinnern.

Warum der junge Mann so misshandelt wurde, konnte nicht genau geklärt werden. Es habe Streit gegeben, da es das Opfer mit der Körperhygiene nicht so genau genommen habe, oder weil er Julian S. verpetzt habe, der trotz Verbots Alkohol getrunken und Drogen genommen haben soll. Getrunken hatten die Angeklagten reichlich und nicht nur zur Tatzeit. Ihr Alkoholkonsum war wohl auch der Grund warum sie im Lindenhaus gelandet waren. Das Leben war ihnen aus dem Ruder gelaufen – Ausbildung abgebrochen, arbeitslos, vor sich hingegammelt und getrunken. „Einen halben Kasten Bier und zwei Flaschen Schnaps pro Tag war damals normal“, erklärte Rene W. Julian S. war nicht besser, er war zur Langzeittherapie, und wurde rückfällig. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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