Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+
Im Januar ist Dresdens "Wiener Loch" Geschichte

Im Januar ist Dresdens "Wiener Loch" Geschichte

"Im Januar sind wir aus der Erde raus", sagt Maik Tanneberger. Der Ingenieur ist Projektleiter beim Bauunternehmen Porr Deutschland GmbH und betreut Dresdens prominenteste Baustelle: das "Wiener Loch" am Hauptbahnhof.

Rund 7000 Kubikmeter Beton haben die Bauarbeiter schon für die Bodenplatte verbraucht. Jetzt muss nur noch eine kleine Fläche an der Einfahrt zur Tiefgarage betoniert werden. Sie wird gegenwärtig dafür vorbereitet, Anfang November sollen die Betonmischer anrücken.

Die Einfahrt zum "Wiener Loch" war vorsorglich beim Bau des Tunnels Wiener Straße gebaut worden und wird bald ihren Zweck erfüllen. Fünf andere Öffnungen in der Baugrube mussten aber zugemauert und abgedichtet werden, erklärt Tanneberger. "Es darf ja kein Wasser eindringen." Wasser kommt maximal von oben in Form von Regen und hinterlässt Pfützen auf der Bodenplatte. Eine einzige Pumpe reguliert noch den Grundwasserstand. Sind Bodenplatte und die Kellergeschosse des Neubaus fertig, hat auch die letzte Pumpe ausgedient, ist die sogenannte Auftriebssicherheit gewährleistet. Anders gesagt: Das Grundwasser kann dem Bau nichts mehr anhaben.

Drei Kräne drehen am Wiener Platz ihre Runden, ein vierter soll bald aufgebaut werden. "Dann erreichen wir jeden Winkel in der Baustelle", so Tanneberger, der auf einen milden Winter hofft. "Wir arbeiten natürlich mit Hochdruck beim Betonieren. Wenn das erledigt ist, können uns winterliche Temperaturen nicht mehr so viel anhaben." Dann kann mit dem Ausbau der zweigeschossigen Tiefgarage begonnen werden. An einigen Stellen wird schon an der Zwischendecke gearbeitet. "Bis Weihnachten soll die Tiefgarage fertig sein", sagt der Projektleiter.

Gestern Vormittag bekam Tanneberger ungewöhnlichen Besuch: Fynn, Florian, Karl, Mattes, Dylan, Anthony, Neonic, Sebastian und Charlotte von der Kindertagesstätte "FunkeldunkelLichtgedicht" aus Löbtau besichtigten mit der Leiterin Petra Franke die Baustelle. Tanneberger ließ die Kinder zehn Meter in die Tiefe hinabklettern, nachdem alle einen Helm und eine Warnweste angezogen hatten. "Warum ist es hier so laut?", "Weshalb riecht es hier so komisch?", "Wieso steht Wasser auf dem Beton?", "Was sind das für Eisenstangen?", wollten die Kleinen wissen, der Projektleiter hatte viel zu erklären.

"Das ist unsere Baugruppe", erklärte die Kita-Leiterin den Besuch. Die Kinder interessieren sich brennend für alles rund um die Themen Bauen und Baustellen, haben im Themenraum "Stapelsteine" in der Kita schon die kreativsten Ideen umgesetzt. Da "FunkeldunkelLichtgedicht" eng mit dem Theater Junge Generation verbunden ist, haben die Baugruppen-Kinder auch schon die Baustelle für die neue Spielstätte im Kraftwerk Mitte und sogar das Architekturbüro besucht.

Jetzt will die Baugruppe das "Prager Carreé" - so hat der Investor sein Vorhaben genannt - über das Richtfest bis hin zur Einweihung begleiten. Deshalb wurden die gelben Helme für die Kleinen mit Namensschildern beklebt, und zum Gießen der restlichen Bodenplatte wollen sie das nächste Mal auf die Baustelle kommen. "Da ist dann hier richtig etwas los, da bekommt ihr viel zu sehen", verspricht der Projektleiter.

Warum er sich die Zeit nimmt, mit Kindergartenkindern seine Baustelle zu besichtigen? "Da gibt es eine ganz einfache Antwort: Wir brauchen Nachwuchs. Wenn von zehn Kindern später einmal eines Bauingenieur wird, dann haben wir alles richtig gemacht", erklärt der Bauingenieur.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.10.2014

Thomas Baumann-Hartwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.