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Im Eisenbahnlabor der TU Dresden wird die Praxis hautnah geübt

Im Eisenbahnlabor der TU Dresden wird die Praxis hautnah geübt

Auf einem 106 Kilometer langen Eisenbahn-Streckennetz mit 35 Zügen, ergänzt durch zwölf Kilometer Stadtbahngleis, üben sich Studenten und ausgebildete Ingenieure an der Technischen Universität Dresden in der Beherrschung aller im Eisenbahnbetrieb überhaupt denkbaren Situationen.

"Wir üben den ganz gewöhnlichen Alltag eines Fahrdienstleiter, eines Stellwerkswärters oder eines Betriebsdisponenten, können aber auch eine handfeste Störung des Betriebsablaufes inszenieren. Dann zeigt sich, was der Mensch, wenn er für die Technik einspringen muss, tatsächlich drauf hat", erläutert Thomas Ginzel, Leiter des Eisenbahnlabors der TU-Fakultät für Verkehrswesen.

"In der 9. Klasse hatte ich 14 Tage Praktikum auf dem Bahnhof Dresden-Neustadt, da hatte ich erste Einsichten, wie der Eisenbahnbetrieb so geregelt wird, dass kein Zug entgleist. Im Labor lerne ich nun jede Art von Kommunikations- und Sicherungstechnik kennen und beherrschen", sagt Student Carsten Braune. Der Zugbetrieb läuft in Echtzeit nach Fahrplan. Von der Uralttechnik 1870 über das elektro-mechanische Stellwerk der 1920er Jahre, der Gleisbildtechnik aus DDR-Zeiten bis zum Superstellwerk des 21. Jahrhunderts ist alles Teil der Ausbildung. Gesteuert werden die Labor-Züge aber alle durch Computer. Dazu erhielten die handelsüblichen Modellfahrzeuge Digital-Dekoder mit 31 Fahrstufen und Fahrzeug-Magneten.

Tatsächlich ist bei der Deutschen Bahn selbst im 21. Jahrhundert das mechanische Stellwerk mit Handhebeln und Seilzügen ebenso vertreten wie das elektronische Stellwerk, bei dem vom Standort in Leipzig die Weichen auf dem Dresdner Hauptbahnhof gestellt werden. "Im Gegensatz zur Autoindustrie, wo nach 20 Jahren ein altes Werk komplett durch ein Neues ersetzt wird, vollzieht sich der Wechsel bei der Bahn in einem langwierigen Prozess über viele Jahrzehnte", erläutert Ginzel. "Wir gestalten hier nicht nur Vorhandenes, sondern leisten, in Kooperation mit der Industrie, auch Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit dem Ziel, die Bahn sicherer zu machen. Aktuell wenden wir uns den Schnittstellen zwischen Eisenbahnbetrieb und Triebfahrzeug, also dem Lokführerstand, zu."

Auch Großunternehmen wie Siemens und Thales sowie Bundesbehörden nehmen die Dienstleistungen des Labors intensiv zur Fortbildung ihrer Ingenieure in Anspruch. Die Erlöse daraus fließen in den Ausbau des Labors.

Das aktuelle Labor ist bereits das vierte seiner Art. Den Start machte die Hochschule für Verkehrswesen mit einer recht simplen Modelleisenbahnanlage in einer ihrer Werkstätten. Dem folgte ein schon hohen Ansprüchen genügendes Eisenbahnbetriebsfeld in der Hettnerstraße. Gar im neunten Stockwerk war die dritte Generation im Seminargebäude am Friedrich-List-Platz untergebracht. Nun ist es wieder am Nürnberger Platz untergebracht.

Nur an wenigen Tagen im Jahr werden die Labor-Türen für Besucher geöffnet. Die nächste Möglichkeit besteht für zukünftige Studenten am 10. Januar 2013, für alle Interessenten am 4. Mai.

Peter Weckbrodt

TU Dresden, Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List", Eisenbahnbetriebslabor, Telefon 0351/463-36233; Internetadresse: www.tu-dresden.de/eisenbahnlabor

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.12.2012

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