Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
Google+
Im Dresdner Waldkindergarten spielt sich seit 15 Jahren alles mitten in der Natur ab

Im Dresdner Waldkindergarten spielt sich seit 15 Jahren alles mitten in der Natur ab

Für die kleinen Besucher des Waldkindergartens Dresden gibt es nur eines: Raus an die frische Luft. Ob diese Luft warm oder kalt ist, spielt indes keine Rolle. Das gesamte Jahr über bestehen ihre Spielzeuge nicht aus piependem Plastik, sondern aus Holz, Blättern oder Kiefernzapfen.

Voriger Artikel
Dresden: Unkraut statt Weltrekorde im Heinz-Steyer-Stadion
Nächster Artikel
Lässig: „Schließung des Arnhold-Bads hätte verhindert werden können"

Das Aprikosenbäumchen trägt - ganz zur Freude von Ina Franzke - bereits erste Knospen.

Quelle: Dietrich Flechtner

"Natur ist immer das erste Thema", erklärt Erzieherin Franziska Simundt und beschreibt damit das Konzept der Einrichtung in der Dresdner Heide. Seit 15 Jahren gibt es den Waldkindergarten - allen Vorurteilen zum Trotz. Dass ihre Schützlinge ja ohnehin nichts lernen würden, müssen sich die 34-Jährige und ihre Kollegen schonmal anhören. Der Werdegang ihrer ehemaligen Waldkinder aber lässt alle Zweifler verstummen. So seien die Rückmeldungen der Schulen bisher immer positiv gewesen und loben den Forscherdrang, das freie Sprechen und die Wachsamkeit der Kinder.

Insgesamt sechs Erzieher kümmern sich im Waldkindergarten um 40 Kinder ab drei Jahre, die in zwei, nach Alter und Geschlecht ausgewogenen Gruppen untergebracht sind. Der Tag beginnt um 8 Uhr, dann sammeln sich alle an der Centaur-Statue, unweit der Haltestelle "Mordgrundbrücke". "Schon auf dem Weg in den Wald bilden sich Spielgruppen. Der gemeinsame Weg ist der gemeinsame Start in den Tag", beschreibt Simundt. Im anschließenden Morgenkreis spielt wiederum die Natur eine herausragende Rolle - sei es in Form von Liedern über die Jahreszeiten oder Projekten, die die Kinder mit gestalten dürfen und sollen.

Nur für den Schlaf nach dem Mittagessen, das vom Café Seite geliefert wird, ziehen sich die Zwerge in einen Bauwagen samt Heizung zurück. Allerdings auch nur im Winter, im Sommer schlummern sie direkt unter den Baumkronen. Die winterlichen Temperaturen seien indes, dank des Tatendrangs ihrer Schützlinge, gar kein Problem, wie die 34-Jährige versichert. Genauso wenig, wie die fehlenden Sanitäranlagen. Als Toilette müssen abgesteckte Areale im Wald herhalten.

Der Waldkindergarten ist keine städtische Einrichtung. Der Trägerverein - der Waldkinder e.V. - ist eine Elterninitiative. So sind die meisten Eltern nicht nur Mitglied in diesem Verein, sondern entscheiden sich auch ganz bewusst für dieses Konzept. "Die Kinder lernen diese Grundliebe zur Natur von ihren Eltern, die selbst viel und gern draußen sind. Das bereits vorhandene Wissen reichern wir an", erläutert Simundt.

Mit Erfolg: Die Anmeldungen übertreffen jedes Jahr die vorhandenen Plätze. Aufstocken möchte der Waldkindergarten seine Gruppen aber dennoch nicht. "Wir hinterlassen - trotz aller Vorsicht - natürlich auch Spuren im Wald und den wollen wir schützen. Wir hoffen aber, dass die grünen Spuren im Herzen der Kinder größer sind", so die Erzieherin. Schließlich würde sie den Kreislauf der Natur ganz anders wahrnehmen, weil sie jeden Tag hautnah damit konfrontiert sind. Und auch die Erzieherin selbst macht der Job seit zwölf Jahren glücklich: "Ich habe den weltbester Arbeitsplatz." cg

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.04.2013

Christin Grödel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
27.07.2017 - 10:07 Uhr

Gastgeber Koblenz benennt Stadion in der sächsischen Muldestadt als Ausweichspielstätte.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.