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Im Dresdner Handwerk laufen die Geschäfte zwar bestens, aber der Fachkräftmangel stellt zusehends ein Problem dar

Im Dresdner Handwerk laufen die Geschäfte zwar bestens, aber der Fachkräftmangel stellt zusehends ein Problem dar

Ließen sich Konjunkturprognosen allein am Handwerk festmachen - Dresden wäre beim Aufschwung ganz weit vorn. In der Frühjahrsumfrage der hiesigen Handwerkskammer gaben sich 85 Prozent der Unternehmen zuversichtlich, was ihre derzeitige und künftige Geschäftslage angeht.

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Vor allem das Ausbaugewerbe profitiert derzeit vom Investitionswillen der Sachsen.

Dresden . "Ein Spitzenwert seit Beginn der Konjunkturbewertung 1993", kommentierte gestern Kammerpräsident Claus Dittrich die Zahlen.

Allerdings entwickeln sich nicht alle Bereiche gleichermaßen gut: Während das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe davon profitiert, dass die Sachsen ihr Geld in die eigenen vier Wände investieren, schwächeln Kfz-Gewerbe, personenbezogenes Handwerk (z.B. Friseure, Augenoptiker, Schuhmacher, Kosmetiker Zahntechniker) und Nahrungsmittelhandwerker.

Weil Energie- und Rohstoffpreise ungehindert weiter steigen, kündigt die Mehrzahl der Bäcker und Fleischer absehbar höhere Preise auch für die Verbraucher an. "Wer mobil sein muss, energieintensives Handwerk ausübt oder Rohstoffe immer teurer einkaufen muss", werde nicht umhin kommen, die Kosten durchzureichen, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK) Dresden, Andreas Brzezinski.

Für den Konjunkturbericht hatte die HWK bis Ende März 4201 der insgesamt 22 678 Mitgliedsbetriebe befragt; 612 Firmen hatten sich beteiligt.

So gut die Stimmung mit Blick auf laufende und kurzfristige Geschäfte ist, so düster scheint sie beim Thema Lehrlings- und Fachkräftegewinnung. "Das ist jetzt schon schwierig", sagte Dittrich, verweist aber auf 400 Ausbildungsverträge, die junge Leute seit Jahresbeginn mit hiesigen Handwerksbetrieben geschlossen haben - mehr als im Vorjahr. Gleichwohl seien 305 freie Lehrstellen fürs neue Ausbildungsjahr gemeldet. Und die zu besetzen, werde schon schwerer. "Wir fischen alle im gleichen, kleiner werdenden Teich", sagte er und prognostiziert in spätestens fünf Jahren einen "katastrophalen Nachwuchsmangel". Da werde "dann einfach keiner mehr dastehen", orakelte er gestern und sagte für die Zeit des härteren Wettbewerbs rasch steigende Löhne und in deren Folge auch höhere Preise voraus.

Die Kammer wirft Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) vor, dagegen bislang nichts in petto zu haben, "was den Namen Konzept verdient". Neben der statistischen Aufarbeitung des immer deutlicher spürbaren Mangels gehörten ihrer Ansicht nach zu einer Strategie auch Pläne, wie man zum Beispiel die Zahl der Schulabbrecher senken will, wie man angesichts des Fachkräftemangels mit der Rente mit 67 umgeht, wie es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht, wie man das Defizit bei Lehrern und vor allem bei Berufsschullehrern ausgleichen möchte. Kammerpräsident Dittrich forderte Morlok deshalb gestern auf, das über Jahre bewährte "Kollegium Berufsbildung und Fachkräfte für Sachsen" wieder einzuberufen, das der Minister kurzerhand abgeschafft habe. In dem Gremium hatten Vertreter von Landtag, Regierung, Sozialverbänden, Kammern und der Agentur für Arbeit gemeinsam darüber beraten, welche Wege, Aktionen und Programme aus der Demografiefalle führen können, um Lücken zu schließen. Der "Willkommenskultur mit Eierschecke" auf die Beine zu helfen, sei sicher ein Beitrag, ätzte Hauptgeschäftsführer Brzezinski mit Anspielung auf eine umstrittene Aktion des Wirtschaftsministers. Doch ohne ein sinnvolles Miteinander aller, die den Standort Sachsen ausmachen, sei der Misere nicht beizukommen. Barbara Stock

www.hkw-dresden.de

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