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„Ich bin am Ende“ – eine Dresdner Schlecker-Angestellte berichtet

„Ich bin am Ende“ – eine Dresdner Schlecker-Angestellte berichtet

„Ich bin am Ende", seufzt die Schlecker-Angestellte, die anonym bleiben möchte, am Mittwoch in einer Dresdner Filiale. Eine ältere Kundin an der Kasse kann die geplante Schließung auch nicht fassen: „Das hätte ich nicht gedacht", sagt sie und drückt ihr Bedauern aus.

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Ein Kunde kauft am Mittwoch bei Schlecker in Dresden ein.

Quelle: Dominik Brüggemann

Per Fax informierten der Vertriebsdirektor und der Personaldirektor des insolventen Unternehmens die zwei Angestellten über das drohende Aus. Das Unternehmen will „prüfen, ob die Fortführung möglich" ist. Per Post erhielten sie zugleich Plakate, die 30 Prozent Rabatt auf die gesamte Ware versprechen. Die sollen sie aufhängen, wenn die Schließung bestätigt wird, lautet die Anweisung im Fax.

„Wir erfahren alles als letztes. Oder es wird nichts gesagt", schimpft die Angestellte auf die interne Unternehmenskommunikation. Am Montagabend sollte eine Warenlieferung erfolgen, berichtet sie exemplarisch. Die Kollegin stand pünktlich im Lager. Der Lkw kam jedoch erst am folgenden Tag. Das Unternehmen hatte vergessen, die wartende Kollegin über die verschobene Lieferung zu informieren.

Auch die Arbeitsbedingungen seien aus ihrer Sicht weiterhin schlecht. „Hier hat sich nichts geändert, auch wenn das Unternehmen dies anders darstellt" berichtet sie. Alleine stehe sie im Laden, sei für Verkauf, Warensortierung und Reinigung zuständig. „Ich kann da irgendwann auch nicht mehr", berichtet die Mittvierzigerin. Nach Wochen des Wartens verhandelt das Unternehmen jetzt mit der Gewerkschaft Ver.di. Eine ursprüngliche Liste umfasste 15 Filialen in Dresden, die geschlossen werden sollten. Über drei dieser Märkte werden laut aktuellem Stand noch verhandelt, teilte Schlecker am Mittwoch mit. Trotz dieser kleinen Hoffnung ist die Kassiererin längst auf der Suche nach einem neuen Job. Die Bewerbungen für eine neue Stelle laufen bereits - bislang vergebens. 

 

Dominik Brüggemann

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