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Hunderte Dresdner gedenken der Opfer des Zweiten Weltkrieges

13. Februar in Dresden Hunderte Dresdner gedenken der Opfer des Zweiten Weltkrieges

Hunderte Dresden haben am Samstagmorgen der Opfer des Zweiten Weltkrieges gedacht. Nachdem die Stadt erstmals nicht Träger der Veranstaltung war, fanden sich private Organisatoren, die an den verschiedenen Orten unterschiedliche Schwerpunkte setzten.

Quelle: M. Harner

Dresden. Wie in den Vorjahren zog es die meisten Menschen auf den Heidefriedhof, wo die Veranstaltung erstmals nicht von der Stadt, sondern von einem Verein organisiert wurde. Holger Hase, Vorsitzender des Vereins "Denk Mal Fort!- Die Erinnerungswerkstatt Dresden", betonte in seiner Rede vor rund 150 Besuchern, dass im Mittelpunkt der Veranstaltung das individuelle Gedenken stehen solle. Es gehe nicht um politische Willensbekundungen. Deshalb habe man bewusst auf ein striktes Protokoll und Blumenkränze verzichtet. Erinnerung an die Geschehnisse des 13. Februar 1945 sei wichtig, denn "nur wer seine Geschichte kennt, kann von ihr lernen".

Superintendent Albrecht Nollau erinnerte sich in seiner Ansprache unter anderem an seine Kindheit und und das Luftschutzbunkerzeichen am Haus seiner Großeltern. Er rief dazu auf, aufmerksam zu bleiben, wenn die Würde anderer angegriffen wird. Zahlreiche Teilnehmer legten auf dem Friedhof weiße Rosen ab. Untermalt wurde die Veranstaltung von feierlichen Liedern, vorgetragen von drei Blasmusikern. Anschließend blieb ein Teil der Menschen noch auf dem Friedhof, um gemeinsam über die Zukunft des Erinnerns auf dem umstrittenen Ort zu sprechen.

Mit Gedenk- und Diskussionsveranstaltungen, einer Menschenkette und stiller Einkehr erinnerten Tausende Dresdner an die Zerstörung der Stadt vor 71 Jahren.

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Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) gedachte am Sonnabendmorgen der von 1943 bis 1945 verstorbenen Kinder des Entbindungslagers auf dem Gelände des Judenlagers Hellerberge. Gemeinsam mit dem Pfarrer der Martin-Luther-Kirche, Eckehard Möller, und Annika Dube-Wnek vom Verein Jugend Arbeit Bildung legte er einen Kranz auf dem St. Pauli Friedhof nieder. Die erst im vergangenen Herbst eingerichtete Gedenkstätte erinnert mit von Schülern und Erwachsenen individuell angefertigten Tonplaketten an die 225 Kleinkinder von überwiegend polnischen und russischen Zwangarbeiterinnen, die nach der Entbindung im Lager aufgrund mangelnder Versorgung starben und auf dem Friedhof verscharrt wurden.

Am ehemaligen Güterbahnhof Neustadt gedachten etwa ein Dutzend Menschen der Shoah. Ein Zeichen der Mahnung sollte die Veranstaltung sein, aber auch ein Zeichen des Miteinanders und Versöhnung zwischen Juden, Christen und Moslems, gemeinsam neue Wege zu gehen.

Eindringlich wurde in Anwesenheit der aktuellen Marwa-Stipendiatin Nurul Fatimah Khasbullah aus Indonesien an das Schicksal des Dresdner Juden Heinz Meyer erinnert, der im März 1943 mit 292 anderen Menschen vom Güterbahnhof aus nach Auschwitz deportiert wurde und dort dank der Hilfe eines Arztes überlebte.

Zudem las Dresdens Verwaltungsbürgermeister Peter Lames (SPD) aus den Tagebüchern von Victor Klemperer. Klemperers Name stand dabei auf weißem Grund ausgebreitet vor den Teilnehmern, wie der aller anderen Juden, die Anfang 1945 noch in Dresden registriert waren.

Auch auf dem Matthäusfriedhof und am Urnenhain Tolkewitz fanden Veranstaltungen statt. Hier standen unter anderem die Opfer unter den sowjetischen Kriegsgefangenen und der Euthanasieverbrechen in Pirna-Sonnenstein im Fokus.

mh/sl/hh

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