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Hüpfen für die Forschung: Studenten versetzten eine Brücke in Schwingung

Hüpfen für die Forschung: Studenten versetzten eine Brücke in Schwingung

Zwölf Studenten der Fakultät Bauingenieurwesen hüpften gestern auf der Fußgängerbrücke über der Innsbrucker Straße in der Südvorstadt auf und ab.

Dabei war es entscheidend, dass alle im gleichen Rhythmus sprangen, um die Eigenfrequenz der Brücke zu treffen. So konnte sich die Hängebrücke schön aufschaukeln. Für die vorbeifahrenden Autofahrer muss die Aktion ausgesehen haben wie ein schlechter Studentenstreich, aber hier wurde für die Forschung gehüpft.

Der Diplomand Christoph Maulhardt (23) sammelte Daten für seine Diplomarbeit, die sich mit dem Schwingungsverhalten von Hängebrückenkonstruktionen auseinandersetzt. "Mit diesem Experiment wollen wir neue Daten festhalten und wichtige Erfahrungen für den Bau neuer Brücken sammeln", erklärte der TU-Diplomand.

Die Bewegungen der Brücke wurden durch zwei Beschleunigungssensoren gemessen, die an den Tragkabeln der Konstruktion befestigt wurden. Auch mit dem bloßen Auge fiel es nicht schwer, die Bewegungen nachzuvollziehen. Rund zehn Zentimeter bewegte sich die Fahrbahn auf und ab. Die anwesenden Journalisten mussten ihre Notizblöcke aus der Hand legen und sich an dem Geländer festhalten. Schreiben war bei diesem Geschaukel nicht mehr möglich. Grund zur Sorge gibt es für die Bewohner der Südvorstadt aber nicht - die Brücke hält. "Das Schaukeln der Brücke ist normal, denn sie muss elastisch sein, um nicht auseinander zu brechen. Außerdem kommt es äußerst selten vor, dass hier eine Horde Studenten synchron Schlusssprünge ausführt", sagte Ronald Stein von der GMG Ingenieursgesellschaft, der die Diplomarbeit von Maulhardt betreut.

Das Straßen- und Tiefbauamt der Stadt Dresden gibt Studenten der TU regelmäßig die Möglichkeit, Tests an öffentlichen Gebäuden durchzuführen. Kosten entstehen der Stadt dabei nicht. Viel Geld kann aber durch die Forschung gespart werden. So musste im Jahr 2000 die Millennium-Bridge im Londoner Stadtzentrum schon drei Tage nach der Eröffnung gesperrt werden, weil sie sich zu sehr aufschaukelte. Die zusätzlichen Arbeiten kosteten rund 6,5 Mio. Euro. hh

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.07.2012

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