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Hotelbranche jubelt: Nachfrage ist noch besser als letztes Jahr im Dezember

Hotelbranche jubelt: Nachfrage ist noch besser als letztes Jahr im Dezember

Touristen, die jetzt noch kurzfristig in einem Dresdner Hotel oder einer Pension ein Zimmer buchen möchten, brauchen viel Glück oder müssen weiter weg ins Umland ausweichen.

Denn es ist kaum noch ein Bett frei. "Die Nachfrage ist wirklich sehr, sehr gut, besser noch als letztes Jahr. In der Branche herrscht ein hohes Maß an Zufriedenheit", so Marco Bensen, Vorstandsvorsitzender des Regionalverbandes Dresden des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga.

Die Branche jubelt also, denn die Kassen klingeln. "Der Dezember ist für Hotellerie und Gastronomie meistens der Monat mit dem höchsten Ertrag. Nicht zuletzt deshalb, weil die Gäste in der Advents- und Weihnachtszeit unbedingt nach Dresden kommen wollen und daher bereit sind, mehr auszugeben als sonst; das spiegelt sich dann auch in den Übernachtungspreisen wider", weiß Bettina Bunge, Chefin der Dresden Marketing GmbH (DMG).

Trotzdem: "Da geht noch was." Denn im Dezember strömen zwar so viele Tagesgäste wie in keinem anderen Monat des Jahres in die Sächsische Landeshauptstadt. Von der Zahl der Übernachtungsgäste jedoch findet sich der Dezember auf Platz 3 wieder. Die ersten zwei Plätze belegen August und Mai. Weit abgeschlagen sind der November sowie Januar und Februar - die "Saure-Gurken-Zeit".

Deshalb hat die DMG schon 2009 die Kampagne "Dresden gibt dem Winter Glanz" gestartet und vermarktet die sächsische Landeshauptstadt weltweit intensiv als lohnenswertes Reiseziel im gesamten Winter. Zugpferd ist natürlich die Advents- und Weihnachtszeit in Dresden, der "Weihnachtshauptstadt Deutschlands". Ein Titel, der im Erzgebirge heftige Empörung auslöste. "Wir haben unterschätzt, dass das so die Gemüter erregt", sagt Bettina Bunge.

So richtig nachvollziehen kann sie die ganze Aufregung aber nicht, sieht den Titel eher mit einem Schmunzeln. "Das traditionelle Erzgebirge wirbt als Weihnachtsregion, wir alle zusammen sind das Weihnachtsland Sachsen. Ich sehe uns nicht als Wettbewerber, sondern ergänzende Reiseziele. Wir profitieren gemeinsam auch von der Kampagne ,Sachsen, wo Weihnachten gelebt wird' des Freistaates." Von der Weihnachtshauptstadt Dresden rückt Bettina Bunge deshalb nicht ab. "Aber wir kommunizieren diesen Titel nicht mehr vordergründig, um unseren Kollegen im Erzgebirge nicht auf die Füße zu treten."

Die Winterglanz-Sonderkampagne mit Striezelmarkt, Silvester auf dem Theaterplatz und Semperopernball als "Leuchttürme" hat offensichtlich Erfolg. Das anhaltende Wachstum im Dresden-Tourismus betrifft auch gerade die Wintermonate. 2013 wurden laut Statistischem Landesamt im Dezember insgesamt 415 281 Übernachtungen allein in Dresden gebucht. Das ist erneut ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem bereits sehr starken Dezember des Vorjahres. Zum Vergleich: 2012 hatte die Zahl der Übernachtungen im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat um 15,6 Prozent zugelegt. "Besonders groß war das Wachstum im Dezember 2013 aus dem Ausland mit einem Plus von 6,8 Prozent in den Übernachtungen und 12,3 Prozent in den Ankünften", so Bunge.

Der positive Trend setzte sich Anfang 2014 fort. Die Monate Januar und Februar legten bei den Übernach-tungen zu. Der erste Monat des Jahres brachte ein Plus von 7,9 Prozent, der zweite Monat ein Plus von 12,4 Prozent. Kein Grund, mit Trommeln nachzulassen. Im Gegenteil. "Weitermachen", sagt auch Bensen in Richtung DMG. Trotzdem der Dezember so gut nachgefragt ist. "Wenn man nicht jede Anfrage bedienen kann, weil der Ansturm so groß ist, dann ist auch das eine positive Werbung." Zudem profitieren dann noch mehr Hotels weiter außerhalb.

Die aktuelle weltweite Winterglanz-Werbeaktion startete bereits im März. Die DMG verteilte seitdem nicht nur Flyer, schaltete Werbung auf den Reiseportalen der Verlagsgruppe MairDumont und in überregionalen Tageszeitungen, sondern trommelte u.a. auf der Internationalen Tourismusmesse in Berlin und erst kürzlich in der Schweiz. Denn unter den ausländischen Dresden-Besuchern, die im Dezember hier nächtigen, belegen die Schweizer zahlenmäßig Platz 1. Gefolgt werden sie von den Amerikanern, den Russen, den Engländern und den Japanern. Die DMG-Chefin macht mehrere Ursachen für die große Dresden-Affinität der Schweizer aus. "Sie lieben unsere schöne Stadt mit großer Geschichte, aber gerade auch Weihnachtsmärkte und Adventskonzerte. Sie bekommen durch den starken Franken viel für ihr Geld und nutzen gerne die neuen Direktflüge von Zürich und Basel nach Dresden sowie unsere attraktiven Qualitätshotels."

Russland sei dagegen zu Beginn des Jahres immer noch ausländischer Quellmarkt Nr. 1 für Dresden - entgegen dem bundesdeutschen Trend im Ergebnis der wirtschaftlichen Sanktionen. Ein Grund: "Zu uns kommen weniger Geschäftsreisende, sondern mehr Privatreisende." Und die genießen anlässlich ihres Jolka-Festes in Dresden Kultur und Shopping, indes aktuell mit geringerer Kaufkraft.

Die Mehrzahl der Übernachtungsgäste - über 80 Prozent - kommt aber aus Deutschland. Und da es zwischen Dresden und Hamburg jetzt wieder eine Direktflugverbindung gibt, startete die DMG eine Marketingkooperation mit Germanwings. Große Plakate im Stadtbild von Hamburg sowie Werbung in den S- und U-Bahnen sollen die Hansestädter animieren, in die Partnerstadt nach Sachsen zu fliegen. Fluggäste Ende November / Anfang Dezember durften sich über einen Stollentaler und einen Striezeltaler als charmante Geste freuen. Im Gegenzug bekommen übrigens Hamburg-Besucher aus Dresden eine einstündige Adventsfahrt auf der Alster zum Vorzugspreis.

Die zahlenmäßig stärkste Gruppe unter den ausländischen Tagesgästen, die Dresden besuchen, sind die Tschechen. Die gilt es mit Detailinformationen zum Striezelmarkt, anderen Veranstaltungstipps und Shoppingangeboten zu versorgen. Dazu dienen Newsletter, Internetportale und Medienkooperationen in Tschechien, gemeinsam mit Stadtverwaltung, Citymanagement und Tourismusbranche. Gradmesser für die Bekanntheit der Dresden-Angebote sind für die Marketingprofis auch die Nachfragen der Journalisten. Und die seien merklich gestiegen.

"Um angesichts der steigenden Informationsflut überhaupt wahrgenommen zu werden und ein Feedback zu bekommen, müssen wir immer kreativer werden und das Besondere von Dresden auf ungewöhnliche Weise inszenieren", so Bettina Bunge. "Es reicht nicht mehr, reine Informationen zu übermitteln. Wir müssen interaktive, aufmerksamkeitsstarke Angebote machen und sehr emotional sein." Für die Facebook-Seite "Dresden News" konnte die DMG seit Oktober 2010 schon über 102 000 Fans gewinnen. "Übermitteln wir nur die einfache Veranstaltungsinformation, 'liken' das vielleicht 80 Leute. Posten wir aber ein großartig emotionales Bild von Dresden und starten interaktive Aktionen, schnellt die Aufmerksamkeit um ein Vielfaches in die Höhe."

Anfang Dezember startete die DMG in Dresden auch eine Sonderaktion mit einer "Wunschbox". Dabei handelt es sich um eine Rauminstallation, in der sich jeder fotografieren lassen kann. Alle Besucher haben die Möglichkeit, das Bild mit einem persönlichen Wunsch zu versehen und entweder als Postkarte auszudrucken oder auf Facebook zu posten. Bis zum Montag steht die Wunschbox in der Centrumgalerie, dann wird sie ab Dienstag im Hauptbahnhof in Aktion sein.

Catrin Steinbach

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