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Hotelbetreiber sagt Dresden 977 Plätze für Asylbewerber ab

Späte Nachricht Hotelbetreiber sagt Dresden 977 Plätze für Asylbewerber ab

Für drei Hotels seien unterschriftsreife Verträge für die Unterbringung von Flüchtlingen ausgehandelt worden. Der Stadtrat sollte am Donnerstag darüber abstimmen. Das Hotel auf der Leubnitzhöhe mit 977 geplanten Plätzen kann jetzt wahrscheinlich doch nicht als Unterkunft genutzt werden.

Das Hotel auf der Leubnitzhöhe im 977 geplanten Plätzen kann jetzt wahrscheinlich doch nicht als Unterkunft genutzt werden. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Dresden. Die Nachricht kam spät: Sabine Dächert teilte am Abend für die Hampton Holding mit: „Richtig ist, dass eine Anfrage an das Hotel durch die Stadtverwaltung gestellt wurde, ob Unterkünfte sowie Verpflegung von Asylsuchenden in Dresden zur Unterstützung des nationalen Bestrebens der Aufnahme von Flüchtlingen bereitgestellt werden können. Um Missverständnissen vorzubeugen, stellen wir – als ein Unternehmen, das im Bereich der Hotellerie tätig ist – klar, dass es uns nicht möglich war und ist, dieser Anfrage positiv nachzukommen“, so Dächert.

Stadtsprecher Kai Schulz erklärte auf Anfrage der DNN: „Uns gegenüber wurde angekündigt, dass es bei dem Hotel auf der Wilhelm-Franke-Straße nicht zum Vertragsschluss kommen wird. Wir haben versucht, gegenzusteuern. Ohne Ergebnis.“ Ob die Absage auch für zwei weitere als Asylunterkünfte vorgesehene Hotels zutreffe, sei noch nicht abzuschätzen, da der Verwaltung noch nichts Schriftliches vorliege.

Dresden will 1500 Asylbewerber kurzfristig in Hotels unterbringen (DNN berichteten). Dafür seien für drei Standorte laut Schulz unterschriftsreife Verträge ausgehandelt worden. Der Stadtrat sollte am Donnerstag darüber abstimmen. Die Vorlage war am Dienstag in den Geschäftsgang eingebracht worden. In das Hotel auf der Leubnitzhöhe, das nun wahrscheinlich doch nicht als Unterkunft genutzt werden kann, sollten bis zu 977 Asylbewerber einziehen. In der Fritz-Reuter-Straße sind 227 Plätze geplant, in der Strehlener Straße 354. Die jährlichen Kosten für die 1500 Plätze betragen laut der Stadtratsvorlage 21,72 Millionen Euro, wobei dabei neben der Miete auch der Aufwand für die soziale Betreuung und die Sicherheit mit eingerechnet ist.

Die CDU-Fraktion hatte am Mittwoch erklärt, dass sie den Standort an der Leubnitzhöhe wegen seiner Größe ablehnen werde. „Fast 1000 Asylbewerber an einem Standort geht nicht“, erklärte Fraktionsvorsitzender Jan Donhauser. Über die ausgehandelten Mietpreise könne er sich noch nicht äußern: „Die Vorlage wurde uns erst am späten Dienstagnachmittag zugestellt.“

Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit (RGR) wollte für die Hotelstandorte stimmen. Die Alternative sei eine Unterbringung der Asylbewerber in Turnhallen oder Zelten, erklärte Linke-Fraktionsvorsitzender André Schollbach. Unterkünfte in Hotels bedeuteten keinesfalls Luxus. Die Gebäude würden so umgebaut, dass auch Einzelzimmer mit mehreren Personen belegt werden könnten.

Einig waren sich CDU und RGR bei der Großenhainer Straße, wo die Stadt Wohnungen für 65 Asylbewerber für eine Kaltmiete von zehn Euro pro Quadratmeter mieten will. „Das muss nachverhandelt werden“, forderten Donhauser und Schollbach unisono, und SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Avenarius gab die Schmerzgrenze vor: „750 Euro sollten nicht überschritten werden.“ Die Stadt müsse ein Signal an die Vermieter senden, dass an Wucher grenzende Mieten trotz der Flüchtlingskrise mit ihr nicht zu machen seien.

Einigkeit auch bei der Ginsterstraße in Gorbitz: Hier soll nur ein Schulgebäude des Doppelstandortes genutzt und mit 300 Asylbewerbern belegt werden, so CDU und RGR. Die Stadt hatte geplant, 618 Asylbewerber unterzubringen. Der Ortsbeirat in Cotta hatte die Reduzierung vorgeschlagen und gefordert, das andere Schulgebäude gemeinsam mit dem Sportverein Dresdner SC für Integrationsprojekte zu nutzen.

Wie RGR bei den Containerstandorten abstimmt, ist noch offen, so Schollbach. „Wir haben noch Informationsbedarf.“ Die Stadtratsmehrheit hält Container für teuer und wenig nachhaltig, weil sie nur eine beschränkte Nutzungsdauer haben. Die Stadt solle dem Wohnungsbau und der Sanierung von ungenutzten Wohnungen den Vorrang vor Anmietung oder Erwerb von Containern geben, forderte Grünen-Fraktionsvorsitzende Christiane Filius-Jehne.

Thomas Baumann-Hartwig

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