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Holzindustrie Dresden wandert nach Heidenau aus und investiert in Ökotechnik

Holzindustrie Dresden wandert nach Heidenau aus und investiert in Ökotechnik

Während seiner Sommertour 2013 besucht Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) Unternehmen, die beim Dresdner "Ökoprofit"-Projekt mitgemacht haben.

Er will überprüfen, ob und wie dabei Umweltschutz und Kostensparen zusammengehen. DNN-Redakteur Heiko Weckbrodt prüft mit - diesmal im Unternehmen "Holzindustrie Dresden"

Das Verpackungs-Unternehmen "Holzindustrie Dresden" wird seine Produktion in den kommenden fünf Jahren schrittweise von Dresden-Laubegast nach Heidenau verlagern. Das kündigte Geschäftsführer Maik Juppe beim Besuch von Hilbert an. Die Straßenanbindung sei in Heidenau besser, außerdem wolle man Ärger mit Laubegaster Anwohnern wegen kreischender Kreissägen am Morgen aus dem Weg gehen.

Juppe geht davon aus, dass die in Dresden beschäftigten Mitarbeiter ebenfalls in die neuen Hallen an der Dresdner Straße in Heidenau wechseln werden. Am angestammten Standort an am Lockwitzbachweg nahe der Laubegaster Werft soll dann nur noch der Holzhandel die Fahne für die Firma hochhalten.

Der Vorgängerbetrieb des Unternehmens wurde 1898 gegründet, 1969 in den VEB Holzindustrie umgewandelt, der unter anderem Munitionskisten für die Armeen des Warschauer Pakts herstellte und die Anlagen der großen Maschinenbau-VEBs verpackte. Nach der politischen Wende und dem Zusammenbruch der Dresdner Industrie hielt sich die inzwischen wieder privatisierte Firma zunächst vorwiegend mit Holzhandel über Wasser.

Hightech-Pakete statt Muni-Kisten

"Und war bald klar, dass Kistenproduzieren allein keine Zukunft hat", betont Juppe - der Ingenieur war vorher Entwickler von LCD-Bildschirmen gewesen und hatte auch für die Holzindustrie eine technologischer orientierte Zukunft vor Augen. Daher spezialisierte sich die Holz-Gesellschaft in dem Maße, wie sich die Dresdner Industrie erholte, dann auch mehr und mehr auf maßgeschneiderte Exportverpackungen für Hightech-Anlagen, zum Beispiel für die Riesentransformatoren von Siemens in Übigau, die Motorkolosse des Sachsenwerks oder die überlangen Druckmaschinen von KBA Planeta.

"Die Idee dabei ist, dass wir den Kunden nicht einfach nur Standard-Paletten liefern, sondern ihnen die Transport-Vorbereitung abnehmen", erklärt Holzindustrie-Geschäftsführer Juppe. "Produkte bis zehn Tonnen holen wir ab und kümmern uns hier in Heidenau um sie. Schwere Sachen verpacken wir vor Ort." Und da jeder Kubikmeter Luftfracht teuer ist, greifen viele anspruchsvolle Anlagenhersteller tatsächlich lieber auf die maßgeschneiderten Packlösungen der "Holzindustrie" zurück, statt Kisten vom Fließband zu ordern.

Insofern funktionierte das neue Geschäftsmodell der GmbH und verdoppelte Jobs und Geschäftsvolumen in den vergangenen sieben Jahren: Mittlerweile beschäftigt die "Holzindustrie Dresden" 70 Mitarbeiter und setzte im Jahr 2012 etwa 7,5 Millionen Euro um - für dieses Jahr rechnet Juppe mit acht Millionen.

Um den Konkurrenz-Produkten "von der Stange" Paroli zu bieten und den Teuerungen des Rohstoffs "Holz" zu begegnen, hat die Firma kräftig in moderne Technik und Produktionshallen investiert und tut dies auch derzeit: 4,5 Millionen Euro flossen bereits in den neuen Standort in Heidenau und dessen computergesteuerte Sägetechnik. Das heißt aber auch: War früher Kistennageln ein klassischer Job für Angelernte, sind jetzt in der Holzindustrie fast nur noch Facharbeiter gefragt. Inzwischen hat das Unternehmen schon 4200 Produktions- und Büroflächen am neuen Standort hochgezogen. Eine weitere, 1200 Quadratmeter große Halle ist derzeit im Bau.

Spätzündung für Gewerbegebiet Dresden-Heidenau?

Und die nächsten Erweiterungen stehen schon auf der Agenda und zwar an einer Stelle, die den Dresdner Wirtschaftsbürgermeister Hilbert mit dem Umzug der Firma nach Heidenau wieder versöhnt: Die "Holzindustrie" will demnächst ins "Interkommunale Gewerbegebiet" nebenan wachsen, das Dresden und Heidenau gemeinsam entwickeln haben, seit Jahren aber weitgehend leer geblieben ist. Die Wirtschaftsförderer auf beiden Seiten der Stadtgrenze hoffen nun, dass geplante Neubauten wie die der "Holzindustrie" für eine psychologische Initialzündung sorgen.

Weniger Holzabfall durch Ökoprofit-Tipps

Die GmbH hat allerdings nicht nur in Beton und Stahl investiert, sondern auch in die Verbindung aus Ökologie und Ökonomie: Externe "Ökoprofit"-Experten durchforsteten den Betrieb im städtischen Auftrag nach Sparpotenzial. So gelang es durch deren Tipps, den Holzverschnitt beim Palettenbau von zehn auf sieben Prozent zu senken - das spart natürliche Ressourcen und um die 90 000 Euro Holz-Einkauf pro Jahr.

Außerdem baute der Betrieb für rund 180 000 Euro eine unterirdische Versickerungsanlage und senkte so seine Abwassergebühren auf Null. Geplant ist auch die Umrüstung der Leuchttechnik auf LED-Technik, was die Stromkosten drücken soll - und der Kommune bei ihren Umweltzielen hilft.

"Man denkt ja immer so, etwas für die Umwelt zu tun, kostet nur viel Geld", kommentierte Chef Juppe. "Aber Ökoprofit hat uns sogar geholfen, Kosten zu sparen - und zwar an Stellen, die wir in dieser Tiefe wohl niemals durchleuchtet hätten."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.08.2013

Heiko Weckbrodt

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