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Hoher Bedarf, niedriger Etat: Kitaplätze in Dresden werden knapp

Hoher Bedarf, niedriger Etat: Kitaplätze in Dresden werden knapp

Thomas Löser, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, sah es am Freitag gelassen: „Die Verwaltung hat uns einen Haushalt vorgelegt.

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Martin Seidel prognostiziert: 2017 fehlen in Dresden 1300 Kitaplätze.

Quelle: Volkmar Heinz

Sie war verpflichtet, die Kosten so aufzustellen, dass der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz erfüllt wird. Wir haben an den Planansätzen in diesem Bereich nichts geändert. Deshalb sehe ich die Verwaltung in der Pflicht, Lösungen vorzuschlagen.“

Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) hatte zuvor beklagt, im Investitionsetat des städtischen Eigenbetriebs Kindertagesstätten würde ein Millionenloch klaffen. Folge: 2017 würden 1300 Kitaplätze fehlen, der Rechtsanspruch könne nicht mehr erfüllt werden. „Wir müssen uns das in Ruhe ansehen“, meinte Löser. „Wenn es das Problem wirklich gibt, werden wir es lösen.“

Tilo Kießling, sozialpolitischer Sprecher der Linke-Stadtratsfraktion, sah es ähnlich. Kitaplätze hätten für die Linken höchste Priorität. Seidel sei es offenbar nicht gelungen, im eigenen Haus genug Geld zu organisieren. Das spreche Bände über das Innenverhältnis von Verwaltungsspitze

und Bürgermeisterriege. „Wir stehen auf der Seite der Eltern“, erklärte Kießling. Mit einem neuen Stadtoberhaupt und neuen Bürgermeistern werde sich ab Sommer vieles verbessern, glaubt er.

50.693 Betreuungsplätze für Kinder gab es im Januar 2015 in Dresden, davon 31.017 Plätze in Krippe und Kindergarten sowie 50.693 Plätze im Hort. Bis 2018 müssen laut Seidel unbedingt 1.748 neue Krippen- und Kindergartenplätze geschaffen werden. Doch dafür fehle das Geld. „Der Stadtrat muss nachbessern“, forderte Seidel. Gründe für den Mehrbedarf seien die anhaltend hohe Geburtenrate – 2014 kamen 6.295 kleine Dresdner zur Welt – und eine sehr hohe Betreuungsquote. Die Statistiker hätten noch 2013 ab 2016 ein Sinken der Geburtenrate vorhergesagt, jetzt würden sie erst ab 2019 mit einem allmählichen Abflachen der Kurve rechnen. 57 Prozent der Dresdner lassen ihre Kinder in der Krippe betreuen und 99 Prozent im Kindergarten, 94 Prozent der Grundschüler besuchen den Hort – die Werte liegen über dem Bundesdurchschnitt, teilweise deutlich.

Der Bedarf kann mit den zur Verfügung stehenden Kapazitäten für die Jahre 2015 und 2016 gedeckt werden, erklärte Sabine Bibas, Leiterin des Kita-Eigenbetriebes. Sie kann sich auf die mit Einführung des Elternportals gewonnenen Angaben berufen – 15.848 Eltern stellten von September 2013 bis Februar 2015 einen Betreuungsantrag für Kinder. 88 Prozent der Kinder sollen in einer Kindertagesstätte untergebracht werden und zwölf Prozent bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater. „Das Angebot in der Tagespflege reicht aus, sollte aber auch nicht ausgebaut werden“, empfiehlt Bibas.

Bis Ende 2016 werde am Rechtsanspruch nicht gerüttelt, auch wenn es in einigen Ortsämtern Lücken gebe. Für jedes Kind stünde ein Platz bereit – aber eben im gesamten Stadtgebiet. „Dass es nicht optimal ist, von Pieschen nach Prohlis zu fahren, wissen wir“, so Bibas. Realität sei es trotzdem: 41,7 Prozent der Kinder in Prohliser Tagesstätten würden nicht aus dem Ortsamtsbezirk kommen. Ähnlich hoch ist der Wert mit 40,4 Prozent in der Altstadt – hier gebe es viele Einrichtungen, aber wenig Kinder.

Herausforderungen sieht Bibas nicht nur bei der Schaffung neuer Plätze, sondern auch bei der inhaltlichen Arbeit in den Einrichtungen. Die vom Freistaat angekündigte Verringerung des Betreuungsschlüssels auf 1:5 in Krippen und 1:12 im Kindergarten sei eine „Mogelpackung“, da auf vier Jahre gestreckt. Auch finanziell stelle das Land die Kommunen nicht wesentlich besser, sondern gleiche nur die Mehrkosten für den verbesserten Betreuungsschlüssel aus. Scharf kritisierte Bibas Pläne des Landes, 20 Prozent des Personals in Krippen aus Assistenzkräften ohne fundierte Berufsausbildung zu rekrutieren. „Darunter leidet die Qualität. Wir brauchen für die Betreuung von unter Dreijährigen Fachpersonal“, forderte sie.

Thomas Baumann-Hartwig

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