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Hölzerne Drahtesel in den Städten dieser Welt: Fahrraddesigner aus Dresden international geehrt

Hölzerne Drahtesel in den Städten dieser Welt: Fahrraddesigner aus Dresden international geehrt

"London, New York, Paris und natürlich Dresden. Da gehören unsere Fahrräder hin", meint Curt Beck. Der 30-Jährige hat gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Robert Taranczewski ein neues Zweirad entworfen, das - obwohl es noch nicht einmal auf dem Markt ist - schon international gewürdigt und geehrt wurde.

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Robert (li) und Curt wollen mit ihren Fahrrädern die Welt erobern.

Quelle: Norbert Neumann

Seit März 2013 führen die beiden Dresdner ihr Unternehmen "LignoTUBE technologies". Dort stellen sie Leichtbaurohre aus Echtholz her, die später im Bereich Innenausbau und Möbeldesign Verwendung finden. In Kombination mit einer eigens entwickelten Technologie ist es ihnen dabei gelungen, im Vergleich zu Massivholzquerschnitten ein Vielfaches an Rohstoffen und Gewicht einzusparen. Hierfür wurden die beiden Unternehmer mit dem Design + Technology Award mit Gold prämiert.

Diese besondere Technik haben Curt Beck und Robert Taranczewski nun auch bei ihrem neuesten Produkt verwendet: Unter dem Namen Nemus Cycles verkaufen sie ab diesem Sommer hochwertige Fahrräder, bei denen der Rahmen größtenteils aus Holz besteht. "Das Design habe ich bereits im Rahmen einer Semesterarbeit an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule entworfen", erklärt Taranczewski. Dabei legte er besonders viel Wert auf die Ergonomie. "Es ist ein Urban Bike und sollte deswegen sehr wendig und komfortabel sein", betont der studierte Industriedesigner.

5000 Euro soll das neue Fahrrad kosten, bei dem vor allem der Rahmen im Vordergrund steht. "Sämtliche anderen Teile, wie beispielsweise der Sattel oder der Lenker, werden in schwarz oder weiß gehalten, damit das Holz im Mittelpunkt steht", so der Designer. Den Rohstoff als Leichtbauwerkstoff in der Fahrradindustrie zu etablieren, ist das selbsternannte Ziel der beiden Unternehmer. "Ein normales Holzfahrrad wiegt um die 20 Kilogramm. Mit unsere Technologie erreichen wir ein Gewicht von neun bis zehn Kilo", so Curt Beck.

Grundsätzlich wollen die Designer ihr neues Produkt nicht als Massenware verkaufen, sondern als limitierte Einzelstücke. "Vorerst werden nur 50 Stück produziert", erklärt Taranczewski. Jedes Bike bekommt eine eigene Seriennummer. Zur Auswahl stehen drei verschiedene Größen sowie drei verschiedene Holzarten. "Das werden unter anderem Nussbaum und Esche sein. Das dritte Holz bleibt vorerst Betriebsgeheimnis", erklärt Beck schmunzelnd. Bereits jetzt haben die beiden Dresdner zahlreiche Anfragen von potenziellen Kunden, wann genau die Produktion in der sächsischen Landeshauptstadt startet ist aber noch unklar. Fest steht: Ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf der Fahrräder soll Projekten zu Gute kommen, die sich dem Umweltschutz widmen. "Wir verwenden Materialien aus der Natur und wollen dementsprechend auch etwas zurück geben", begünden die beiden Designer dieses Engagement. Läuft das Geschäft gut, wollen Curt Beck und Robert Taranczewski ihre Produktpalette beispielsweise auf Mountainbikes und Rennräder ausweiten.

Für ihre außergewöhnliche Idee wurden die beiden Dresdner übrigens im März mit dem heiß begehrten "Red Dot Design Award" ausgezeichnet. Dieser gilt als einer der größten Designwettbewerbe weltweit. 4815 Bewerber aus 53 Nationen haben in diesem Jahr ihre aktuellen Produkte und Projekte ins Rennen geschickt. In der Kategorie "Product Design" konnte sich das Designfahrrad aus Furnier gegen 1816 Hersteller behaupten und wurde mit der höchsten Auszeichnung geehrt, dem "Red Dot: Best of the Best".

Gestern haben die beiden die Trophäe im Essener Opernhaus vor 1200 internationalen Ehrengästen entgegengenommen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.07.2014

Nadine Steinmann

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