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Höckendorfer Kaffeefilterfabrik "Filteretta" ist pleite - Betrieb läuft vorerst weiter

Höckendorfer Kaffeefilterfabrik "Filteretta" ist pleite - Betrieb läuft vorerst weiter

Die Filteretta Enskat GmbH in Höckendorf, 20 Kilometer südwestlich von Dresden, ist pleite. Das Unternehmen, das als einer von drei kleineren Melitta-Konkurrenten Kaffeefiltertüten herstellt, ist mit dem Kauf neuer Technik auf die Nase gefallen und musste Mitte März zum Insolvenzrichter.

Das Amtsgericht Dresden hat vor einer Woche Dirk Herzig von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Filteretta hat aktuell 33 Mitarbeiter. Nach ersten Verhandlungen des Verwalters läuft die Produktion trotz eines befürchteten Stillstands weiter. Zulieferer hatten wegen offener Rechnungen gedroht, auszusteigen. "Unsere Verhandlungen mit den Hauptlieferanten dauern an. Zunächst gilt, es die Lieferfähigkeit für die vorhandenen Aufträge zu sichern", erklärte Herzig.

Der Anwalt will das Unternehmen nun so schnell wie möglich verkaufen, um den Standort zu sichern. Hintergrund: Wichtige Filteretta-Kunden lehnen eine längere Geschäftsbeziehung unter Insolvenzbedingungen ab.

Ende April will Herzig sein Gutachten fertig haben, das darüber entscheidet, ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird.

Hauptgrund für die Zahlungsprobleme war einer Mitteilung des Anwalts zufolge die Anschaffung neuer Technik Ende 2010. Die Investition sollte der guten Auftragslage Rechnung tragen. Doch dann lief die Maschine nicht richtig. "Es kam zu Produktionsrückständen Lieferverpflichtungen konnten nicht erfüllt werden, das Unternehmen musste zusätzliche Mitarbeiter einstellen, um Arbeiten von Hand erledigen zu lassen, die eigentlich die Maschine übernehmen sollte", sagte Kanzleisprecher Uwe Amrhein auf Anfrage. Die dadurch bedingten Umsatzausfälle und zusätzliche Kosten führten Herzig zufolge im Geschäftsjahr 2011 zu tiefroten Zahlen. Genaue Angaben zu Umsätzen und Gewinnen machte der vorläufige Insolvenzverwalter nicht.

2006 hatte der Unternehmer Detlev Enskat Teile der "Filteretta GmbH - Kaffeefilterfabrik Ulberndorf" aus der Insolvenzmasse erworben und mitsamt den damals 17 Mitarbeitern die Kaffeefilterfabrik "Filteretta Enskat GmbH" gegründet. Enskat kam damals nach eigenem Bekunden "vom Marktführer" - also von Melitta - übernahm den Kundenstamm der sächsischen Fabrik und führte das Unternehmen weiter. Der Betrieb war nach dem Hochwasser 2002 aus seinem schwer beschädigten Ulberndorfer Gebäude ins Gewerbegebiet Höckendorf umgezogen. Im vergangenen Jahr hatte Enskat dort eine neue Halle errichtet.

Filteretta stellt Kaffeefiltertüten her und vertreibt sie an den Handel, an Großverbraucher und Privatkunden. Zu den größeren Abnehmern gehörte unter anderem Edeka in Nordbayern.

Barbara Stock

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.04.2012

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