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Hochwassermauer für die Hafencity - Ortsbeirat Neustadt lehnt Plan ab

Hochwassermauer für die Hafencity - Ortsbeirat Neustadt lehnt Plan ab

Der Hochwasserschutz für die Leipziger Vorstadt und Pieschen kostet rund neun Millionen Euro. Das schätzt Christian Korndörfer, der Leiter des städtischen Umweltamtes.

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So könnte die Hochwasserschutzmauer für die Hafencity nach Plänen der Stadt verlaufen.

Quelle: Montage: Schulter/Eylert

Binnen fünf Jahren könnten die Planungen und der Bau erledigt sein, sagte er am Montagabend im Ortsbeirat Neustadt und begründete seine optimistische Prognose mit der Tatsache, dass zwischen Marienbrücke und Ballhaus Watzke - anders als beim Flutschutz für die Altstadt - keine Denkmalschutz-Einwände zu erwarten sind. Die Flutschutz-Wand, die seinen Erläuterungen zufolge gebaut werden müsste, soll in Abhängigkeit von ihrem Verlauf mindestens 80 Zentimeter und maximal 1,10 Meter hoch werden.

Der "Gebietsschutz" für die Leipziger Vorstadt und Pieschen sei nötig, weil das Schadenspotenzial mittlerweile von einer ursprünglich mittleren einstelligen Millionensumme auf mehr als 14 Millionen Euro geklettert sei, begründete Korndörfer die neuen Überlegungen. Ähnlich wie in Laubegast wolle die Stadt mit dem Freistaat einen Vertrag schließen, mit dem sie beauftragt wird, den Hochwasserschutz zu planen und zu bauen. Theoretisch, so Korndörfer, sei der Freistaat auch zur Finanzierung des Projekts verpflichtet. Man könne aber auch Investoren beteiligen, die Nutznießer der Flutschutzmauer wären, räumte er ein.

Das ließ den Ortsbeirat Neustadt, dem der Chef des Umweltamtes seine Überlegungen am Montagabend präsentierte, aufhorchen. Korndörfer: Einerseits könne die Stadt das Vorkaufsrecht nutzen für Flächen, die für den Flutschutz gebraucht würden und zum Verkauf stehen. Andererseits sei es aber eben auch möglich, Grundstückseigentümer an den Kosten des Hochwasserschutzes zu beteiligen und ihnen zugleich Bauauflagen zu erteilen, die auch den Grundwasserschutz einschließen. Das bedeutet zum Beispiel beim Blick auf die geplante Hafencity, dass Tiefgaragen dort nur so weit in die Erde reichen dürfen, dass der Grundwasserfluss nicht behindert wird. Wie das im Einzelfall umzusetzen ist, soll bei der Detailplanung bedacht werden.

Der Ortsbeirat Neustadt ist der Ansicht, dass es so weit erst gar nicht kommen sollte. Die politischen Vertreter des Viertels brachten zwar die Flutschutzplanung auf den Weg, änderten aber wesentliche Details. Demnach soll dabei ausschließlich der "Gebietsschutz ... im Verlauf der südwestlichen Seite der Leipziger Straße" untersucht werden. Das heißt, das Gebiet der Hafencity wäre ebenso ausgeschlossen wie der "Marina Garden", den Architektin Regine Töberich im Anschluss an die Hafenbebauung Richtung Puschkinplatz plant. Außerdem sprach sich der Ortsbeirat dafür aus, dass die Stadt - sofern nötig - ihr Vorkaufsrecht für die betroffenen Flächen nutzt.

Schon in der nächsten Woche könnte dieses Votum aus der Neustadt Geschichte sein. Dann diskutiert der Stadtentwicklungsausschuss die Eilvorlage zur Hafencity, die der Ortsbeirat am Montag zurückgewiesen hat (DNN berichteten). Laut Stefan Szuggat, dem Leiter des Stadtplanungsamtes, wird die Diskussion über den Flutschutz und die Baupläne ganz bewusst parallel geführt. Spricht sich der Ausschuss für die Eilvorlage zur Hafencity aus, dann ist das auch ein weiterer Schritt zu einem Flutschutz, der auch die neuen Häuser einschließt und womöglich von den Investoren für das neue Baugebiet, also der Firma USD, mitfinanziert wird. Der Stadt wäre das dann nur recht und billig.

Szuggat sprach im Ortsbeirat bei der Beschreibung der Baupläne von einer "Kulturspange", bei der auch die Citybeach-Anlage samt Volleyballplatz eine Zukunft haben soll. Laut Korndörfer gehören allerdings das Eselsnest und die Sportanlagen nahe dem Puschkinplatz nicht zu den schützenswerten Anlagen. Bei einem Hochwasser wie im vergangenen Jahr würden sie also geflutet, während künftig die Hafencity trocken bleiben soll.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.06.2014

Christoph Springer

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