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Hochwasser in Dresden geht zurück - das große Aufräumen beginnt

Hochwasser in Dresden geht zurück - das große Aufräumen beginnt

Dresden. Dresden. Der Pegel der Elbe in Dresden sinkt kontinuierlich. Am Sonntagmittag lag er bei 7,34 Metern mit fallender Tendenz. Problematisch ist weiterhin das Grundwasser, das laut Dresdner Stadtverwaltung den Scheitel in Elbnähe erreicht hat und in weiter entlegenen Gebieten weiter steigt.

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Das Hochwasser der Elbe in Dresden am 8.6.2013.

Quelle: Stephan Lohse

Unterdessen geht das große Aufräumen los. Die Deiche halten bislang dem Druck des Hochwassers stand und werden laufend überprüft.

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Nach dem Hochwasser in Dresden beginnt das Aufräumen. Im Schillergarten in Striesen halfen am Sonntag etliche Helfer beim Säubern.

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Für Montag und Dienstag wird ein weiterer Rückgang der Elbe erwartet. Wegen der befürchteten Unwetter in Sachsen und Tschechien konnte das Umweltministerium am Samstag Entwarnung geben. Am Montag soll es im Nachbarland zwar Regen geben, aber nicht den zunächst prognostizierten Starkregen. Zehn bis zwanzig Millimeter in zwölf Stunden werden jetzt erwartet. In Sachsen gibt es zwar mehrere amtliche Warnungen vor starkem Gewitter, die aber laut Stadtverwaltung keinen Einfluss auf den Elbpegel haben. Zudem ist die Talsperrre Malter wieder bereit, Wasser aufzunehmen. Dienstag könnte daher die höchste alarmstufe vier eventuell aufgehoben werden.

Lage in betroffenen Stadtteilen weiter angespannt

Weiterhin sind in Dresden rund 2600 Menschen evakuiert und rund 4700 Haushalte ohne Strom. Die Bewohner der besonders betroffenen Stadtteile Gohlis, Cossebaude, Laubegast, Pillnitz und Tolkewitz können sich langsam ans Aufräumen machen. In Teilen wird Wasser jedoch noch tagelang in den Kellern stehen.

Die Feuerwehr warnt daher weiter davor, frühzeitig Keller auszupumpen. Ein Statiker sollte unbedingt die Situation einschätzen, da ansonsten die Statik der Gebäude in Gefahr ist. „Schäden am Gebäude werden nicht schlimmer, je länger das Wasser im Keller steht“, so die Information der Feuerwehr zum Grundwasser. Weitere Hilfe und Ansprechpartner stellt die Stadt sowie die Feuerwehr zur Verfügung.

Die Kollegen der Feuerwehr und Polizei überprüften regelmäßig die Deiche und Schutzwälle. Das Betreten bleibt weiterhin verboten. Die erlassene Polizeiverordnung gelte weiterhin. Verkehrstechnisch bleiben unter anderem das Blaue Wunder, die Niederwarthaer Brücke und die Holzhofgasse, die als Umleitung der Bautzner Straße dient, gesperrt. Sachsenweit sind rund 8500 Einsatzkräfte von Bundeswehr, THW Polizei und Feuerwehr im Einsatz.

„Anpacken 2.0“: Minister lobt freiwillige Helfer

Innenminister Markus Ulbig (CDU) lobte am Samstag den Einsatz der Fluthelfer. Die Organisation via Facebook sei eine „neue Qualität gegenüber 2002“. Von einem „Anpacken 2.0“ sprach der Minister am Samstag. Das Engagement, das so ganz anders als die Arbeit der offiziellen Katastrophenstäbe funktioniert, sei eine willkommene Ergänzung. „Ich bin für die Unterstützung sehr dankbar. Die Anrainer an den Flüssen brauchen die Hilfe beim Kampf gegen das Wasser und auch beim Aufräumen.“, so Ulbig. Der Katastrophenschutz müsse darüber nachdenken, wie diese Helfer integriert und genutzt werden können. In Dresden begannen Freiwillige derweil am Freitag, am Glücksgas-Stadion eine eigenständige Hilfe-Zentrale aufzubauen, an der am Samstag bereits zahlreiche Sachspenden abgegeben wurden.

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An vielen Stellen ist der Rückgang des Hochwassers jetzt sichtbar. Die Lage in Dresden ist trotzdem noch nicht entspannt.

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Im Fluthilfe-Zentrum im Glücksgas-Stadion werden zahlreiche Spenden abgegeben und koordiniert.

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Auch die Bundesstraße 6 zwischen Dresden und Meißen ist nicht zu befahren. Das Hochwasser der Elbe sorgt indes für erhöhte Belastungen des Wassers. Insbesondere der Anteil an Schwebstoffen sei besonders hoch. Erhöhte Schwermetallwerte haben Mitarbeiter des Sächsischen Umweltministeriums ebenfalls gemessen, so die Mitteilung am Freitagabend. An einigen Tagen lagen auch die Bakterienwerte deutlich höher als zu normalen Pegeltagen. Der Schlamm der Elbe sollte daher nur mit Handschuhen beseitigt werden. Das Gesundheitsamt Dresden gab am Samstag diverse Hygienetipps, um Infektionen zu vermeiden.

Kultureinrichtungen in Dresden kommen glimpflich davon

Die großen Kultureinrichtungen in Dresden sind bei dem nun wieder sinkenden Elbe-Hochwasser glimpflich davongekommen. „Wir sind unendlich glücklich, dass uns eine Wiederholung von 2002 erspart geblieben ist", fasste Hartwig Fischer, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), zusammen.

Dagegen entspannt sich nach den Höchstständen der vergangenen Tage die Hochwassersituation in Sachsen ganz langsam. Im gesamten Freistaat wurden nach Angaben der Landeshochwasserzentrale am Samstagvormittag sinkende Pegelstände registriert. Am Dresdner Elbpegel stand das Wasser am Samstag um 11 Uhr noch bei 7,95 Meter. Erste Sandsackwälle sollen im Laufe des Samstag abgebaut werden. Der diesjährige Höchststand war am Donnerstagnachmittag mit 8,76 Meter erreicht worden.

Stornierungen bei Hotels –Sorge bei Hoteliers

Die Leute haben den Eindruck, ganz Sachsen stände unter Wasser“, sagte der Geschäftsführer des sächsischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Frank Lehmann, am Freitag. Dabei seien die meisten Ausflugsziele noch gut zu erreichen - etwa in der sächsischen Schweiz oder in Dresden. Dennoch würden Reisen storniert. „Und wir reden hier nicht von den nächsten drei oder vier Tagen, sondern vom ganzen Sommer oder länger“, so Lehmann.

Zurückzuführen sei das auf die erschreckenden Bilder aus den Hochwassergebieten in Presse und Rundfunk, meinte Lehmann. „Punktuell sind wir natürlich vom Hochwasser betroffen - aber auch das kann bald vorbei sein“, sagte er. Der Schaden aufgrund der vorsorglichen Stornierungen könne bei einzelnen Betrieben größer sein als die direkten Flutschäden.

Innenminister Ulbig appelierte daher an Touristen, ihren Urlaub nicht vorschnell abzusagen. Vieles in der Region sei intakt. Eine Stornowelle wäre eine "zweite Katastrophe" für die Region.

dbr/dpa/sl

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