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Hochwasser in Dresden - Pieschen und Laubegast besonders umkämpft

Hochwasser in Dresden - Pieschen und Laubegast besonders umkämpft

Die Hochwasserlage an der Elbe in Dresden wird immer angespannter. Nachdem der Pegel am Abend teils sogar zurückgegangen war, erreichte der Wasserstand der Elbe am Mittwochmorgen 8,30 Meter.

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Helfer versuchen das Fährhaus Hesse in Laubegast vor den Fluten zu schützen.

Quelle: Hauke Heuer

Zeitweise gab es Verwirrung, da der elektronische Messpegel defekt war.

Zahlreiche ufernahe Gebiete der Stadt sind überflutet. In Gohlis, Zschieren und Laubegast mussten Anwohner evakuiert werden. An zahlreichen anderen Stellen kämpfen Einsatzkräfte und Bürger gemeinsam gegen die Fluten. An einzelnen Straßen im Dresdner Osten, Norden und Westen wurde der Strom abschaltet.

Wie hoch die Elbe noch steigt und wann der Höhepunkt erreicht wird, ist weiter unklar. Während die Stadtverwaltung am Dienstag von einem Maximum von 8,75 Metern ausging, das schon in der Nacht zu Donnerstag erreicht werden könnte, bleibt Innenminister Markus Ulbig (CDU) bei seiner Prognose von Montag: Die Elbe kann in Dresden sogar über die Neun-Meter-Marke steigen. Die Stadt berichtet, der Hochwasserscheitel der Moldau habe mittlerweile Prag erreicht. Das Landesumweltministerium rechnet damit, dass der Scheitel Dresden am Donnerstag erreicht.

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Am Abend stand die elbe bei mehr als 8,60 Metern.

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Am Lockwitzbach und an der Weißeritz hat sich die Lage hingegen wieder entspannt. Die Weißeritz, die 2002 verheerende Schäden verursacht hatte, blieb dieses Mal in ihrem Flussbett und wurde am Dienstag auf Warnstufe zwei heruntergestuft. "Da sieht man, dass die 36 Millionen Euro Hochwasserschutz in die Weißeritz gut investiert waren", kommentierte Christian Korndörfer, der Leiter des Umweltamtes.

Schwierig bleibt die Situation hingegen an der Prießnitz in der Dresdner Neustadt. Da die elbe hier das Wasser zurück drückt, werden in der Neustadt inzwischen Keller überflutet.

Evakuierungen in Gohlis und Laubegast

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Am Dienstagmittag stand das Wasser am Gohliser Deich auf Kante. Mittlerweile hat es die Elbwiesen überflutet.

Quelle: Hauke Heuer

An der Elbe allerdings mussten viele Anwohner ihre Häuser verlassen. Als erstes wurden in Gohlis zahlreiche Wohnungen dort aufgegeben, wo die Deiche weniger als 7,50 Meter hoch sind. Mehr als 400 Anwohner wurden bereits am Montag evakuiert. Am Dienstag mussten weitere Bewohner aus Gohlis ihre Häuser verlassen. Laut Stadtverwaltung sind inzwischen mehr als 1000 Menschen betroffen.

Auch im Dresdner Osten gab es am Montag Evakuierungen. So mussten in Laubegast mehrere Hundert Dresdner in Zschieren ihre Wohnungen räumen. In Laubegast, das wieder eine Insel ist, versuchten am Dienstag Feuerwehr und Bundeswehr, die übrigen Häuser zu retten. Am Mittwoch musste jedoch die Turnhalle der Schule an der Linzer Straße kontrolliert geflutet werden. Kurz darauf wurde auch die Leubener Straße überspült. Seit 11 Uhr läuft eine freiwillige Evakuierung des inzwischen abgeschnittenen Stadtteils.

Bereits am Dienstag wurden 72 Insassen eines Seniorenheims in Pillnitz in Sicherheit gebracht, auch rund 60 Bewohner aus Kleinzschachwitz mussten ihr Heim verlassen.

Pieschen: Freiwillige kämpfen um Leipziger Straße

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Die Stadt Wehlen an Elbe wurde gefluttet. Wie eine Anwohnerin sagte, sei das Wasser schlimm, die Anwohner diesmal aber vorbereitet. Der Marktplatz stand am Dienstag bereits unter Wasser.

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Die Lage in Laubegast und am Blauen Wunder

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Auch in Cotta beobachten zahlreiche Schaulustige die Wassermassen.

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Das Terrassenufer am Abend: An der Einmündung Steinstraße hat die Elbe die Straße überflutet. Die Feuerwehr versucht Schulen und Kitas zu rettten.

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Lage an der Erbgerichtsklause am 5. Juni 2013 (Foto: rand OM via Google+)

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In Pieschen kämpften am Dienstag zahllose Helfer darum, die Leipziger Straße vor der Elbe zu Schützen. Zwischen Bahnhof Neustadt und Molenbrücke wurden Tausende Sandsäcke verbaut, trotzdem sickerte das Wasser immer weiter in Richtung der Hauptstraße. Mit steigendem Pegel dürfte die "Leipziger" am Mittwoch überflutet werden. Anwohner und Händler hatten ihre Hauseingänge am Dienstag bereits gesichert. Am Mittwoch wurde die Leipziger Straße nur noch durch die vielen Sandsack-Wälle vor dem Wasser geschützt. Am Puschkin-Platz waren bereits Pumpen im Einsatz. Gegen 10 Uhr sickerte das Wasser jedoch in Höhe Eisenberger Straße auf die "Leipziger".

Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) sprach von einer "beherrschbaren Gefährdungslage". Unsicherheit und Angst hat sie bei den Menschen gesehen, die ihr Hab und Gut bereits 2002 verloren haben. "Es gibt eine hohe Emotionalität in der Bevölkerung", sagte Orosz und sprach damit auch die Hilfsbereitschaft an, die zu spüren sei, wenn Hilfe gefragt ist. Die OB selbst hat inzwischen auch Flutvorsorge getroffen. Sie wohnt in Loschwitz nahe der Elbe, hat ihren Keller leer geräumt und die Waschmaschine in Sicherheit gebracht.

Auch im Zentrum steigt das Wasser immer weiter. Die Freitreppe am Königsufer verschwindet Stufe für Stufe im braunen Wasser. Trotz vieler Helfer musste der Radeberger Ausschank an der Brühlschen Terrasse am Dienstagabend aufgeben, nachdem der Strom für die nötigen Pumpen weg war. Am Terrassenufer, das am Dienstag auch zwischen Rietschelstraße und Steinstraße voll lief, versuchten Einsatzkäfte der Hamburger Feuerwehr am Abend, die Grundschule und die nahe Kita zu schützen. Am Mittwochmorgen stand das Wasser dort mehr als zehn Zentimeter hoch, nach angaben der Einsatzkräfte halten die Dämme aber.

Zahlreiche Straßensperrungen - Kulturveranstaltungen fallen aus

Wegen des Hochwassers sind neben dem Terrassenufer unter anderem die B6 und die Holzhofgasse dicht. Seit Montagabend ist auch das Blaue Wunder für Autos gesperrt. Ab einem Wasserstand von 8,50 Metern wird die Brücke auch für Fußgänger geschlossen.Am Mittwochmorgen kam die Niederwarthaer Brücke hinzu, da hier die Zufahrtswege unter Wasser stehen. Die übrigen Elbbrücken sollen aber geöffnet bleiben, versichert Reinhard Koettnitz, der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes. Auch bei den Dresdner Verkehrsbetrieben gibt es immer mehr Einschränkungen.

Auch die Dresdner Theater müssen auf die angespannte Hochwassersituation reagieren. Wie die Semperoper mitteilte, kommt es aufgrund der aktuellen Hochwassergefährdung zu Änderungen im Spielplan. Die für Donnerstag geplante Vorstellung von Orlando findet um 19 Uhr in einer eingeschränkten szenischen Variante statt, da die Anlieferung der benötigten Kulissenteile nicht gewährleistet ist. Der William Forsythe Ballettabend am Freitag sowie „Die Zauberflöte“ am Sonntag können wie geplant aufgeführt werden. Die Semperoper lässt am Dienstag die vorstellung von "Prinz Bussel" ausfallen, auch im Schauspielhaus wird Dienstag und Mittwoch nicht gespielt.

Die Stadt hat alle Sportstätten und Bäder bis einschließlich Sonntag gesperrt. Nach Amts- und Landgericht schloss am Dienstag auch das Oberlandesgericht seine Türen. Die Stadtverwaltung sagte alle Gremiensitzungen ab. Das Bürgerbüro in der Theaterstraße wurde ebenfalls geschlossen. Zum einen werden hier die Keller beräumt, zum anderen will die Stadt vorsichtshalber sämtliche Daten sichern. Zahlreiche Schulen und Kitas sind geschlossen.

Bürgermeister Sittel appelliert an Schaulustige

Dresdens Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) appellierte am Dienstag noch einmal an die vielen Schaulustigen. Man sollte keinesfalls die Einsatzkräfte behindern und betroffene Einwohner in Ruhe lassen. "Sie sind zum Teil schon genervt", stellte Sittel fest.

Stephan Lohse / Christoph Springer

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