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Hochwasser: Dresden ruft Katastrophenalarm für mehrere Stadtteile aus - Pegel bei fast 6,70 Metern

Hochwasser: Dresden ruft Katastrophenalarm für mehrere Stadtteile aus - Pegel bei fast 6,70 Metern

Die Stadtverwaltung hat am Montagmittag um 11 Uhr Katastrophenalarm für mehrere Stadtteile ausgerufen. Betroffen sind Zschieren, Kleinzschachwitz, Laubegast, westliche Stadtteile von Gohlis, Cossebaude und Stetzsch.

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Das Terrassenufer ist seit Montagmorgen überspült.

Quelle: Stephan Lohse

Die Bevölkerung wird gebeten, auf unnötige Fahrten mit dem PKW zu verzichten und die Einsatzfahrzeuge nicht zu behindern. Zudem wird davor gewarnt, Deiche zu betreten. Es droht Lebensgefahr. Der Pegel Dresden stand 14.00 Uhr bei 6,69 Metern.

„Ich habe um 11 Uhr nach intensiver Beratung mit den Experten des Umweltamtes und der Feuerwehr entschieden, für die Stadtteile entlang der Elbe Katastrophenalarm auszurufen", erklärte Oberbürgermeisterin Helma Orosz. "Die derzeitige Situation erinnert stark an die Ereignisse im August 2002. Ich hoffe aber sehr, dass wir nicht ein ähnliches Szenario erleben, sondern dass die Pegel vorher fallen."

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Die Lage in Laubegast und am Blauen Wunder

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Orosz weiter: "Die Landeshauptstadt hat sich intensiv mit dem Hochwasser 2002 beschäftigt und ihre Lehren daraus gezogen. Rund 130 Millionen Euro wurden seit dem in den Hochwasserschutz entlang der Elbe und den Nebenflüssen investiert, und dies zahlt sich schon jetzt aus. Klar ist aber auch, dass es Stadtteile geben wird, die von dem Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Zu nennen sind hier vor allem Laubegast, aber auch Cossebaude. Die Einsatzstäbe der Verwaltung und Feuerwehr und die zahlreichen Einsatzkräfte vor Ort werden alles daran setzen, Schaden für Leib und Leben abzuwenden."

Am Montagmorgen um 9 Uhr erreichte der Wasserstand der Elbe die Marke von 6,50 Metern, am späten Mittag stand der Pegel bei knapp 6,70 Metern. Am Sonntagabend war der Fluss auch im Zentrum über die Ufer getreten. Das Terrassenufer steht rund einen Meter unter Wasser, die Flutschutztore an der Weißeritzstraße/Heinz-Steyer-Stadion und an der Messe sind geschlossen. An zahlreichen Stellen in Dresden sind ufernahe Straßen gesperrt und teils schon überspült. Am Vormittag rief die Stadt die höchste Warnstufe vier aus.

In der Nacht hatte der Elbpegel die 6-Meter-Marke überschritten. Es wird erwartet, dass auch der Stand von sieben Metern überschritten wird, da der Elbe von der Moldau und den Nebenflüssen noch weitere Wassermassen drohen. Das Umweltministerium rechnete am Montag mit einem Pegel von bis zu neun Metern - das ist fast so viel wie bei der Jahrhundertflut im August 2002 (9,40 Meter).

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Laubegast bereitet sich auf das Hochwasser vor. (Bild vom 3.6.2013)

Quelle: Dominik Brüggemann

Der Stadtteil Laubegast wäre dann wieder eine Insel - von der Elbe und einem Arm des Flusses eingeschlossen. Dort räumten am Vormittag einige Anwohner die Erdgeschosse ihrer Häuser leer. Am Ruderhaus sowie vielen anderen Häusern bauten die Bewohner und Anlieger Schutzwände auf und brachten Wertgegenstände in Sicherheit. Die Stadt Dresden ging am Vormittag derweil noch von einem Pegel um 8,50 Meter aus.

Ab einem Pegelstand von 7,10 Meter wird das Blaue Wunder gesperrt. Zudem kämpfen die Einsatzkräfte darum, am Diakonissenkrankenhaus die Holzhofgasse offen zu halten. Die Prognosen weisen aber auch hier auf eine Sperrung hin.

Unter der Telefonnummer (03 51) 4 88 76 66 schaltet die Stadt seit 10 Uhr ein Bürgertelefon. Mehrere Grundschulen sind geschlossen, an vielen Stellen sind ufernahe Straßen gesperrt. In besonders neuralgischen Gebieten wie Laubegast bereiten sich die Anwohner darauf vor, dass die Elbe über die Ufer tritt. Anwohner räumen die Erdgeschosse ihrer Häuser, Sandsäcke werden gestapelt.

An der Weißeritz wurde am Mittag die höchste Warnstufe vier ausgerufen, am Lockwitzbach gingen die Pegel seit der Nacht zurück, hier war der Höchststand zunächst bei 1,40 Metern, das ist Warnstufe drei. Flüsse wie die Gottleuba oder die Müglitz standen am Montag noch bei Warnstufe eins.

Die Dresdner Polizei half am Montagmittag hauptsächlich der Feuerwehr mit Unterstützungsarbeiten aus. „Wir helfen beispielsweise beim Aufbau von Straßensperren“, berichtete ein Sprecher der Polizei. Momentan bereiten die Beamten eine Führungsstabsstelle vor. Inzwischen sei auch der Dienst auf ein 12-Stunden-Schichtsystem umgestellt worden. Das Technische Hilfswerk (THW) Sachen/Thüringen mit Sitz in Altenburg richtet seinen Fokus auf das Leipziger Umland. „Im Raum Dresden sind bislang 30 Leute im Einsatz“, berichtete ein Sprecher gegenüber DNN-Online. In Nossen helfen einige Mitarbeiter aus und in Dresden selbst ist ein THW-Berater im Krisenzentrum im Einsatz. „Wir sind schon stark ausgereizt“, so der Sprecher. Insgesamt seien aktuell 350 Helfer in Sachsen im Einsatz. Rund 40 Dresdner THW-Helfer rückten nach Bannewitz aus, da in Dresden die Situation noch verhältnismäßig ruhig sei.

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Süd- und Ostdeutschland versinken im Hochwasser - und das Regenwetter dauert an. Foto: Andreas Gebert/

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Auch in Cotta beobachten zahlreiche Schaulustige die Wassermassen.

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In Mickten werden Hochwasserschutzwände installiert. Oberbürgermeisterin Orosz und Innenminister Ulbig machten sich persönlich ein Bild.

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Katastrophenalarm im Oberen Elbtal

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Am Club Bärenzwinger wurden am Montagmorgen Sandsäcke gestapelt um das Lokal zu schützen.

Quelle: Stephan Lohse

Derweil gilt seit dem Morgen auch für das Obere Elbtal und Kommunen entlang des Flüsschens Weißeritz Katastrophenalarm. Evakuierungen würden vorbereitet, teilte das Landratsamt in Pirna mit. Betroffen sind die Touristenorte entlang der Elbe zwischen Heidenau und Bad Schandau sowie Gemeinden im Osterzgebirge. Nach derzeitigen Prognosen des Landeshochwasserzentrums solle die Elbe am Pegel Schöna am Vormittag auf sieben Meter und bis Mittwoch auf bis zu 11,05 Meter ansteigen.

„Wir wollen die Menschen für die extreme Hochwasserlage sensibilisieren, damit sie Vorsorge treffen“, sagte eine Sprecherin der Behörde. Wie viele Einwohner betroffen sind, konnte sie noch nicht sagen. In Bad Schandau begannen am Montag die Evakuierungen.

Laut Florian Engelmann von Deutschen Wetterdienst in Leipzig war der Regen in den vergangenen 24 Stunden besonders stark. In Wilsdruff fielen 72 Liter pro Quadaratmeter, in Dippoldiswalde 65 Liter. Langsam verlagere sich das Regengebiet aber nach Osten. Ein Hoch über den britischen Inseln schiebe den Regen jetzt in Richtung Lausitz und Zittauer Gebirge.

Grimma: Pegel von 2002 wird wieder erwartet

In der Muldenstadt Grimma geht man unterdessen davon aus, dass die Hochwassermarke der Jahrhundertflut von 2002 erreicht wird. Am Morgen stand das Wasser an der Pöppelmannbrücke bei 6,30 Meter und auf dem Markt 1,50 Meter hoch. Unterdessen wurde die Evakuierung der Altstadt fortgesetzt. Dabei sind auch zwei Boote und ein Hubschrauber im Einsatz. Bislang wurden etwa 2000 Menschen in Sicherheit gebracht. Die meisten kamen bei Freunden oder Verwandten unter. Etwa 170 Betroffene verbrachten die Nacht in einer Turnhalle nahe der Altstadt. Die Stadt Grimma bedauerte, dass sich „beratungsresistente“ Bürger der Aufforderung zur Evakuierung widersetzen.

Die sächsische Regierung hatte in der Nacht zum Montag in einem Appell an die Bevölkerung vor der Situation gewarnt und zur Vorsicht aufgerufen. Anwohner in den betroffenen Gebieten sollten Vorkehrungen treffen, teilte das Innenministerium mit. Über eine spezielle Internetseite (www.zuers-public.de) könnten sich Bürger standortgenau über die Gefahrensituation informieren.

Im Vogtlandkreis und im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge werden noch bis Montagmittag extreme Niederschläge erwartet. Auf der Übersichtskarte des Landeshochwasserzentrums tauchen immer mehr Pegel mit roter Farbe auf - das ist die höchste Warnstufe (4). Davon waren unter anderem Pegel an der Weißen Elster im Vogtland, der Freiberger Mulde und der Vereinigten Mulde betroffen.

An der Zwickauer Mulde deutete sich in der Nacht zum Montag zumindest keine weitere Verschärfung mehr an. Die Stadt Zwickau konzentriert sich auf die Kontrolle der Deiche, will aber am Montag den Straßenbahnbetrieb wieder aufnehmen. Die Evakuierungen der Stadtteile Schlunzig und Crossen bleiben bis auf weiteres aufrechterhalten, wie es hieß

sl / dbr / dpa

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