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Hitzige Debatten um Asylbewerberheime in Dresden: Bürger fühlen sich von der Stadt übergangen

Hitzige Debatten um Asylbewerberheime in Dresden: Bürger fühlen sich von der Stadt übergangen

Die Wogen schlugen hoch am Montagabend in der konstituierenden Beratung des neuen Prohliser Ortsbeirates. Der Bürgersaal konnte die in Scharen herbeigeeilten Einwohner mit seinem Potenzial an Sitz- und Stehplätzen nicht fassen.

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Ein leerstehendes Wohnhaus in der Lockwitztalstraße soll in 15 Wohneinheiten bis zu 72 Asylbewerber aufnehmen.

Quelle: Peter Weckbrodt

Auch vom Vorraum aus verfolgten Besucher die sich heftig entzündende Diskussion zu einer nachträglich eingebrachten Stadtratsvorlage. „Sicherung einer bedarfsgerechten Unterbringung von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern in der Landeshauptstadt“ heißt das  neue Gesprächshema. Es sorgt für viel Zündstoff in der Stadt. Immerhin: Die Notwendigkeit einer menschenwürdigen Unterbringung dieses Personenkreises in der Stadt wurde von keinem der Diskussionsteilnehmer in Prohlis in Frage gestellt.

Die Bürger der Stadtteile Prohlis und Leuben fühlen sich aber in einem besonderen Maße – ihrer Meinung nach sogar unverhältnismäßig – mit Asylbewerberheimen belastet. Bereits jetzt gibt es im Ortsamtsbereich mehrere dezentrale Gewährleistungsheime, keine Gemeinschaftsheime. Geplant ist die Schaffung von 222 Übergangswohnheimplätzen, davon 72 in einem dreigeschossigen, derzeit leerstehenden Wohnhaus auf der Lockwitztalstraße. Es wird als gut geeignet bewertet und soll im Juli 2015 belegt werden.

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Durch den erhöhten Bedarf an Plätzen muss Dresden auch mehr Geld ausgeben.

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Für besonders erregte Diskussionen sorgten die Pläne von Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos), einen in der Heidenauer Straße, also unweit von der Lockwitztalstraße,  vorhandenen Bürokomplex als Clearingstelle zu nutzen. Das hieße, alle ankommenden, noch nicht zugewiesenen Personen kämen darin für jeweils etwa einen Monat unter. Schon in der vorgesehenen hohen Kapazität von 150 Plätzen sehen die Niedersedlitzer ein beträchtliches Konfliktpotenzial. Sie verweisen insbesondere auf den nahen Standort der 90. Grundschule in der Kleinlugaer Straße.

Viel Diskussionsstoff bot auch das Problem der ausreichenden fachgerechten Betreuung und  Bewachung. Sozialamtsleiterin Susanne Cordts bekundete den Willen ihres Amtes, diese mit einem Schlüssel von einem Betreuer für jeweils 150 Asylbewerbern abzusichern. So seien für das Heim auf der Lockwitztalstraße neben dem Heimleiter weitere zwei Betreuer mit Sprachkenntnissen vorgesehen. Die Amtsleiterin setzt auf Mittel vom Freistaat.

Generell bemängelten Bürger wie Ortsbeiräte, dass zuerst die Stadträte zu einem solch hochbrisanten Thema einen kompletten Maßnahmeplan erhalten haben, das Gespräch zur umfassenden Aufklärung der Bürger aber erst danach beginnen würde.Nach fast zweistündiger umfassenden Diskussion und Beratung stimmten die Ortsbeiratsmitglieder der Stadtratsvorlage mehrheitlich zu mit der Aufforderung, orts- und zeitnah Einwohnerversammlungen zum Thema durchzuführen. Am Mittwoch um 19 Uhr tagt der Ortsbeirat Leuben zum gleichen Thema im Festsaal der Cultus gGmbH in Altleuben 10.

Peter Weckbrodt

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