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Hilfe auf Wunsch: Was die DVB für gehbehinderte Fahrgäste tun

Hilfe auf Wunsch: Was die DVB für gehbehinderte Fahrgäste tun

Gerald Kümmeritz hat Kopfschmerzen. Ihm ist immer wieder übel, der 53-Jährige ist seit fast zwei Wochen krankgeschrieben. Auslöser seiner Beschwerden war ein Unfall am 1. Oktober.

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Gerald Kümmeritz schlug bei dem Versuch, mit seinem Rollstuhl in die Bahn zu gelangen, mit dem Kopf auf.

Quelle: D. Flechtner

Kümmeritz, der in einem Rollstuhl sitzt, wollte zur Physiotherapie nach Gorbitz. Von Löbtau nimmt er dafür immer eine Straßenbahn der Linie 7. Doch am 1. Oktober hat er es gar nicht erst in die Bahn geschafft.

Kümmeritz wollte an der Haltestelle Tharandter Straße in die "7" einsteigen. "Der Fahrer kam raus, klappte die Rollstuhlrampe aus und sagte, er dürfe mir aus rechtlichen Gründen nicht helfen". Der an multipler Sklerose leidende Dresdner schaffte es aber nicht in die Bahn. "Ich habe es versucht, bin aber auf halber Höhe nach hinten umgekippt, die Steigung war zu groß." Der 53-Jährige kippte rückwärts mit dem Rollstuhl um und schlug mit dem Kopf auf die Straße auf. "Ich war einen Moment lang bewusstlos, Passanten haben mich dann wieder in den Rollstuhl gesetzt, der Straßenbahnfahrer hat Rettungswagen und Dispatcher gerufen". Dann musste die Straßenbahn weiterfahren, "da war schon ein großer Stau", erinnert sich Kümmeritz noch.

Verkehrsbetriebe-Sprecher Falk Lösch sieht den Fall etwas anders. "Wenn ein Fahrer um Hilfe gebeten wird und er sich körperlich dazu in der Lage sieht, dann kann er helfen und ist dabei auch versichert", sagte Lösch. Doch nicht alle Betroffenen würden auch um Hilfe bitten. "Einige möchten das gern allein bewerkstelligen und damit dokumentieren, dass sie ohne Hilfe auch zurechtkommen", berichtet der DVB-Sprecher.

Kümmeritz verlässt sich lieber auf den Begleitservice des Unternehmens, hat aber schlechte Nachrichten zu diesem Angebot gehört. "Den gibt es nur noch bis Jahresende", sagt der 53-Jährige. Dabei sei der Bedarf "riesengroß". "Man muss sich sehr zeitig anmelden", weiß der Rollstuhlfahrer zu berichten, wenigstens eine Woche vor dem Wunschtermin. "Am 1. Oktober habe ich einfach keinen Termin bekommen."

Lösch kann ihn beruhigen: "Wir würden das Projekt gern weiterführen", sagt Lösch. Womöglich müssen sich die DVB dafür aber einen neuen Partner suchen. Es gebe Probleme mit dem Trägerunternehmen für diesen Service, derzeit sei "noch ein bisschen unklar, wie die Sache tatsächlich weitergeht". Die DVB seien jedenfalls weiter dabei. "Wir stellen die Koordination, Organisation und Technik, dazu kostenlose Dienstkleidung und einen Teil des Lohnes."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.10.2013

Christoph Springer

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