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Hightech aus Dresden auf Hannovermesse

Hightech aus Dresden auf Hannovermesse

Schwebende Supraleit-Stühle, fliegende Augen und gedruckte Öko-Generatoren: Der Hightech-Standort Dresden ist derzeit mit über 50 Ausstellern und rund 250 Produkten auf der "Hannover-Messe", der weltweit bedeutendsten Industriemesse, vertreten.

Die Nachfrage der Fachbesucher ist groß. "Wir können sehr zufrieden sein", meint Uwe Lienig von der Wirtschaftsförderung Sachsen. Sachsenwerk-Sprecherin Sabine Michel sagt: "Mit den Kundengesprächen geht es Schlag auf Schlag."

Von Heiko Weckbrodt

Er scheint den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen und sieht futuristisch aus: Die Dresdner Firma Evico und deren Automatisierungspartner Festo bitten Besucher der Hannovermesse nicht etwa, auf einem schnöden Holzstuhl Platz zu nehmen, sondern auf dem schwebenden Sessel "Supra-Linear-Motion". Supraleitmagneten aus Dresden, die mit flüssigem Stickstoff auf ihre "Wohlfühltemperatur" um die minus 196 Grad Celsius heruntergekühlt werden, heben das Hightech-Ruhemöbel anderthalb Zentimeter über dem Boden. Ein kleines Wippen genügt und der Sitzende schwebt samt Sessel vorwärts... "Die Resonanz ist super", berichtet Festo-Sprecherin Simone Schmid.

Zu kaufen gibt es den Supraleit-Schwebesessel zwar in keinem Möbelmarkt - und es ist eher unwahrscheinlich, dass sich jemand solch ein teures Hightech-Kissen jemals ins Wohnzimmer stellt. "Supra-Linear-Motion" demonstriert vielmehr, wie schwebende Straßenbahnen in naher Zukunft funktionieren, sensible Produkte in Reinraumfabriken reibungslos transportiert oder gefährliche Substanzen in Laboren ohne mechanischen Kontakt zur Außenwelt untersucht werden können.

Äußerlich eher winzig wirkt dagegen eine Erfindung von Dresdner Fraunhofer-Forschern, die freilich große Wirkung auf unser aller Energiebilanz haben könnte: Wissenschaftler des Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) zeigen auf der Messe gedruckte Miniatur-Generatoren, mit denen sie Kraftwerkskühltürme und vielleicht sogar Hausschornsteine beschichten wollen, damit die Abwärme nicht einfach nutzlos in die Luft blasen, sondern daraus Strom erzeugen. Die biegsamen Polymer-Generatoren nutzen die Temperaturunterschiede zwischen "draußen" und "drinnen", um Elektronen - und damit Strom - in Fluss zu bringen.

Auf die "Generation iPhone" hat sich die Dresdner Firma "eZelleron" eingeschossen. Sie hat Mikro-Brennstoffzellen und -gasbatterien entwickelt, die Tablettcomputer auch im Camping-Urlaub weit jenseits der Internet-Zivilisation mit "Saft" versorgen. "Allein die Gasmenge eines Feuerzeugs sichert Ihnen bis zu 100 Stunden Audiowiedergabe Ihres iPhones", verspricht das Unternehmen.

Das Sachsenwerk stellt derweil Motoren vor, die ihre Kenndaten berührungslos an Computer melden. T-Systems Dresden führt internetgestützte Ersatzteilportale vor, mit denen die Nutzer aus der Ferne per Tablet-Miniprogramm (App) Bestellungen zusammenstellen können. Mikromat zeigt neue Präzisionsfräsen - und konnte in Hannover gleich einen Vertrag mit einem niederländischen Zulieferunternehmen abschließen. Die TU ist unter anderem mit Leichtbautechnologien für Elektrofahrzeuge vertreten.

Ein Hingucker sind nicht zuletzt auch die "CamCopter" der Dresdner "Hexapilots", die an eine Miniaturausgabe des "Fliegenden Auges" aus dem gleichnamigen Film erinnern: Kleine Hubschrauber mit acht Rotoren und Videokameras an Bord, die eingesetzt werden, um Windparks aus luftiger Höhe zu inspizieren. Na dann: Guten Flug...

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.04.2013

Heiko Weckbrodt

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