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Herzspezialist kreiert Jubiläums-Cuvée: Tropfen soll an die weinbauliche Tradition in Loschwitz erinnern

Herzspezialist kreiert Jubiläums-Cuvée: Tropfen soll an die weinbauliche Tradition in Loschwitz erinnern

Links das Blaue Wunder, rechts die Waldschlößchenbrücke: Auf dem Plateau des Loschwitzer Weinbergs, rund 50 Meter über der Elbe, liegt einem Dresden sprichwörtlich zu Füßen.

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Winzer im Nebenerwerb in erhabener Lage: Eckhard Meisel mit seinem Jubiläumswein.

Quelle: Lars Müller

In der Steillage mit typischen Terrassen baut Dr. Eckhard Meisel seit 2007 Wein an. Der Herzspezialist kultiviert mit Hilfe des gelernten Winzers Vincent Scholze traditionellen Traminer, Riesling und Weißburgunder auf knapp 3000 Quadratmetern. Aus diesen drei Rebsorten hat der Mediziner gemeinsam mit dem Weinbauern und gelernten Steinmetz Karl Friedrich Aust aus Radebeul eine Cuvée zum 700. Ortsjubiläum von Loschwitz kreiert.

"Wir haben lange probiert und schließlich die passende Mischung gefunden", sagt Meisel, der diesen besonderen Wein nicht allein in fremde Hände geben wollte. 55 Prozent Weißburgunder, 25 Prozent Riesling und 20 Prozent Traminer enthält die Jubiläums-Cuvée. "Alle Trauben sind im vergangenen Jahr hier auf dem Loschwitzer Weinberg gereift", betont der gebürtige Leipziger, der eine gewisse Gelassenheit und viel Bodenständigkeit ausstrahlt - trotz des erhabenen Gefühls, das einem dort oben im Weinberg zwangsläufig überkommt.

Er sei zwar auf die Einnahmen aus dem Wein nicht angewiesen, wolle aber trotzdem hochwertige Tropfen anbieten, sagt Meisel. In den vergangenen Jahren konnten meist um die 1600 Flaschen abgefüllt werden - was beweist, dass der Ertrag im Weinberg für optimales Lesegut stets stark reduziert wird. In der lokalen Gastronomie und im ausgewählten Fachhandel sind die Weine vom Loschwitzer Weinberg zu haben. In Absprache können Weinfreunde aber auch die Steillage besichtigen und die Tropfen im eigens in den Weinberg gegrabenen Keller aus Sandstein verkosten.

Die Jubiläums-Cuvée ist streng auf 700 Flaschen limitiert - angelehnt an das Alter von Loschwitz. Zum Elbhangfest am Wochenende soll dieser Wein erstmals offiziell ausgeschenkt werden, sagt Meisel. Er versteht ihn als eine Reminiszenz an die weinbauliche Tradition von Loschwitz. Sollte der Verschnitt gut ankommen, kann sich der Weingärtner im Nebenerwerb durchaus weitere Sonderauflagen in den kommenden Jahren vorstellen. Das sollten aber die Weinfreunde entscheiden oder vielleicht die Organisatoren des Elbhangfestes, meint er.

Seine Rebflächen sind zentraler Teil des ehemaligen Weinbergs von Johann Melchior Dinglinger, dem Goldschmied und Hofjuwelier Augusts des Starken. Der Weinbau in dieser exponierten Lage ist seit dem 17. Jahrhundert nachgewiesen. Als der Kardiologe 2004 das Grundstücke kaufte und sein Haus plante, sei es immer Ziel gewesen, Bäume und Gestrüpp zu roden und wieder einen Weinberg anzulegen. Schließlich erhielt er dafür die begehrten Rebrechte. Der Boden besteht aus feinem Sand, der auf Elbniveau bis fünf Meter in die Tiefe reicht und im oberen Teil des Weinbergs eine bis zu 55 Meter dicke Schicht bildet. Der schnell erwärmte Sand, eine beständige Luftströmung und die Elbe sorgen für ein mediterranes Mikroklima, das den Rebstöcken bekommt. Der noch junge Weinberg ist mit einer Tropfenbewässerung ausgestattet - das ist nahezu unerlässlich bei dem sandigen Untergrund.

Auf dem Elbhangfest werden neben der Jubläums-Cuvée noch zahlreiche andere sächsische Weine ausgeschenkt. In Loschwitz sind die Winzer und Weingüter Vincenz Richter, Walter Schuh, Steffen Schabehorn, Frédéric Fourré, Karl Friedrich Aust, Hoflößnitz und Schloss Proschwitz mit Ständen vertreten. In Pillnitz gibt es sächsische Weine von der Winzergenossenschaft Meissen, dem Winzerhof Rößler, den Weingütern Drei Herren, Ulf Große und Winfried Melzer sowie ebenfalls von der Hoflößnitz.

Webcam zum Loschwitzer Weinberg: www.loschwitzer-weinberg.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.06.2015

Lars Müller

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