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„Herz statt Hetze“ gegen Pegida – Tausende werden in Dresden erwartet

Ein Jahr Pegida „Herz statt Hetze“ gegen Pegida – Tausende werden in Dresden erwartet

In der Dresdner Innenstadt wird am Montagabend Ausnahmezustand herrschen. Zum Einjährigen der fremdenfeindlichen Pegida-Demonstrationen werden Zehntausende in der Stadt erwartet, dazu kommen ein hohes Polizeiaufgebot und Verkehrschaos.

Quelle: DNN

Dresden. In der Dresdner Innenstadt wird am Montagabend Ausnahmezustand herrschen. Zum Einjährigen der fremdenfeindlichen Pegida-Demonstrationen werden Zehntausende in der Stadt erwartet, dazu kommen ein hohes Polizeiaufgebot und Verkehrschaos.

Pegida selbst wird an diesem Abend nicht laufen, sondern veranstaltet lediglich eine stationäre Kundgebung, zu der mehr als zehntausend Menschen erwartet werden, darunter auch Rechtsextreme und Hooligans aus ganz Deutschland, die seit Wochen zur Fahrt nach Dresden aufrufen. Ihnen gegenüber dürften auch gewaltbereite Linksautonome stehen.

Auf der Gegenseite ruft ein breites Bündnis die Dresdner auf, Gesicht gegen Pegida zu zeigen. Unter dem Titel „Herz statt Hetze“ sind vier Demonstrationszüge angemeldet, die von verschiedenen Punkten aus ins Zentrum führen. Der erste Demo-Zug startet bereits 16.20 Uhr an der TU Dresden, der letzte gegen 18 Uhr am Straßburger Platz. Anschließend findet auf dem Postplatz bis 22 Uhr noch ein Konzert mit mehreren Bands und Redebeiträgen statt.

Auch hier werden Tausende Menschen erwartet. Auch eine Internetaktion unter dem Hashtag #IchBinDresden findet immer mehr Teilnehmer, die ein Zeichen gegen Pegida setzen wollen. Sowohl bei Twitter, auf Facebook und auf Instagram gibt es viele gefühl- und humorvolle Foto-Aktionen von Prominenten, Politikern, Kulturschaffenden und Bürgern.

Hoffnung auf friedlichen Verlauf

Die Veranstalter rufen genauso wie Polizei und Politiker zu Besonnenheit auf. Die Polizei ist mit Kommunikationsteams im Einsatz.

Im Vorfeld verzeichnete die Polizei mehrere politisch motivierte Vorfälle. In Übigau wurden Asylgegner angegriffen, die seit Wochen eine Turnhalle blockieren, in die Flüchtlinge ziehen sollen. Im nahen Mickten wurde in der Nacht zu Montag ein linkes Wohnprojekt attackiert, dessen Bewohner sich für Flüchtlinge einsetzen. Am Montagvormittag wurde das Reiterstandbild auf dem Theaterplatz mit bunter Farbe beschmiert und mit Anti-Pegida-Aufklebern versehen.

Durch die zahlreichen Veranstaltungen dürfte es vor allem zwischen 17 Uhr und 19 Uhr im 26er-Ring zu zahlreichen Verkehrseinschränkungen kommen. Von diesen wird auch der Bus- und Straßenbahnverkehr betroffen sein. Die Polizei kündigte temporäre Straßensperrungen an. Unter der Telefonnummer (0351) 483-3000 ist bis 22 Uhr ein Kontakttelefon der Polizei geschaltet.

Warnung vor Hetze

Politiker und Verbände warnen derweil vor Hetze. „Wer Galgen und Hitlerbärten hinterher läuft, für den gelten keine Ausreden mehr“, sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) am Montag in Berlin. „Pegida sät den Hass, der dann zur Gewalt wird.“

Das Internationale Auschwitz Komitee sprach von einer verbalen Aufrüstung der Dresdner Bewegung: „Die Tonlage der Pegida-Demonstranten verschärft sich zusehends. Ihre Drohungen gegenüber Politikern und Journalisten wirken verhetzend und aufstachelnd“, erklärte Vizepräsident Christoph Heubner und nannte als Beleg das Attentat auf die neu gewählte Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Heubner sieht vor allem die Polizei gefordert: „Sie symbolisiert die wehrhafte Demokratie und muss das Zeigen von Gewaltsymbolen, Mordaufrufe und Hassparolen sofort unterbinden.“

Auch Linke-Parteichefin Katja Kipping warnte vor einer Eskalation der Gewalt in Deutschland. Das gesellschaftliche Klima sei deutlich rauer geworden, sagte sie am Montag im rbb-Inforadio: „Es gibt eine neue Unverfrorenheit, auch eine neue Gewalteskalation. Wenn der braune Mob einmal loslegt, kann es jeden treffen.“ Bündnissen wie Pegida warf Kipping vor, Gewaltausbrüche wie das politisch motivierte Attentat auf Henriette Reker zu begünstigen: „Pegida, AfD und Co haben ganz klar eine gesellschaftliche Stimmung mit angeheizt, die dann genau zu solchen erschreckenden Übergriffen führen.“ Kipping forderte ein breites Bündnis gegen den „braunen Mob“.

Nach Ansicht der Grünen haben das fremdenfeindliche Pegida-Bündnis, die rechtspopulistische AfD und Hasskommentatoren in sozialen Netzwerken den Boden für den Messerangriff von Köln bereitet. Stimmungsmache gegen Ausländer und Flüchtlinge habe nichts mehr damit zu tun, dass Bürger ihre Besorgnis ausdrückten, sagte Fraktionschefin Göring-Eckardt am Montag im ARD-Morgenmagazin: „Das ist der Versuch, die Demokratie abzuschaffen.“ Wer jetzt bei Pegida mitlaufe, der müsse wissen, dass er sich in Gesellschaft von „neuen Nazis“ befinde.

DNN (mit dpa)

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