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Herrschaftliche Aussichten auf das Elbtal

Herrschaftliche Aussichten auf das Elbtal

Das schlanke Uhrentürmchen - eine Art Wahrzeichen des Schlosses Wachwitz - leuchtete als erstes wieder hell türkis über den Bäumen hervor. Der Dachreiter ist samt Uhrwerk repariert, das Zinkblech farbbeschichtet.

Von Genia Bleier

Auch die Glocke ist noch vorhanden, wird aber wohl die künftigen Bewohner des ehemals prinzlichen Familienschlosses nicht aus dem Schlaf holen. Der einstige Wettin-Besitz gehört jetzt einer Eigentümergemeinschaft und steht kurz vor dem Abschluss der Sanierung. Bis Ende des Jahres soll das Gebäude in neuem Glanz erstrahlen, informiert Sigrid Mickan, Projektleiterin der VVK für den gesamten Königlichen Park, wie das Wachwitzer Areal nun heißt.

Für die Gestaltung des Außengeländes werde man noch etwas länger benötigen. Aber für die im Schloss entstehenden 20 Wohnungen mit Größen zwischen 70 und 160 Quadratmetern beginnt kommende Woche die Vermietung, so Mickan. In die einstige Kapelle, noch mit originalem Deckengemälde und teilweise originalem Parkett bis unter das zusätzlich ausgebaute Dachgeschoss, zieht ganz normales bürgerliches Leben ein. Das heißt, die repräsentativen Räume der mittleren Erdgeschoss-Wohnung oder der phantastische Weitblick aus den Fenstern darüber bzw. vom Balkon auf der Elbseite sind schon eher ungewöhnlich und bieten eine besondere Art von Luxus.

Äußerlich sieht das 1936/37 von Lossow & Kühne errichtete Gebäude mit den zwei Seitenflügeln schon beinahe perfekt aus. Das Dach ist mit Biberschwänzen eingedeckt und fertig ausgebaut (einige kleinere Zusatzfenster hat der Denkmalschutz erlaubt). Die Fassade ist in der Art des originalen grobkörnigen Putzes neu verputzt. Der graubraune Naturton wird nicht überstrichen. Auch die hellgrünen Rollläden sind schon vorhanden und die schmiedeeisernen, teils vergoldeten Balkongitter angebracht. "Die alten Fenster sind zu 90 Prozent vom Tischler aufgearbeitet worden", erklärt Mickan. "Auch die ursprünglichen Außenlampen und die Glasleuchten im Treppenhaus kommen wieder."

Das Immobilienunternehmen VVK als Investor und die Dresdner Architektin Kerstin Krusche arbeiten eng mit dem Denkmalschutz zusammen. Auch im Inneren bleiben Stuck, Türzierrat, Wandgestaltung und Geländer des Treppenhauses wie zur Erbauung erhalten. Selbst der rote Teppich soll wieder vorhanden sein. Dienstbotenaufgänge gehören allerdings der Vergangenheit an, dafür gibt es neue Treppenhäuser in den Seitenflügeln. Noch sind viele Gewerke unter dem Generalauftragnehmer Wolff & Müller beschäftigt (die Firma baut auch am Postplatz das Zwinger-Forum der TLG).

So soll die derzeit sehr dominante, betonlastige Tiefgarage für 33 Stellplätze noch mit Naturstein verkleidet werden und künftig mehr im Gelände verschwinden. Wie einst führt eine seitliche Treppe zum Schloss-Vorplatz. Der gesamte Platz muss noch begradigt und mit Granitpflaster belegt werden und der Brunnen seine restaurierten Steinteile zurückerhalten. Die Arbeiten seien durch den felsigen Untergrund sehr schwierig, betont Mickan. Auch die technische Ausrüstung des Hauses am Hang hatte ihre Tücken. So musste die Drewag zum Beispiel den Wasserdruck erhöhen.

Käufer der neuen Eigentumswohnungen im Schloss Wachwitz zu finden sei nicht schwer gewesen, sagt Mickan. Sie kommen nach ihren Angaben vornehmlich aus dem Raum Berlin sowie Dresden und Umgebung, wohnen aber nicht selbst hier. Die Wettiner verzichteten bisher darauf, ihren alten Wohnsitz zu besichtigen.

1936/37: Prinz Friedrich Christian, Markgraf von Meißen, lässt Schloss Wachwitz erbauen. Er lebte dort mit Familie und Personal bis zur Enteignung 1945.

Nach 1945: Nutzung durch die Rote Armee

1947-49: "Intourist-Hotel"

Anschließend bis 1990: Sonderschule der FDJ

1990-93: Tagungsstätte und Gästehaus der Medizinischen Akademie Dresden

Danach Leerstand

Juli 2007: Der Freistaat verkauft Schloss und Park Wachwitz an die VVK Unternehmensgruppe.

Dezember 2010: Erste Abbrucharbeiten;

Februar 2011: Baubeginn

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.10.2011

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