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Helmut Baumgärtner ist der neue Kommandeur des Landeskommandos Sachsen

Helmut Baumgärtner ist der neue Kommandeur des Landeskommandos Sachsen

Oberst Helmut Baumgärtner (57) übernimmt heute die Leitung des Landeskommandos Sachsen von seinem Vorgänger Oberst Michael Knop (59) im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Graf-Stauffenberg-Kaserne und sitzt damit künftig an der Schnittstelle zwischen den zivilen Behörden und der Bundeswehr. Von 2007 bis 2012 war Baumgärtner schon einmal in der Landeshauptstadt als Leiter des Taktikzentrums eingesetzt.

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Oberst Helmut Baumgärtner hat ab sofort im Landeskommando Sachsen in der Stauffenbergkaserne das Sagen.

Die DNN haben sich mit ihm über sein Leben als Soldat und die Zukunft der Bundeswehr in Dresden und Sachsen unterhalten.

Sie wohnen in Dresden. Sind Sie froh, nach zwei Jahren Abstinenz wieder nach Elbflorenz zurückzukehren?

Helmut Baumgärtner: Nach einem Dienstposten in Brüssel hat es mich 2007 dienstlich eher zufällig nach Dresden verschlagen. Natürlich sind meine Frau und ich dann in die schöne Landeshauptstadt gezogen, um kein Pendlerdasein führen zu müssen. Weil wir uns hier so wohl fühlen, hat der "Familienrat" bereits 2012 beschlossen, dass wir hier auch nach dem Ende meiner aktiven Dienstzeit bleiben wollen. Auch wenn ich jetzt zwei Jahre in Ulm gedient habe, war ich ja regelmäßig zumindest an den Wochenenden in Striesen bei meiner Frau. Jetzt bin ich froh, dass ich nicht mehr so viel Zeit auf der Autobahn verbringen muss.

Sie sind künftig unter anderem der Vorgesetzte der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie, die sich aus Reservisten zusammensetzt und zum Beispiel zur Unterstützung der aktiven Truppe und im Katastrophenfall eingesetzt wird. Seit drei Jahren ist die Wehrpflicht ausgesetzt. Hat das einen Effekt auf die Anzahl der nachrückenden Reservisten in Ostdeutschland und Sachsen?

Die von Ihnen angesprochene Nachwuchssituation bei den Reservisten ist im Osten Deutschlands nicht so gut wie in anderen Bundesländern, wo es in Jahrzehnten gewachsene Strukturen gibt. Gerade in den sächsischen Landkreisen Vogtland, Mittelsachsen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge suchen wir noch Reserveoffiziere und -unteroffiziere, die sich engagieren möchten. Insgesamt sind wir aber zufrieden mit der Bewerberlage und konnten mit den aus Reservisten bestehenden Verbindungskommandos während des Juni-Hochwassers erfolgreich die zivilen Verwaltungsstäbe beraten.

Über 4200 Bundeswehrangehörige halfen 2013 bei der Bewältigung des Juni-Hochwassers. Sie waren in dieser Zeit als Abteilungsleiter im Kommando Operative Führung in Ulm tätig. Was haben Sie von der Situation in der Region mitbekommen?

Natürlich hat mich meine Ehefrau auf dem Laufenden gehalten. Im Fernsehen und im Radio konnte ich die Entwicklung des Hochwassers, aber auch den gemeinschaftlichen und aufopfernden Einsatz von zivilen Helfern und Soldaten zur Bewältigung der Krise verfolgen. In Ulm haben wir natürlich auch die Hochwasserlage an der Donau beobachtet.

Die Bundeswehrreform hinterlässt auch in Sachsen ihre Spuren. Im vergangenen Jahr wurde die 13. Panzergrenadierdivision aufgelöst und ging teilweise in einem Ausbildungskommando auf. Der Standort Mockrehna wird 2017 komplett geschlossen. Die Zahl der Dienstposten an sächsischen Bundeswehr-Standorten wird von 4500 auf 3600 sinken. Wie wird sich die Bundeswehr in Sachsen in den kommenden Jahren aufstellen?

Die Dienststellen in Sachsen werden derzeit entsprechend der Ende 2011 beschlossenen Pläne umstrukturiert. Änderungen dieser Planungen sind mir nicht bekannt. Der Arbeitgeber Bundeswehr ist gerade im Freistaat mit einem breiten Spektrum an interessanten militärischen und zivilen Laufbahnen sehr attraktiv. Die hiesigen Kasernen sind renoviert worden und bieten eine moderne Infrastruktur und gute Arbeitsbedingungen.

Verteidigungsministerin von der Leyen möchte die Bundeswehr zu "Deutschlands attraktivstem Arbeitgeber" machen. Auf dem Programm stehen "wohnlichere Kasernen", Kitas für Soldatenkinder und ein familienfreundlicheres Arbeitsumfeld. Sind das relevante Ansätze oder sehen Sie andere Herausforderungen, etwa den Ruf nach besserer Ausrüstung, der noch bis vor kurzem die Berichterstattung dominierte?

Wenn die Angehörigen der Bundeswehr mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden sind und dies so weitergeben, ist das die beste Attraktivitätskampagne, die es gibt. Neben den 29 Maßnahmen, die die Ministerin bereits jetzt schon angewiesen hat, wird im Herbst ein Gesetz zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr in den Bundestag eingebracht. Diese Maßnahmen stehen aber nicht im Widerspruch zur ohnehin ständig laufenden Verbesserung der Ausrüstung der Bundeswehr, die aus meiner Sicht im Einsatz und auch im internationalen Vergleich ein weit überdurchschnittliches Niveau hat.

Im Vorfeld eines Konzertes in der Frauenkirche am 30. April gab es in Dresden große Kontroversen um einen Auftritt des Wehrbereichsmusikkorps III aus Erfurt. Unter dem Aufhänger "Keine Militärmusik in Kirchen" kam es zu Protesten. Darüber hinaus sorgten Soldaten, die, wohl auch mit Waffe, in der Dresdner Heide joggten, bei vielen Einwohnern der als alternativ geltenden Äußeren Neustadt für größeres Unbehagen. Auch die Appelle in der Altstadt werden immer wieder von Protesten begleitet. Hat die Bundeswehr gerade in urbanen Räumen ein Kommunikations- und Identifikationsproblem?

Die Bundeswehr ist in Dresden nach meiner Einschätzung sehr gut akzeptiert. Der Protest einzelner gehört zum demokratischen Diskurs, dem sich auch die Bundeswehr und ihre Angehörigen stellen. Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, über deren Einsätze die gewählten Vertreter im Bundestag entscheiden und dort gehört auch diese kontroverse Diskussion hin. Ich bin mir jedoch sicher, dass die Sachsen mit überwältigender Mehrheit zu ihren Soldatinnen und Soldaten und den Bundeswehrstandorten im Freistaat stehen.

Am Gottesdienst in der Frauenkirche konnte ich nicht teilnehmen, weiß aber von Bekannten, dass die musikalische Begleitung durch die Militärmusiker von allen Besuchern gelobt wurde. Es ist übrigens falsch, dass die Appelle in der Altstadt von Protesten begleitet werden. Die DNN haben ja am Dienstag selbst über den Appell der Offizierschule des Heeres auf dem Theaterplatz berichtet, wo die Bevölkerung das militärische Zeremoniell mit hohem Interesse verfolgt hat. Die Nutzung der Dresdner Heide durch die Bundeswehr geschieht übrigens im Einvernehmen mit den zuständigen Behörden und im Rahmen der Auflagen. Da kann ich mit dem Unbehagen einzelner eher leben, als wenn wir unsere jungen Frauen und Männer schlecht vorbereitet in die Einsätze schicken.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.06.2014

Hauke Heuer

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