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Heißt der Merkel-Bau nach Angela? – Dresdner Studenten kennen nicht viele Namensgeber der TU-Gebäude

Heißt der Merkel-Bau nach Angela? – Dresdner Studenten kennen nicht viele Namensgeber der TU-Gebäude

Die Studierenden der Technischen Universität Dresden kennen nur wenige der Personen, die den Unigebäuden ihre Namen gaben. Während viele Studenten mit den Namen Barkhausen, Treffz oder Klemperer noch etwas anfangen können, wissen dagegen die wenigsten, wem der Merkel-Bau oder der Heinz-Schönfeld-Hörsaal ihre Bezeichnungen verdanken.

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Informatiker Matthias Erfurth konnte nachlesen, dass Carl-Friedrich von Gerber Jurist und sächsischer Kultusminister war.

Quelle: Tanja Tröger

„Von 80 Prozent der Gebäude wissen wir nicht, wer dahintersteckt“, geben die Maschinenbau-Studenten Martin, Philipp und Christina zu. „Der ’Getriebe-Zeuner’ hat hier studiert. Unser Professor hat erzählt, dass der wilde Getriebe entwickelt hat, und hat die uns auch in der Vorlesung gezeigt“, so Martin. „Und Mollier hatten wir mal bei Thermodynamik.“ Nach wem allerdings der Kutzbach-Bau benannt ist, in den sie gerade hineinstiefeln, wissen sie nicht.

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Maschinenbau-Studentin Anke (Mitte) schlägt vor, die Namensgeber der Gebäude in Erstsemester-Vorlesungen vorzustellen. Ihre Kommilitonen Ulrike und Benjamin befürworten die Idee.

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An Gustav Anton Zeuner erinnern sich auch die künftigen Maschinenbauer Benjamin, Anke und Ulrike. „Der Zeuner wurde mal in einer Vorlesung vorgestellt“, erzählt Anke, „aber ansonsten wüsste ich nicht, wer die Leute sind. Das Schlimme ist: Ich hab das mal gelesen, weil es mich interessiert hat, aber ich hab es wieder vergessen. Das wäre mal eine Maßnahme, dass die alle in einer Erstsemester-Vorlesung vorgestellt werden!“ Kommilitone Benjamin ergänzt: „Direkt neben der Mensa Mommsenstraße ist ein Gebäude, das ist nach einem ehemaligen Rektor benannt.“ Der Günther-Landgraf-Bau trägt seit 2008 den Namen des ersten frei gewählten TU-Rektors.

Die angehende Landschaftsarchitektin Agnes meint stolz: „Treffz kenn ich! Das war’n Mathematiker. Und der König-Bau – das ist doch so ein Chemie-Typ. Aber der Hülße-Bau, da, wo wir Unterricht haben, da weiß ich nicht, wer das war.“ Anschließend rätselt sie, ob der Schumann-Bau möglicherweise den Namen des Komponisten trägt, verwirft die Idee jedoch wieder. Sicher ist sie dagegen, dass der Merkel-Bau nichts mit der Bundeskanzlerin zu tun hat.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter Axel kennt sich besser aus: „Bei einigen Leuten weiß ich’s: Barkhausen war ein Elektrofritze, und Drude, das war ein Botaniker. Im Andreas-Schubert-Bau steht eine Eisenbahn im Foyer, also hatte der irgendwas mit Zügen zu tun. Aber von Gerber kenne ich nicht.“

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Der Jurist und Professor Carl-Friedrich von Gerber wurde 1871 zum sächsischen Kultusminister berufen. Im von-Gerber-Bau büffeln heute Jura-Studenten, dabei war der noch vor 1989 begonnene Neubau ursprünglich als CAD-CAM-Technologiezentrum geplant.

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Im Von-Gerber-Bau der Juristen absolviert Matthias Erfurth gerade einen Zertifikatskurs zum Patentrecht. „Der von Gerber war wohl ein juristisch Gelehrter und auch mal Minister, aber genau weiß ich’s nicht – das kann auch daran liegen, dass ich nur sechs Semester Jura studiert habe.“ Anschließend habe er auf Informatik umgesattelt, so Erfurth. Heute arbeitet er als Systemadministrator in einem Forschungsinstitut. „Ich weiß aber noch, dass damals immer alle diskutiert haben, ob es Gerber-Bau oder Von-Gerber-Bau heißt.“

Auf die Frage nach den Namensgebern der TU-Gebäude fällt Janin Volkmann sofort ein „Es gibt keine Frauen!“ Volkmann studiert Germanistik und Geschichte und arbeitet im Studentenrat (Stura) als Geschäftsführerin für Öffentlichkeitsarbeit. Stura-Kollege Ullrich Gebler weiß: „Potthoff war Architekt und hat für die Nazis Brücken gebaut. Und Barkhausen hat das Steuergerät für die V2 entwickelt.“ Gebler studiert ebenfalls Geschichte und hat sich mit der Rolle der Technischen Hochschule im Nationalsozialismus beschäftigt.

Die Lehrveranstaltungen der Geisteswissenschaftler finden hauptsächlich in Gebäuden statt, die keine Namen tragen – zumindest keine offiziellen. Man gehe eben ins „blaue Haus“, in die „Sprachbaracke“ oder die August-Bebel-Straße, so Janin Volkmann und Jessica Wenzel, die ebenfalls Geschichte studiert. „Der Flachbau an der Bayreuther Straße heißt bei den Studenten Hermann-Kokenge-Bau als Überbleibsel der Studentenproteste 2009“, berichtet Gebler.

Übrigens: Der Merkel-Bau ist natürlich nicht nach der Kanzlerin benannt. Namensgeber ist Friedrich Merkel (1892–1929), einstiger Professor für Theoretische Maschinenlehre an der TU.

ttr

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