Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Haus auf der Großenhainer Straße in Dresden wird nicht zum Asylheim

Flüchtlingskrise Haus auf der Großenhainer Straße in Dresden wird nicht zum Asylheim

Im Dezember schlugen die Wellen hoch. Seinerzeit wollte die Stadt ein Haus auf der Großenhainer Straße als Flüchtlingsunterkunft anmieten. Die angepeilte Miete sorgte für Wirbel und Ängste vor „Wucherpreisen“. Jetzt haben sich die Wogen in einem Fall geglättet.

Voriger Artikel
Sportbundpräsident Kluger erwartet höhere Förderung für Vereine in Dresden
Nächster Artikel
Boot im WTC Dresden wirbt für „Rudern gegen Krebs“

Im Winter sollte dieses Haus auf der Großenhainer 61/63 noch zur Flüchtlingsunterkunft werden.

Quelle: Archiv

Dresden. Die händeringende Suche der Stadt nach Flüchtlingsunterkünften sorgte vor einem halben Jahr für erhebliche Turbulenzen. 98 Asylbewerber bekam die Stadt damals allein in der zweiten Dezemberwoche zugewiesen. Jetzt haben sich die Wogen in einem umstrittenen Unterkunfts-Fall geglättet.

Die Landeshauptstadt wollte auf der Großenhainer Straße zwei Objekte als Wohnungen für Asylbewerber anmieten. Zehn Euro pro Quadratmeter Kaltmiete wurden angepeilt, deutlich mehr als das ortsübliche Niveau für die bestenfalls mittlere Wohnlage in der Nähe der Bahntrasse. Rund 2,6 Millionen Euro hätte das die Stadt innerhalb der geplanten zehn Jahre Vertragslaufzeit kosten können.

Die Not aufgrund der sprungartig gestiegenen Flüchtlingszahlen war so groß, dass die Stadt kostengünstigere Alternativen nur noch in der Belegung von Turnhallen, Kulturstätten oder Zelten sah. Keine dieser Optionen wäre jedoch im Sinne des Konzepts der Stadt für eine dauerhafte menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen gewesen. 65 Asylbewerber sollen in den Wohnungen unterkommen. Kurz zuvor hatte Sachsens Finanzminister Georg Unland vor „Wucherpreisen“ gewarnt. Die Stadt räumte zwar ein, dass die Miete im oberen Bereich liegen würde, sie spiegele aber die Nachfrage am Markt wieder. Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann warb in einer Hausmitteilung an alle Stadträte um Unterstützung für den Mietvertrag, es komme nicht zur Verdrängung von Mietern. Der letzte verbliebene Mieter in dem Haus sorgte sich um seine Zukunft, hielt es für schwierig, alternativen Wohnraum zu günstigen Konditionen zu finden. Anschläge auf Asylunterkünfte anderenorts lösten jedoch Ängste aus.

Schließlich trat der von rot-grün-roter Mehrheit dominierte Stadtrat auf die Bremse. Der Oberbürgermeister wurde aufgefordert, die Verhandlungen so zu führen, dass die Objekte nur für fünf Jahre mit einer Option zur Verlängerung und zu einem Mietpreis von maximal 7,50 Euro pro Quadratmeter angemietet werden.

Ein halbes Jahr später kann Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) auch das zu den Akten legen. „Der Eigentümer hat von weiteren Aktivitäten zur Vermietung Abstand genommen, damit ist der Vorgang abgeschlossen“, teilte er dem Stadtrat jetzt in einem DNN vorliegenden Schreiben mit. In einer turnusmäßigen Pressemitteilung der Stadt hieß es gestern, in dieser Woche werde der Landeshauptstadt kein Flüchtling zur Unterbringung zugewiesen.

Von Ingolf Pleil

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.