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Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden ist gegen starre Frauenquote

Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden ist gegen starre Frauenquote

In der Debatte um die Frauenquote in den Vorstandsetagen deutscher Unternehmen spricht sich der Hauptgeschäftsführer der Dresdner Industrie- und Handelskammer, Detlef Hamann, klar gegen Vorgaben der Politik aus.

"Derartige Quoten sind abzulehnen. Ob starr oder flexibel, sie bringen keinen weiter", erklärte Hamann gegenüber den DNN.

Bislang bezieht sich die Debatte auf börsennotierte Unternehmen, vor allem Dax-Konzerne. Dort spielen sächsische Firmen keine Rolle. Die rund 250 000 IHK-Unternehmen im Freistaat könnten sich zurücklehnen. Hamann hält mit seinen massiven Bedenken jedoch nicht hinter dem Berg. "Wer Personalpolitik auf Quotenbasis machen muss, wer unter Strafandrohung Bewerber bevorzugen muss, weil sie ein gerade unterrepräsentiertes Merkmal erfüllen, erzeugt letztlich nur Mittelmaß", glaubt der IHK-Manager. Zudem erscheint es ihm fragwürdig, wie sich eine solche Regelung mit dem erst jüngst eingeführten Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz vereinbaren ließe. Hamann: "Was uns ein neues Gesetz aber auf jeden Fall brächte, wären jede Menge Ausnahmetatbestände, Berichtspflichten, Kontrollmechanismen, Kosenquenzsysteme, Widerspruchsregelungen, schlichtweg mehr Bürokratie und die Einschränkung unternehmerischer Freiheit."

Für die geringe Frauenquote in den deutschen Führungsetagen sieht er verschiedene Ursachen: Problemen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in jungen Jahren, die Frauen auf der Karriereleiter stagnieren lassen; bei den "großen" Unternehmen handele es sich zudem häufig um Firmen, die naturwissenschaftliche oder technische Studienabschlüsse für Führungspositionen bevorzugen. "Da Frauen in diesen karriereförderlichen Studiengängen allerdings deutlich unterrepräsentiert sind - und zwar freiwillig -, bleiben meist von vorn herein nur die Bereiche Marketing, Finanzen oder Personal", erklärte Hamann. Dabei stehe außer Frage, dass Frauen das Management bereichern könnten, weil sie unter anderem an komplexe Aufgaben anders heran gehen würden als Männer, oft andere, nachhaltigere Lösungen fänden, und zudem einen anderen Führungsstil als Männer pflegten, bei dem ihnen ihre höhere Sozialkompetenz zu Gute komme. Schon von daher lasse sich heute kaum ein Personalentscheider mehr einen gut qualifizierten weibliche Bewerber entgehen.

Und Hamann warnt vor übertriebenem Glauben an das viel zitierte Leistungsprinzip. "Auch wenn es offen nicht eingestanden wird: Natürlich zählen bei den Besetzungen dieser Posten neben den Leistungen auch Kontakte, Sympathien und der eigene Machterhalt. Und daran würde wohl auch eine Quote nie etwas ändern", erklärte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Ingolf Pleil

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.10.2011

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