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Hartwig Fischer: "Pegida beschädigt Stadt nachhaltig"

SKD-Chef sieht fehlende Selbstreflektion Hartwig Fischer: "Pegida beschädigt Stadt nachhaltig"

Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Hartwig Fischer, prognostiziert für die Stadt einen nachhaltigen Imageschaden wegen Pegida. "Seit Pegida durch die Straßen zieht, ist die Tradition der kulturellen Weltoffenheit, die zum Prägendsten dieser Stadt gehört, beschädigt", sagte Fischer.

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Hartwig Fischer

Quelle: Arno Burgi/dpa

Dresden. Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Hartwig Fischer, prognostiziert für die Stadt einen nachhaltigen Imageschaden wegen Pegida. "Seit Pegida durch die Straßen zieht, ist die Tradition der kulturellen Weltoffenheit, die zum Prägendsten dieser Stadt gehört, beschädigt", sagte Fischer dem Berliner Tagesspiegel (Donnerstagsausgabe). Die Mehrheit der Dresdner schweige dazu.

Diese Weltoffenheit in der Stadt wiederzugewinnen, bewertet der 53-Jährige als schwierig: "Die Bereitschaft sich selbst zu reflektieren, in die eigenen Abgründe zu sehen und damit produktiv umzugehen, ist hier nicht so ausgeprägt."

Der aufkeimende Rassismus sei eine Bedrohung, die man sich in Dresden immer noch nicht eingestehen wolle. "In anderen Teilen der Welt wird die an Kulturschätzen und Wissenschaftsinstitutionen unvergleichlich reiche Stadt inzwischen genau damit identifiziert." Also Folge gingen die Besucherzahlen der Museen und Übernachtungen in Hotels bereits zurück.

Trotz vieler Initiativen, Diskussionen und Konzerte habe sich noch "kein nachhaltiges öffentliches Gegengewicht" in der Stadt gebildet, kritisierte Fischer. Die Mehrheit der Dresdner habe tatsächlich Schwierigkeiten, auf der Straße sichtbar gegen Pegida Position zu beziehen.

Mit Blick auf die Bedeutung Dresdens sei Pegida eigentlich eine "Marginalie". Was bei den Demonstrationen jedoch immer stärker durchbreche, sei "politisch, gesellschaftlich, kulturell hochproblematisch - und menschlich schwer erträglich", so Fischer. "Wer glaubt, die eigene Heimat als 'christliches Abendland' wie eine heile Welt verteidigen zu können, der vergisst, dass die eigene Geschichte un-heil ist, voller Zerstörungen, zugefügten und erlittenen."

Der gebürtige Hamburger und studierte Kunsthistoriker ist seit 2011 Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Fischer übernimmt im kommenden Frühjahr die Leitung des renommierten British Museum in London.

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