Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Handwerkskammer Dresden sieht Flüchtlingskrise als große Aufgabe

Herbstkonjunktur Handwerkskammer Dresden sieht Flüchtlingskrise als große Aufgabe

Auch wenn derzeit alles wie eine Fußnote daherkommt, was sich nicht ums Thema Asyl rankt: gute Botschaften sollten nicht unausgesprochen bleiben. Wie die: "Die Konjunktur im Dresdner und ostsächsischen Handwerk läuft auf Hochtouren".

Dresdens Handwerkskammerpräsident Jörg Dittrich

Quelle: André Wirsig

Dresden. Auch wenn derzeit alles wie eine Fußnote daherkommt, was sich nicht ums Thema Asyl rankt: gute Botschaften sollten nicht unausgesprochen bleiben. Wie die: "Die Konjunktur im Dresdner und ostsächsischen Handwerk läuft auf Hochtouren". Verkündet hat sie gestern Dresdens Handwerkskammerpräsident Jörg Dittrich, als er die Ergebnisse der Herbst-Konjunktur-Umfrage vorstellte.

Ja, so Dittrich, die Flüchtlingskrise sei eine Mammutaufgabe. Doch dürften gerade wirtschaftspolitische Themen deshalb nicht endlos in der Warteschleife hängen. "Wenn die Wirtschaft für die Integration maßgeblich ist, muss es ihr auch gutgehen", sagte er.

Bürokratieabbau stockt

Dabei seien die erfreulichen Umfrageergebnisse das eine, notwendige Rahmenbedingungen aber das andere. Nach wie vor stehe es mit dem versprochenen Bürokratieabbau nicht zum besten - vor allem die Vorfälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge triebe Handwerkern weiter Zornesfalten in die Stirn.

Zudem drohten EU-Vorgaben langfristig die Vergaberichtlinien auch in Sachsen zu verkomplizieren. Dass sich der Freistaat bei der Vergabe öffentlicher Aufträge nicht mit dem Kriterium Tarifbindung abgeben will, ist bekannt. Dittrich aber befürchtet, dass über die EU-Schiene nun soziale und ökologische Standards Eingang ins Gewerbegesetz finden. "Wenn immer mehr Dinge im Gesetz stehen, benachteiligt das kleine Unternehmen bei der Ausschreibung, weil ihnen für die Darstellung solcher Sachen einfach das Personal fehlt", erläutert er seine Ablehnung.

Tariftreue auch K.o.-Kriterium

Sogar die Tariftreue lasse sich inzwischen prima aushebeln: Nämlich dann, wenn vier Solo-Unternehmer als Arbeitsgemeinschaft bei Aufträgen mitbieten und damit Firmen, die sozialversicherte Mitarbeiter nach Tarif beschäftigen, lässig aushebelten.

Unzufrieden äußerte sich Dittrich auch mit dem Thema Meisterbonus. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich habe Anfang Juni angekündigt, die Ungleichbehandlung von universitärer und Meisterausbildung aufzuheben. Die Million dafür sei im Haushalt eingestellt. Doch nun gehe nichts voran, weil das Wirtschaftsministerium plötzlich auch andere Wirtschaftszweige einbinden wolle. Dass dafür das Geld nicht reiche, sei absehbar. Also passiere eben erstmal gar nichts.

Aufträge für fast neun Wochen

Immerhin: Den Kammerunternehmen geht es gut, wie die Umfrageergebnisse zeigen. Vor allem Bau und Ausbau boomen, haben Auftragsvorläufe von 8,6 Wochen und erwarten zu über 80 Prozent weiterhin stabile Erträge. Auch für die Bäcker und Fleischer sowie die unternehmensnahe Dienstleister resümiert Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Kammer, erfreuliche Aufwärtstrends. Selbst beim Kfz-Gewerbe gebe es Licht am Ende des Tunnels, wenngleich die Umfrage noch vor dem VW-Dieselgate stattfand und mögliche Dellen noch nicht eingepreist sind.

Mandeln aus Kalifornien und Preise

Während die überwiegende Zahl der Unternehmen die Preise stabil halten will, kalkulieren Brzezinski zufolge die Kfz-Branche und die Nahrungsmittelhersteller mit höheren Kosten, die sie an die Kunden weitergeben werden. Das Kfz-Gewerbe führt teurere Ersatzteile und Qualitätssysteme ins Feld, die Bäcker und Fleischer zum Teil deutlich verteuerte Rohstoffe. So hätten die Preise nicht nur bei Getreide und Fleisch angezogen, auch die verdorbene Mandelernte in Kalifornien macht sich bemerkbar. "Die Stollenpreise geraten unter Druck", prophezeiht Kammerpräsident Dittrich.

Zuviel Chaos bei Flüchtlingsfrage

Aktivitäten der Kammer, Flüchtlinge in Arbeit zu bringen, gebe es derzeit nicht. Einschlägige Anfragen von Unternehmen scheiterten schlicht daran, dass ein geordnetes Verfahren fehle. Bei den meisten Neuankömmlingen sei der Aufenthaltstatus unklar, damit auch, ob sie überhaupt blieben. Es fehlten nicht nur Deutschkenntnisse sondern schlicht auch das Wissen darüber, was überhaupt an Qualifikation vorhanden sei.

Barbara Stock

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.