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Handlungsbedarf für schnelleren Wohnungsbau in Dresden

Wohnungsbau Handlungsbedarf für schnelleren Wohnungsbau in Dresden

Lange Zeit war es nur vom Mieterverein zu hören. Jetzt wird auch in der Immobilienbranche von Wohnungsknappheit in Dresden gesprochen. Die Experten von Aengevelt sehen Handlungsbedarf für die Beschleunigung von Bauprojekten. Zudem klingt Skepsis gegenüber dem Mietniveau bei aktuellen Bauvorhaben an.

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Wohnungsbau sollte in Dresden beschleunigt werden.

Quelle: dpa

Dersden. Der Immobiliendienstleister Aengevelt fordert schnellere Entscheidungen über Wohnungsbauprojekte in Dresden. „Es besteht Handlungsbedarf“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Wulff Aengevelt am Dienstag in Dresden bei der Vorstellung des alljährlichen City-Reports für die Immobilienmärkte in der Landeshauptstadt.

Auslöser für die Einschätzung ist das sogenannte „kalkulatorische Wohnungsdefizit“ in der Elbestadt. Bei 304 700 privaten Haushalten zum Jahresanfang in Dresden und einem marktaktiven Wohnungsbestand von 285 600 Einheiten liege dieser Parameter bei 19 100 Einheiten. Das heißt nicht, dass diese Menschen auf der Straße leben. Der Wert entsteht durch das Zusammenleben mehrerer Haushalte in einem Quartier, etwa in Wohnungsgemeinschaften von Studenten (WG) oder generationenübergreifendem Wohnen. In Frankfurt am Main sei das Defizit gemessen an Einwohnerzahl und Wohnungsbestand doppelt so groß und in Leipzig etwa halb so groß. Von Wohnungsnot sprach Aengevelt zwar nicht, aber „der Markt ist angespannt“. Es bestehe Handlungsbedarf, sonst wachse sich das Problem möglicherweise zur „Knappheit“ aus. Das wirke sich dann immer zum Nachteil der Schwächsten aus. „Das ist in Wachstumsgebieten immer der Mieter“, sagte Aengevelt. Der Firmenchef bewertete das Wohnungsdefizit als Indikator für eine Entwicklung wie das „Kratzen im Hals“ bei einer sich anbahnenden Erkrankung.

Er sprach sich für eine Task-Force bei der Stadtverwaltung aus, die sich ausschließlich mit der Genehmigung von Wohnungsprojekten befasse. Vom Gesetzgeber auf Bund- und Landesebene forderte er ein Nachdenken über steuerliche Anreize für bedarfs- und kaufkraftadäquates Bauen sowie verkürzte Fristen für die Gültigkeit von Baugenehmigungen. Damit könnten Investoren auch zum Bauen angeregt werden. In manchem Ballungszentren würden Baugenehmigungen schon zur Wertsteigerung von Grundstücken benutzt, ohne das wirklich Bauabsichten bestehen. Dies sei in Dresden aber noch nicht so.

Der Dresdner Niederlassungsleiter Ullrich Müller ließ Skepsis gegenüber dem Mietniveau bei derzeit entstehenden Wohnungsobjekten erkennen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass im Dresdner Nordwesten Mieten von 11 Euro zu erzielen sind.“ Er geht zwar nicht von einer Blase aus. „Es wird keine Investruinen geben, die Wohnungen werden vermietet.“ Aber ob dies zu den Mieten geschehe, die in den Prospekten stehen, sei fraglich. „Es ist die Frage, wieviel Wohnen verträgt eine Lage, die für den ersten Investor einmal eine Top-Lage war?“

Müller trat aber auch Befürchtungen entgegen, Wohnungsprojekte könnten das Gewerbe aus dem Innenstadtbereich des 26er Rings verdrängen. In der Tat würden institutioneller Anleger den Wohnungsbau antreiben, wenn sie bei der Suche nach Anlageobjekten ganze Komplexe übernehmen. Müller geht aber davon aus, dass es auch wieder einen Trend zum Gewerbe geben wird. Derzeit könnten allerdings Nachfragen nach größeren Flächen in der City teilweise nicht mehr bedient werden.

Von Ingolf Pleil

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