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Händler sind sauer über Eintrittsgeld-Pläne: "Keiner hat mit uns gesprochen"

Händler sind sauer über Eintrittsgeld-Pläne: "Keiner hat mit uns gesprochen"

Die künftige Eintrittsgebühr für den Schlosspark Pillnitz schlägt nicht nur den Parkbesuchern aufs Gemüt, sondern auch den Händlern und Gastronomen in Pillnitz.

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Helmar Fürstenau bangt um seine Existenz. Er lebt von den Parkbesuchern. Bleiben die weg, macht er weniger Umsatz.

Die rechnen mit deutlich weniger Besuchern und deshalb mit erheblichen Einbußen. Was sie aber besonders ärgert, ist die Art und Weise, auf die mit ihnen umgegangen wird. "Seit Jahren sind wir und der Ortsverein Pillnitz mit den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten im Gespräch und suchen nach einer Lösung. Und dann erfahren wir aus der Zeitung, dass es da nichts mehr zu lösen gibt, weil die Eintrittsgebühr schon beschlossen ist", beklagt sich Helmar Fürstenau. "Das ist einfach unanständig. Keiner hat mit uns gesprochen. Ich zahle hier Miete, ich zahle pünktlich Steuern und werde jetzt behandelt, als ob es mich gar nicht gibt. Ich komme mir vor wie ein Bittsteller".

Seit 1995 betreibt er gegenüber der Alten Wache ein Geschäft für Kunsthandwerk und Holzspielwaren. Er bietet hochwertige Handwerksprodukte aus der Region an, keinen billigen Ramsch - das hat natürlich auch seinen Preis. "Anfangs lief es richtig gut", erzählt er. "Seit 2003 sind die Einnahmen rückläufig. Die Leute haben einfach nicht mehr soviel Geld in der Tasche". Das spürt man, sein Geschäft ist gut besucht, aber nicht jeder kauft etwas.

Die Geschäfte sind auch ab April weiter frei zu erreichen, sie liegen außerhalb des dann eintrittspflichtigen Schlossparks. Jeder kann hier einkaufen, aber das muss sich erst rumsprechen. "Viele glauben jetzt, dass sie uns nur besuchen können, wenn sie Eintritt bezahlen, das stimmt aber nicht. Wir sind für alle frei zugänglich," erklärt Fürstenau. "Aber wenn wegen des Eintritts weniger Besucher kommen, kommen auch weniger Kunden zu uns und wir haben weniger Einnahmen".

Auch wenn die zwei Euro pro Tag oder die acht Euro für eine Jahreskarte moderat erscheinen, das Gesamtpaket Pillnitz wird immer teurer. Man muss ja auch erst einmal hinkommen. Die Benzinpreise steigen ständig, die Preise im öffentlichen Nahverkehr ebenfalls und jetzt hat auch die Sächsische Dampfschiffahrt nachgelegt und die Tickets teurer gemacht. "Wenn jetzt noch die Eintrittsgebühren hinzukommen, werden sich viele überlegen, ob sie nicht woanders hinfahren, wo der Parkbesuch kostenlos ist", befürchtet Fürstenau. "Das wäre schlimm für uns, wir leben nun mal von den Besuchern. Zudem hat sich gezeigt, wenn erst einmal irgendwo Eintritt erhoben wird, wird der im Laufe der Zeit meist auch teurer. Aus den zwei Euro könnten irgendwann vielleicht drei oder vier Euro werden".

Auch Margit Wagner die mit ihrem Mann Andreas das Geschäft "Der Laden" betreibt ist skeptisch. "Unser Geschäft befindet sich weit hinten, die Besucher müssen erst durch den Fliederhof laufen. Das war bisher kein Problem. Gleich hinter uns gibt es einen Eingang in den Park. Der wird aber ab April geschlossen. Viele werden dann den Weg zu uns kaum finden". Sie befürchtet, dass dann auch keine Besucherführungen mehr am Geschäft vorbei führen und viele Gäste Pillnitz verlassen, ohne zu wissen, dass es den "Laden" überhaupt gibt. "Wir müssen schauen, wie sich das Ganze entwickelt", sagt Margit Werner, "schön ist es nicht".

Einen kleinen Funken Hoffnung, dass die Eintrittsgebühr zurückgenommen wird, haben sie trotzdem alle noch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.01.2012

ml

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