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Haareschneiden wird teurer - Ab 1. August steigen die Friseurgehälter, doch nicht alle Dresdner Läden machen mit

Haareschneiden wird teurer - Ab 1. August steigen die Friseurgehälter, doch nicht alle Dresdner Läden machen mit

"Waschen, Schneiden, Legen" soll wieder was wert sein. Zum 1. August steigen die Stundenlöhne der Friseure in Sachsen in der untersten Gehaltsgruppe auf 6,50 Euro.

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Die Friseurin Juliane Wolf (24) vom Salon Klier im Dresdner Elbepark färbt der 14-jährigen Lisa Strähnchen. Ab Donnerstag verdient sie pro Arbeitsstunde 1,50 Euro mehr.

Quelle: Christian Juppe

Mit dieser Tarifanpassung reagiert das Friseurhandwerk auf die prekären Beschäftigungsverhältnisse der Mitarbeiter. 80 Prozent der Friseure sind mittlerweile Aufstocker. Weil ihr Lohn nicht zum Leben reicht, müssen sie zusätzlich Stütze beziehen. "Das Gewerbe bricht ein", sagt Dieter Seyfarth von ver.di Sachsen. Seit einem Jahrzehnt sei keine tarifliche Lohnanpassung mehr vorgenommen worden. Der Grundlohn liegt bei 3,82 Euro die Stunde. Kaum jemand will für das Geld arbeiten. So vermeldet die Handwerkskammer Dresden vor Beginn des neuen Ausbildungsjahrs 86 freie Lehrstellen im Friseurhandwerk - ein trauriger Rekord unter den Handwerksberufen.

"Es ist nicht nachvollziehbar, wie man für fünf oder sieben Euro Haare schneiden kann. Schließlich müssen noch 19 Prozent Mehrwertsteuer ab- gezogen werden", sagt Cornelia Scheuer-Barthel, Obermeisterin des Landesinnungsverbandes Sachsen, zum aktuellen Preisdumping. Die Schwarzarbeit grassiere. Laut Scheuer-Barthel habe die Hälfte der Geschäfte nicht einmal eine Kasse. Dazu käme, dass sich viele Mitarbeiter am Wochenende was dazuverdienen.

Jetzt hat der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks gemeinsam mit den Landesinnungen und der Gewerkschaft ver.di die Reißleine gezogen. Stufenweise soll der Stundenlohn bis zum Jahr 2015 auf 8,50 Euro steigen. Das Problem: Diese Entscheidung gilt nur für Mitglieder der Landesinnungen, Ketten wie Klier, Ryf oder Essanelle, deren Unternehmensleitungen bewusst die Entscheidung mittragen sowie für Friseure, die in der Gewerkschaft organisiert sind - und das sind in Dresden die wenigsten.

Weil die Dresdner Innung vor fünf Jahren die Landesinnung verlassen hat, werden die Betriebe hier auf die Tarifanpassung sehr unterschiedlich reagieren. Denn es gibt keine Pflicht, die Gehälter anzuheben. So werden einige Läden auf Grund gestiegener Lohnkosten ihre Preise erhöhen, andere weiterhin mit Billigangeboten locken. Die Erhöhung käme den Arbeitnehmern kaum zu Gute, argumentiert der Dresdner Innungsobermeister Rudolf Rehn. Er hält es für sinnvoller, die Mehrwertsteuer auf Friseurleistungen zu senken. Dann klingelt es beim Meister in der Kasse.

Damit auch Discounter reagieren müssen, haben die Arbeitnehmervertreter jetzt eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung beim Bund beantragt. Gibt es hier grünes Licht, müssten alle Betriebe ohne Ausnahme rückwirkend zum 1. August höhere Gehälter zahlen. "Die Dresdner Unternehmen sind gut beraten, Rücklagen zu bilden", mahnt der Gewerkschafter Seyfarth, der mit einer Entscheidung noch vor den Bundestagswahlen im September rechnet.

Die Dresdner Friseursalons von Klier sind bei der Lohnerhöhung mit im Boot. Ihre Friseure verdienen ab 1. August pro Stunde 1,50 Euro mehr. Das spiegelt sich natürlich auch hier in den Preisen wieder. Derzeit kostet einmal "Waschen, Schneiden, Fönen" 28,50 Euro. Ab Donnerstag sind es 32 Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.07.2013

Madeleine Arndt

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