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Gute Ideen und Widersprüche: Initiatoren von „Fluthilfe Dresden“ tun sich schwer mit der Kooperation

Gute Ideen und Widersprüche: Initiatoren von „Fluthilfe Dresden“ tun sich schwer mit der Kooperation

Zwei Dresdner Facebook-Initiativen mobilisierten in den vergangenen Tagen besonders viele Fluthelfer, kamen zusammengenommen auf über vier Millionen Leser und mehr als 200.000 Verteiler ihrer Meldungen im sozialen Netz.

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Tausende Dresdner halfen in den vergangenen Wochen im Kampf gegen das Hochwasser.

Quelle: Stefan Schramm

Während „Hochwasser Dresden“ sich Partner gesucht hat und auch bei den Aufräumarbeiten eine wichtige Rolle spielen möchte, war bei „Fluthilfe Dresden“ am 9. Juni erst einmal Schluss:

„Ich kann nicht mit gutem Gewissen hunderte Helfer in möglicherweise giftigen Schlamm schicken. Das geht nur in enger Zusammenarbeit mit der Stadt.“ hatte Daniel Neumann den DNN gesagt. Der Initiator der von „Fluthilfe Dresden“ hatte zuvor im Dreier-Team mit Susann Kriesche und Patrick Pölchen bis zum Umfallen gearbeitet und unter anderem einen großen Anteil daran, dass die Leipziger Straße vor der Überflutung gerettet werden konnte.

Von Medien und Facebook-Nutzern waren sie dafür zu Recht als Helden gefeiert worden. „Wir sind noch am Überlegen, wie wir jetzt weiter vorgehen“, so Daniel vor wenigen Tagen. Nun hat „Fluthilfe Dresden“ eine Spendensammlung ins Leben gerufen – gemeinsam mit der „Sachsen WG“, einer Aktion von Telekom, Bild-Zeitung und Radio NRJ.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt kommt allerdings nicht so recht zustande. Während „Hochwasser Dresden“ das Gespräch mit der Leitstelle suchte und gemeinsam mit Stabsleiter Claus Lippmann Lösungen fand, hieß es bei „Fluthilfe Dresden“, erst, die Stadt können sich ja melden, und dann „Wir haben jetzt in einer E-Mail an die Oberbürgermeisterin um ein Gespräch gebeten.“

Das passt nicht so recht zu den Ideen, die aus Daniel Neumann nur so heraussprudeln, wenn man mit ihm über die Rolle der sozialen Netze während der vergangenen Tage spricht. „Das nächste Hochwasser kommt bestimmt.“, sagt der Fachmann für Online-Marketing. „Ob in einem Jahr, in elf Jahren oder erst viel später, weiß niemand.“ Falls man im Rathaus auf seine Erfahrungen bauen wolle, sei er bereit, mit Rat und Tat zu helfen. Und wenn die Stadt die Seite „Fluthilfe Dresden“ zu einer ihrer offiziellen Facebook-Seiten machen wolle, würde er sich wohl nicht sträuben, sie abzugeben.

Daniel denkt sogar weit über das Hochwasser hinaus: „Warum sollte Dresden nicht die Social-Media-Stadt Deutschlands werden?“, fragt der 26-Jährige. „Fluthilfe Dresden“ könne Vorbild sein für Stadtfeste, andere Großveranstaltungen, politische Diskussionen, Bürgerbeteiligung. In den vergangenen Tagen habe sich gezeigt, dass die überwiegend jungen Facebook-Nutzer auch für Themen zu begeistern sind, die ihnen nicht unbedingt zugeschrieben werden. „Würden wir den Termin der nächsten Ortsbeiratssitzung posten, die sich mit Hochwasserschutz in Laubegast oder Gohlis befasst – die Veranstalter müssten vielleicht eine andere Halle anmieten“, sagt er.

Und auch, wenn es darum gehe, dass für ein sinnvolles Vorhaben Geld fehlt, schlummerten in den sozialen Netzen möglicherweise ungeahnte Chancen. Warum haben bei all dem aber die Macher von "Fluthilfe Dresden", die stolz sein können auf das, was sie während der Flut geleistet haben, nicht einmal ein Impressum auf Ihrer Seite? Warum gehen sie so zaghaft auf die Stadtverwaltung zu, und warum hört man von ihnen mit Blick auf andere Initiativen immer wieder: „Wir arbeiten mit niemandem zusammen. Wir machen unser eigenes Ding.“?

Holger Grigutsch

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