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Gut für Opel: Chevrolet verlässt Europa - Händler geschockt

Gut für Opel: Chevrolet verlässt Europa - Händler geschockt

Opel hat den Machtkampf gegen Chevrolet Europa gewonnen. Die GM-Kleinwagenmarke zieht sich Ende 2015 aus Europa zurück und überlässt das Feld der deutschen Traditionsmarke.

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Quelle: EPA/Narong Sangnak/dpa

Händler reagierten fassungslos auf die Nachricht.

Erst im März hat Karl-Thomas Neumann das Ruder beim seit Jahren kriselnden Autobauer Opel übernommen. Seither hat sich viel getan: Die Verluste sinken und erstmals seit 15 Jahren verliert die Marke in Europa keine Marktanteile mehr. Die konzernweiten Verkäufe auf dem Riesenmarkt Russland werden ab 2014 von Rüsselsheim statt aus Schanghai gesteuert. Zudem soll der sportliche Geländewagen (SUV) Mokka künftig in Spanien statt in Korea vom Band laufen. Das verringert die Überkapazitäten der Opel-Werke.

Keine Frage: Das Verhältnis zur US-Mutter General Motors (GM) ist so gut wie nie. Das sehen auch Betriebsräte und Gewerkschafter so. Nun kann Neumann nach Treueschwüren und Investitionsversprechen aus Detroit einen weiteren Erfolg verbuchen: Die Schwestermarke Chevrolet zieht sich Ende 2015 aus Europa zurück und überlässt der deutschen Traditionsmarke Opel das Feld. Damit wird der konzerninterne Markenkannibalismus beendet. "Wir haben immer mehr Vertrauen in Opel in Europa und konzentrieren unsere Ressourcen in diese Marke", betont GM-Vize und Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky.

Die meist in Südkorea für Europa gebauten Chevrolet-Kleinwagen dümpeln seit Jahren bei etwa einem Prozent Marktanteil, Opel und die britische Schwester Vauxhall kommen auf sechs Prozent. In den ersten zehn Monaten 2013 verkaufte Chevy in Europa nach Zahlen des Branchenverbands Acea knapp 126 000 Fahrzeuge - 17,4 Prozent weniger als im Vorjahr. "Die Finanzergebnisse sind inakzeptabel", sagte Girsky.

Von 2016 an werde Chevrolet in Europa nur noch US-Ikonen wie die Corvette verkaufen. Nur in Russland und den sogenannten GUS-Staaten sollen weiter auch die Kleinwagen der viertgrößten Automarke der Welt auf dem Markt bleiben. Die 2005 in Europa neu aufgestellte Marke hat auf dem alten Kontinent 520 Beschäftigte und 1900 Händler. Die Entscheidung bringe für die internationale GM-Organisation (GMIO) Sonderkosten von bis zu einer Milliarde US-Dollar (etwa 0,74 Mrd. Euro), die vor allem im Schlussquartal 2013 und der ersten Hälfte 2014 anfallen sollen. Die Adam Opel AG und GM Europa würden dadurch nicht belastet.

Der Europachef von Chevrolet, Thomas Sedran, begründete den Rückzug mit der schwachen Marktentwicklung in West- und Osteuropa: "Wenn wir nach vorne schauen, sehen wir, dass es für Chevrolet Europa sehr schwer werden würde." Sowohl der erwartet geringe Absatz als auch die Überkapazitäten und der Preiskampf der Hersteller machten das Geschäft schwer.

Chevrolet-Kunden müssten sich keine Sorgen machen, sagte Sedran. Alle Garantien würden weiter gelten, Ersatzteile soll es bis mindestens 2025 geben. Leidtragende sind allerdings die Chevrolet-Händler, die schockiert auf die Nachricht reagieren. "Die Auswirkungen auf den Verkauf von Chevrolet-Modellen sind verheerend", sagt der Sprecher des Verbandes Deutscher Opel- und Chevrolet-Händler in Deutschland (VDOH), Thomas Bieling, der "Automobilwoche". "Das hat eine sofort-Wirkung auf die Kunden. Sobald diese Meldung draußen ist, kauft ja kein Mensch mehr einen Chevy - oder nur noch mit sehr hohen Rabatten." Im Bannewitzer Autohaus Hardtke hatten Chef Steffen Hardtke und dessen Tochter die Nachricht zwar gehört, aber dies bis in alle Konsequenzen weiterzudenken, dafür, so sagten sie gestern den DNN, bräuchten sie Zeit: "Das müssen wir erstmal sacken lassen".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.12.2013

bast

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