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Grüne und SPD fordern in Dresden 100 Prozent Ökostrom bis 2030

Grüne und SPD fordern in Dresden 100 Prozent Ökostrom bis 2030

Die Dresdner SPD und die Grünen dringen im Öko-Kampf auf härtere Planziele: Das neue Energie- und Klimaschutzkonzept der Stadtverwaltung sei "nicht ambitioniert genug", kritisierte Michael Schmelich (Grüne).

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Wollen die Grünen immer mal abschalten, wenn andere Energieerzeuger Wärme ins Fernwärmenetz einspeisen möchten: Das Kraftwerk Nossener Brücke.

Quelle: Drewag

Statt den Anteil "erneuerbarer Energien" von heute drei Prozent auf 22 Prozent im Jahr 2030 zu erhöhen, wie im Verwaltungsvorschlag vorgesehen, soll dieser Anteil bis dahin auf 100 Prozent steigen, fordern beide Fraktionen. Die Stadtwerke halten diese Vorgabe indes für "unrealistisch", ähnlich äußerte sich die CDU.

Außer Zweifel steht, dass Dresden seine Klimaschutzziele bisher verfehlt hat. So hatte der Stadtrat 1994 - kurz nach dem Zusammenbruch der rauchenden DDR-Industrie - beschlossen, den Kohlendioxid-Ausstoß pro Kopf der Bevölkerung von 15,4 Tonnen auf 7,5 Tonnen im Jahr 2010 zu halbieren - tatsächlich kam Dresden im Zieljahr auf zehn Tonnen. Im kürzlich vorgelegten neuen Klimaschutzkonzept rechnete die Stadt Luft- und Güterverkehr und andere überregionale Luftverschmutzer großzügig heraus und kam so auf dem Papier auf 6,3 Tonnen pro Dresdner. Die städtische (heruntergerechnete) Zielvorgabe lautet nun: vier Tonnen CO2 pro Kopf im Jahr 2030.

Das ist vor allem den Grünen noch zu viel: Sie fordern eine Zielvorgabe von zwei Tonnen Kohlendioxid. Um dies zu erreichen, soll mindestens der Dresdner Stromverbrauch im Zieljahr völlig durch Öko-Energien gedeckt werden. Während die Verwaltung mit ihrem Vorschlag, in Dresden demnächst fünf Windkraft-Parks zu errichten, bereits auf starken Widerstand stieß, wollen die Grünen viel mehr Windräder aufstellen. Außerdem müsse man Solaranlagen für 150 Gigawattstunden installieren. Auch dürfe die Stadtverwaltung ab 2020 nur noch Elektrofahrzeuge kaufen, die Verkehrsbetriebe sollen "mittelfristig" folgen.

Des weiteren schlägt Planungsbüro-Unternehmer Dr. Wolfgang Daniels namens der Grünen vor, zahlreiche Plantagen mit schnell wachsenden Gewächsen wie Zuckerrüben, Sonnenblumen, Lupinen und Luzernen in und um Dresden zu pflanzen, die in großen Mengen in neuen Biomasse-Anlagen zu Biogas gewandelt werden können. Auch regt er an, die Zuleit-Temperaturen im Fernwärmenetz von 120 auf 80 Grad zu senken, damit dezentrale Wärmeerzeuger wie Solarthermie-Anlagen leichter Energie ins Netz einspeisen können. Dann könne man auch das gasbetriebene Kraftwerk an der Nossener Brücke öfter mal abschalten.

Die Drewag äußerte sich indes skeptisch. "Das Energie- und Klimaschutzkonzept der Stadt ist mit uns abgestimmt und wir stehen dazu", betonte Sprecherin Corynn Müller. Die grüne Forderung, binnen 17 Jahren auf 100 Prozent Ökostrom-Anteil zu kommen, halte das Unternehmen für unrealistisch. An der Temperatursenkung im Fernwärmenetz arbeite man bereits, sagte Müller. "Wir sind jetzt bei etwa 100 Grad. Aber 80 Grad sind mittelfristig nicht zu machen." Denn senke man die Temperatur weiter, müssten auch die Kunden ihre Heizsysteme mit hohem Kostenaufwand umstellen.

Kritisch äußerten sich die Christdemokraten: "Die Verwaltung hat sich in ihrem Konzept auf das Machbare konzentriert", sagte Helfried Reuther, der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion. Bei den grünen Forderungen vermisse er hingegen "jeden Realitätssinn".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.05.2013

Heiko Weckbrodt

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