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Großfamilien bleiben eine Rarität - ie Ein-Kind-Familie liegt in Dresden weiter im Trend

Großfamilien bleiben eine Rarität - ie Ein-Kind-Familie liegt in Dresden weiter im Trend

Sie heißen Fenja (3), Sirid (8), Elina (13), Merit (15), Thyra (17) und Alrik (19). Neben dem Fakt, dass alle Namen fünf Buchstaben und einen skandinavischen Ursprung haben, gehören sie den sechs Geschwistern der Familie Seiffert - eine der wenigen Großfamilien in Dresden.

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Fast alle Seifferts mal daheim: Elina (v.l.), Merit, Papa Lars mit Fenja, Alrik, Kerstin und in der Mitte im Hängestuhl Sirid.

Quelle: Carola Fritzsche

Für Lars Seiffert und seine Frau Kerstin war von Anfang an klar, dass sie viele Kinder haben wollen. "Man wächst rein, sie sind ja nicht alle zugleich gekommen", antwortet Kerstin gelassen auf die Frage, wie sie denn das alles eigentlich schaffe. "Sicher muss ich, wenn ich Kinder habe, andere Dinge zurückstellen", sagt die 46-Jährige. Auch müsse man die Zeit für eigene Hobbys hart erkämpfen. Doch auf keinen Fall sollte man Kinder wirtschaftlich abwägen, sind sich die Eltern einig.

Kerstin und Lars Seiffert sind beide berufstätig, arbeiten bei den Dresdner Verkehrsbetrieben. Ihre Wohnung in der Dresdner Neustadt ist hell, aufgeräumt und hat auf ihren 120 Quadratmetern auch drei Kinderzimmer. Ein Bataillon Schuhe vor der Wohnungstür, mehrere Schalen Obst und Gemüse in der Küche und die Wäsche in dichten Reihen auf dem Balkon sind stille Hinweise auf den Acht-Personen-Haushalt. Die Seifferts mögen ihre Neustädter Nachbarn nicht nur wegen ihrer umweltbewussten Lebensweise, sondern auch wegen ihrer offenen Einstellung. "Hier wird man mit den Kindern nie komisch angeguckt", sagt Kerstin Seiffert. Das könne woanders durchaus passieren.

"Wenn wir in ein Restaurant kommen, schlafen den Leuten die Gesich- ter erst einmal ein", erzählt Familienpapa Lars Seiffert. Auch bei Zugfahr- ten reagieren viele erschrocken, wenn die Familie zusteigt. "Es ist das gängige Klischee, viele Kinder seien laut, dreckig, sprechen schlechtes Deutsch." Lars Seiffert findet es schade, dass sich Großfamilien immer wieder mit solchen Vorurteilen konfrontiert sehen.

Dresden ist zwar eine Stadt der Kinder, aber eine Stadt der Ein-Kind-Familien. Nach jüngstem Stand des Melderegisters vom 31. Dezember 2012 gibt es derzeit rund 28 700 Haushalte mit genau einem Jungen oder einem Mädchen. Im Vergleich zu den Zahlen von 2010 ist das ein Zuwachs von 1200 Ein-Kind-Familien. Auch die Haushalte mit je zwei Kindern haben um 1600 zugelegt von etwa 16 000 vor drei Jahren auf aktuell 17 600 Haushalte.

Wer mehr als drei Kinder hat (zur Zeit 3571 Haushalte), ist schon ein Exot. So gibt es in Dresden gerade Mal 31 Großfamilien mit sechs Kindern, ein Dutzend haben sieben Kinder und Familien mit acht, neun oder zehn Kindern lassen sich an einer Hand abzählen. Demgegenüber stehen über eine Viertel Million kinderlose Haushalte.

Großfamilien sind in Deutschland anders als etwa in Frankreich, Skandinavien oder den USA seltene Ausnahmen und werden von der Öffentlichkeit im schlimmsten Fall als asozial abgestempelt. Dazu trägt bei, dass sich das gewünschte Rollenbild einer voll berufstätigen Mutter nur schwer mit mehr als einem oder zwei Kindern erfüllen lässt. Aber auch aus Angst vor finanziellen Einschnitten wird der Kinderwunsch oft zu den Akten gelegt.

Solche Gedanken können die Seifferts nicht nachvollziehen. Für sie ist ihre Gemeinschaft ein unschätzbares Gut. Und so sind sich die Töchter und der Sohn sicher, dass sie selbst später ebenfalls viel Nachwuchs haben wollen. Auf keinen Fall Einzelkinder, denn die seien verwöhnt und benähmen sich oft unmöglich, kommt es von den Geschwistern wie aus einem Munde. Mindestens drei müssten es sein, findet die 13-jährige Elina. Denn wenn sich zwei Geschwister streiten, bleibt dann immer noch einer übrig zum Trösten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.08.2013

Madeleine Arndt

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