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Gorbitzer Weidigtbach fließt wieder in seinem natürlichen Bett

3-Millionen-Projekt Gorbitzer Weidigtbach fließt wieder in seinem natürlichen Bett

Seit 2000 hatten Arbeiter im Auftrag der Stadt für drei Millionen Euro den Weidigtbach zwischen der Ockerwitzer Allee in Gompitz und dem Ostende der Schlehenstraße am Rand von Gorbitz offen gelegt und saniert.

Seit 2000 hatten Arbeiter im Auftrag der Stadt für drei Millionen Euro den Weidigtbach zwischen der Ockerwitzer Allee in Gompitz und dem Ostende der Schlehenstraße am Rand von Gorbitz offen gelegt und saniert.

Quelle: Heiko Weckbrodt

Dresden. Der starke Regen kam am Donnerstag für Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) und Umweltamtsleiter Christian Korndörfer wie gerufen: Sie wollten in Gorbitz demonstrieren, wieviel besser ein naturnaher Bach gegen Hochwasser schützt als ein verrohrtes, zubetoniertes Gewässer – und wie er die Stadt lebenswerter macht.

Seit 2000 hatten Arbeiter im Auftrag der Stadt nämlich für drei Millionen Euro den Weidigtbach zwischen der Ockerwitzer Allee in Gompitz und dem Ostende der Schlehenstraße am Rand von Gorbitz offen gelegt und saniert. Sie befreiten ihn aus seinem unterirdischen DDR-Betonrohr-Gefängnis, holten ihn ans Tageslicht zurück und bauten ihm wieder ein natürliches Bett. Und sie pflanzten am Ufer neue Weiden, damit der Weidigtbach in ein paar Jahren, wenn die Triebe zu Bäumen gewachsen sind, seinem alten Namen gerecht wird. All dies soll den Flutschutz, das Mikroklima und das Wohnambiente in Gorbitz verbessern.

Als Probe aufs Exempel pumpte der Himmel am Donnerstag den Weidigtbach voll. Und der suchte sich seine Wege, wie er lustig war, gern auch durch einen Spielplatz. Doch er quoll eben nicht wie früher an ungeahnten Stellen aus der Erde. Die neue überirdische Spontanität habe die Behörde jedenfalls genauso geplant, betonte Harald Kroll vom städtischen Umweltamt: „Hier spielen die Kinder besonders gern“, sagte er und stapfte in Gummi-Stiefeln durch das Mekong-Delta im Kleinformat, das der Weidigtbach binnen Minuten in den Gorbitzer Sand gegraben hatte. „Genauso soll das sein.“

Bürgermeisterin Jähnigen und Amtsleiter Korndörfer haben da mehr das große Ganze im Auge: Indem die Stadt Bäche jetzt naturnah saniere, statt sie mit Rohren unter die Erde zu zwingen wie in der DDR, gewinnen alle, sagen sie: Die Kinder bekommen neue Spielräume, die Nachbarn ein grünes Wohnumfeld, die Wanderer hübsche Uferpfade und vom Flutschutz profitieren die Hauseigner.

„Dieses Programm ist eine totale Aufwertung für Gorbitz“, sagte Vorstand Jürgen Hesse von der Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) über den neuen, alten Weidigtbach, der mit seinen Böschungen, Wäldchen und Gebüschen nun wie von der Natur und nicht von Menschenhand geschaffen aussieht. „Das Wohnumfeld hat sich sehr verbessert. Und der Hochwasserschutz ist für uns auch ein wirtschaftlicher Vorteil.“

Denn die EWG will die „Kräutersiedlung“ in Dresden-Gorbitz erweitern und da macht sich ein grünes Umfeld als Vermiet-Argument gut. Geplant sind rund 190 Wohnungen, die ab 2017 bis 2020 an der Forsythien- und Schlehenstraße entstehen sollen. Die Investitionen schätzt Hesse auf etwa 34 Millionen Euro.

Auch Korndörfer plant weiter: Wenn die EU dafür Geld gibt, will er ab 2018 den „Cottaer Bogen“, die Mündung von Gorbitzbach und Weidigtbach, auch naturnah gestalten. Kosten: etwa 1,5 Millionen Euro. „Das wird noch mal eine aufwendige Geschichte“, räumt er ein.

Von Heiko Weckbrodt

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