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Gnadenfrist für Kleingärtner der Hellersiedlung

Gnadenfrist für Kleingärtner der Hellersiedlung

Frank Hoffmann, der Chef der Dresdner Kleingärtner, und seine Kollegen vom Vorstand des Stadtverbandes "Dresdner Gartenfreunde" haben alle Hände voll zu tun, damit Kleingartenanlagen in der Stadt nicht nach und nach verlustig gehen.

Von Catrin Steinbach

"Wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass noch mehr Flächen, auf denen sich Kleingärten befinden, in Privathand kommen und so potenziell bedroht sind", gibt sich Frank Hoffmann kämpferisch.

Ein großer Schritt in diese Richtung ist dem Stadtverband der Gartenfreunde gelungen. Er konnte verhindern, dass 48 Hektar Land, die bisher dem Freistaat Sachsen gehörten und von Kleingärtnern genutzt wurden, an private Kaufinteressenten veräußert werden. Laut Hofmann erwarb die Landeshauptstadt Dresden schließlich den Grund und Boden von 14 Kleingartenvereinen. Eigentümer des Landes von 13 weiteren Anlagen ist seit dem 1. Januar dieses Jahres der Stadtverband selbst.

360 000 Euro zuzüglich Nebenkosten müssen die Dresdner Gartenfreunde für ihren neuen Besitz berappen. "Wir finanzieren das aus unseren vorhandenen Mitteln und aus der Pacht. Zudem bezahlt jeder Dresdner Kleingärtner in diesem Jahr fünf Euro, damit wir das stemmen können", erklärt der Chef der Dresdner Kleingärtner. "Wir haben fünf Jahre Zeit, um den Kaufpreis in Raten abzuzahlen."

Vom Kauf ausgeschlossen wurde allerdings die 55 Hektar große Kleingartenanlage "Hellersiedlung Nordhöhe" zwischen der Königsbrücker Straße und dem Hammerweg mit 838 Einzelgärten. Der Grund und Boden gehört ebenfalls dem Freistaat und sollte veräußert werden. "Wir haben die Zusage des Freistaates, dass die Verkaufsbemühungen bis 2015 auf Eis gelegt werden", freut sich Frank Hoffmann. "Der Kauf hätte uns zum jetzigen Zeitpunkt finanziell überfordert."

Zudem wäre er ein zweischneidiges Schwert geworden. Denn dem besagten Verein droht durch Schwarz- bauten in Größenordnung die Aberkennung der Gemeinnützigkeit, wenn er seine Auflagen nicht erfüllen kann. In diesem Fall wäre ein höherer Kaufpreis fällig. Die Auflagen betreffen zum einen den Anbau von Obst- und Gemüse, zum anderen den Abriss von Gebäuden bzw. Anbauten, die nach 1990 ohne Genehmigung entstanden. Einige Kleingärtner haben sich opulente Gebäude auf ihren Parzellen gegönnt. "Was zwischen 2000 und 2010 errichtet wurde, muss dieses Jahr beseitigt werden. Schwarzbauten aus den Jahren zwischen 1990 und 2000 bis zum Jahr 2015. Es ist kritisch zu sehen, ob die Auflagen erfüllt werden", sagt der Verbandsvorsitzende.

Ihm treibt auch der von der Stadt Radebeul geforderte Autobahnzubringer zwischen den Dresdner Anschlussstellen "Neustadt" und "Wilder Mann" die Sorgenfalten auf die Stirn, der den Schwerlastverkehr von und zu den Gewerbegebieten in Radebeul-Ost aufnehmen und zum Beispiel den Stadtteil Serkowitz entlasten soll. "Im schlimmsten Fall wären 80 Kleingartenparzellen im Dresdner Westen bedroht, die für eine gewisse Zeit oder für immer dem Bau weichen müssten beziehungsweise die dann zwischen Autobahn und neuer Trasse liegen, so dass dort aufgrund des Lärms keiner mehr am Gärtnern Freude hat. Wir haben Angst, dass wir Kleingärtner zum Spielball werden", sagt Hoffmann.

Die Landeshauptstadt habe zwar erklärt dass Dresden den Zubringer nicht brauche, so der Verbandschef. Er befürchtet aber, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. "Am Ende wird dann doch gebaut, um Ruhe mit der Stadt Radebeul zu bekommen, die durch den Bau des Elbeparks verärgert ist." Der Stadtverband der Kleingärtner hofft, dass der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zum Kleingärtnertag am 16. März den Gartenfreunden mitteilt, wie die Entscheidung ausgefallen ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.01.2013

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