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Globalfoundries investiert in Dresden

Chipwerk-Upgrade Globalfoundries investiert in Dresden

Der US-Halbleiterkonzern Globalfoundries (GF) wird bis 2019 eine weitere Viertelmilliarde Euro in seine Dresdner Chipfabrik investieren.

Quelle: dpa

Dresden.  Der US-Halbleiterkonzern Globalfoundries (GF) wird bis 2019 eine weitere Viertelmilliarde Euro in seine Dresdner Chipfabrik investieren. Das hat GF-Standortchef Rutger Wijburg am Donnerstag angekündigt. Mit dem Geld will er die neue Chip-Fertigungstechnologie „12 FDX-SOI“einführen: Die Mini-Transistoren in diesen Chips werden dann nur 12 statt bisher 22 Nanometer (Millionstel Millimeter) breit sein. „Diese Technologie wird den Standort Dresden wettbewerbsfähiger machen“, betonte Wijburg.

Die FDX-Basistechnologie hatte GF in Dresden ab dem Sommer 2015 installiert und dafür bereits rund eine Viertelmilliarde Euro investiert. Nun will Wijburg für das Dresdner Werk modernere Anlagen kaufen, die energieeffizientere und schnellere Chips ermöglichen.

Neue Jobs werden durch dieses Fabrik-Upgrade allerdings nicht entstehen, es bremst den Arbeitsplatz-Abbau in Dresden allenfalls ab. Weil der Smartphone- und Tablet-Boom weltweit abflaut und die Nachfrage für GF-Chips gesunken ist, hatte der Halbleiter-Auftragsfertiger seine Mannschaft in den vergangenen Monaten bereits stark reduziert: Anfang 2015 beschäftigte das Chipwerk im Dresdner Norden noch rund 3700 feste Mitarbeitern und etwa 300 Zeitarbeiter. Die Leiharbeiter mussten als erste gehen und die Stammbelegschaft ist nun auf etwa 3500 geschrumpft. Weitere 200 Mitarbeiter werden noch ihre Jobs verlieren, räumte Wijburg ein. Ursprünglich hatte das Unternehmen allerdings geplant, seine Belegschaft in Dresden auf weniger als 3000 Köpfe zu schrumpfen.

Trotz dieser durchaus ambivalenten Entwicklung sieht Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) den GF-Schritt positiv: „Ich freue mich sehr über die Ankündigung von Globalfoundries, die Entwicklung der 12-Nanometer-FDSOI-Technologie mit anschließender Produktion in Dresden aufzunehmen und sehe das als einen ganz wesentlichen Meilenstein für die Nanoelektronik“, erklärte er. „Die Ankündigung ist nicht nur eine gute Nachricht für Dresden und Sachsen, sondern für Europa, da diese Technologie das Potenzial hat, die Entwicklung des Internets der Dinge maßgeblich zu prägen.“

Eben darauf hoffen auch Wijburg und die arabischen Finanziers von Globalfoundries: Sie setzen darauf, das die künftige Vernetzung von immer mehr Computern, Telefonen, Autos, Fernsehern, Kühlschränken („Internet der Dinge“), aber auch von Robotern, Maschinen und Werkstücken in den Fabriken („Industrie 4.0“), eine große Nachfrage-Welle für andere Chips als bisher erzeugen wird: extrem billige Schaltkreise, die nur wenige Cent kosten, nicht sehr schnell sein müssen, aber nur wenig Strom brauchen.

Und genau für diese Szenarien hat GF mit den Franzosen einen anderen Technologiepfad als die Marktführer Intel in den USA und TSMC in Taiwan eingeschlagen: Intel zum Beispiel versucht mit seiner „FinFET“-Technologielinie unter enormem Kostenaufwand, die Chipstrukturen dreidimensional und immer feiner zu konstruieren, um mehr und mehr Tempo herauszukitzeln. GF setzt in Dresden dagegen auf die sogenannte FD-SOI-Technik. Dabei wird der Transistor-Aufbau drastisch vereinfacht. Dies verringert den Stromverbrauch der Computer.

Derzeit beherrscht das Dresdner Werk diese Technologie bis hinunter zur Strukturgeneration 22 Nanometer. Erste Prototypen solcher „22FDX“-Chips haben die Sachsen nun an 50 potenzielle Kunden geschickt, um Aufträge zu ergattern.

Ob der Markt die GF-Lobpreisungen für den FD-SOI-Pfad akzeptiert, bleibt abzuwarten. Die Konkurrenz hat nämlich inzwischen bereits 7- und 10-Nanometer-Technologien in petto. Und nach klassischer Branchen-Lesart galt bisher immer: Wer die kleinsten Strukturen beherrscht, kann die schnellsten Chips anbieten und die meiste Kohle scheffeln.

Auch von daher ist die GF-Entscheidung zu verstehen, nun doch recht rasch nachzuinvestieren, um bis auf 12 Nanometer herunter zu kommen. Einige Versionen dieser Chips sollen dann ebenso schnell wie Intels neueste FinFET-Prozessoren sein – aber weit billiger produzierbar, betonte Wijburg.

Von Heiko Weckbrodt

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