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Gläserne VW-Manufaktur jetzt Schaufenster fürs Autofahren der Zukunft

Nach dem Aus für den Phaeton Gläserne VW-Manufaktur jetzt Schaufenster fürs Autofahren der Zukunft

Die Gläserne Manufaktur Dresden ist am Freitag nach einer zehntägigen Umbauphase als neues Schaufenster der Marke Volkswagen für Elektromobilität und Digitalisierung eröffnet worden.

Der Phaeton in seiner alten Form ist Geschichte. Die Gläserne Manufaktur wartet nun auf ein neues Modell.
 

Quelle: dpa

Dresden.  Die Gläserne Manufaktur Dresden ist am Freitag nach einer zehntägigen Umbauphase als neues Schaufenster der Marke Volkswagen für Elektromobilität und Digitalisierung eröffnet worden. Nach dem Aus für die Nobelkarosse Phaeton überbrückt diese Umnutzung mindestens zwölf Monate lang eine produktionsfreie Zeit, in der das Haus für die Montage verschiedenster Premiummodelle des Konzerns umgerüstet wird und darauf wartet, ab 2019 vor den Augen interessierter Besucher einen völlig neu konzipierten Elektro-Phaeton zusammenzubauen.

Die Gläserne Manufaktur Dresden ist am Freitag nach einer zehntägigen Umbauphase als neues Schaufenster der Marke Volkswagen für Elektromobilität und Digitalisierung eröffnet worden.

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Die frisch eröffnete Erlebniswelt ist weiß, silbern und blau. Okay, niemand erwartet Rummelfarben in einer interaktiven Ausstellung, die sich der automobilen Zukunft widmet. Aber vielleicht haben die Macher ein bisschen zu sehr vom klinisch-stylischen Outfit moderner Science-Fiction-Filme inspirieren lassen. Nach Mitmachabenteuer jedenfalls sieht das alles zumindest auf den ersten Blick noch nicht aus. Dort, wo die Schau in das frühere Montage-Areal mit seinem kanadischen Bergahorn-Parkett hineinwächst, verdecken riesige Tafeln hinter den Exponaten einen Großteil des Terrains, auf dem noch bis Mitte März die Luxusautos Phaeton und Bentley entstanden. Der Hauch von Wehmut will trotz sehenswerter Ausstellungsstücke nicht so recht weichen.

Doch der alte Phaeton mit Verbrennungsmotor ist Geschichte. Weil eine Neuauflage immer wieder verschoben worden war, sank der Absatz rapide. Nun soll ab 2019 ein Elektro-Phaeton die noch von Ferdinand Piëch begründete Luxusstrategie von Volkswagen am Leben erhalten. Skeptiker zweifeln, dass das wirklich so kommt. Und mit Blick auf die 20 bis 30 Milliarden Euro, die der Abgasschwindel den taumelnden Konzern allein in den USA kosten dürfte, muss man VW-Markenvorstand Herbert Diess schon fast fanatisch vertrauen. Der nämlich bekräftigte am Donnerstag einmal mehr: „Der Vorstand bekennt sich zur Gläsernen Manufaktur und damit zur Beschäftigung am Standort Dresden“. Auch daran, dass der E-Phaeton kommt, ließ er keinen Zweifel. Diess und Konzernchef Matthias Müller hatten die Manufaktur am Vortag der Neu-Eröffnung besucht, um sich bei einem Symposium über Innovationen aus den Bereichen Produktionstechnik und Umwelt sowie über wesentliche Zukunftsthemen der drei sächsischen Volkswagen-Standorte zu informieren. Die festen Zusagen, in absehbarer Zeit wieder Autos an der Elbe zu montieren dürften jene 400 der insgesamt 500 Manufakturmitarbeiter freuen, die noch bis mindestens zum Frühjahr 2017 an andere VW-Standorte pendeln müssen.

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Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden.

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Am Freitag nun ließen sich kurz vor dem Eintreffen der ersten Besucher auch Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) und Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) die neue Ausstellung zeigen. Dulig begrüßte, dass der Wolfsburger Konzern am Standort Dresden festhält. „Die Gläserne Manufaktur ist nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch ein Besuchermagnet“, sagte er. Und fuhr fort: „Daher begrüßen wir es, dass die Manufaktur eine Zukunft hat. Wir setzen darauf, dass bald wieder hochmoderne Fahrzeuge gebaut werden, die zukunftsweisend, elektromobil und digital sind. Sachsens Zulieferer stehen fest an der Seite von VW.“

Auch Dresdens OB Hilbert hofft auf einen raschen Neustart der Produktion. „Wenn in den nächsten Jahren die Elektromobilität ein wichtiger Punkt sein wird, möchten wir als Stadt gern Partner von Volkswagen sein. Schon länger beschäftigen wir uns damit, welche Anforderungen sich dann an die kommunale Infrastruktur stellen, angefangen von Ladesäulen über Parkraumkonzepte, Verkehrssteuerung bis hin zur Stadtentwicklung. Wir würden als Stadt gern Vorreiter sein – und dabei sowohl die regionale Forschung wie auch die regionale Wirtschaft einbinden, also partizipieren an der Gesamtwertschöpfung.“

Bei allem, wo das Schaufenster-Konzept der Gläsernen Manufaktur noch schwächelt, ist natürlich Fairness ist geboten: Was VW da binnen zehn Tagen auf die Beine gestellt hat, nötigt durchaus Respekt ab. Besucher können an 50 interaktiven Exponaten und Fahrzeugen erproben, wie sich Autofahren in den nächsten Jahren anfühlen könnte. Können lernen, wie Elektrofahrzeuge aufgebaut sind, was Fahrassistenten leisten, wie Gestensteuerung funktioniert und in welchen Dimensionen sich künftig Wohnbereich und Auto übers Internet vernetzen lassen. Ziel ist, Hemmschwellen gegenüber der Elektromobilität abzubauen – schlicht durch Ausprobieren. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die einstündigen Probefahrten mit einem der Elektro-Fahrzeuge der Renner werden. Zwar geht nichts ohne Anmeldung, doch ist die Fahrt durch Dresden im Preis von sieben Euro, die VW für den Eintritt in seine Erlebniswelt kassiert (Kinder 4,50), inbegriffen.

Die Ausstellung lässt auch Sachsens Autobau-Geschichte nicht außen vor und bietet in einer „History Lane“ vom 12 PS starken Wanderer „Puppchen“ aus dem Jahr 1927, über den letzten, von allen Mitarbeitern mit Unterschriften versehenen Phaeton, bis hin zum Touareg Hybrid aus dem Jahr 2009 einiges auf, um zu zeigen, was alternative Antriebe eigentlich bedeuten. Die Innovationssparte schließlich umfasst vom weißen Boliden XL1 – einem 115000 Euro teuren Wunder der Aerodynamik – bis zum Elektro-Bulli mit 300 Kilometer Reichweite gelungene Studien zum Anfassen, die die Versicherer sicher in die Hände klatschen ließen. „Wir haben uns alles geangelt, was an Top-Exponaten zu bekommen war“, beschreibt Carsten Krebs, Sprecher der Gläsernen Manufaktur die Mühe, spannende Stücke zu präsentieren und lobt zugleich die Unterstützung aus dem Konzern.

Darin spiegelt sich auch der Wunsch, die Besucherzahlen oben zu halten. 140 000 Gäste hatte die Manufaktur im vergangenen Jahr. Die kamen zu den 180 Veranstaltungen, aber viele wollten vor allem die Live-Montage hinter Glas bestaunen. „An unseren Führungen in 14 Sprachen halten wir fest“, sagt Manufaktursprecher Krebs und erklärt, dass derzeit 60 Leute geschult werden, die die Gäste in der interaktiven Ausstellung an die Hand nehmen. Die Automontage indes entfällt für mindestens ein Jahr. Erst wenn die Manufaktur für eine flexible Montage umgerüstet ist, können hier wieder Autos vom Band rollen. Dass es Fahrzeuge aus dem im Premium- und Luxussegment sowie Elektroautos sein sollen, ist erklärtes Ziel von VW-Markenvorstand Diess. Welche es aber konkret werden, entscheidet sich offenbar frühestens im November, hieß es am Freitag.

Gläserne Manufaktur

Von Barbara Stock

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