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Gewerkschaft prangert Personalmangel bei Dresdner Feuerwehr an - Offener Brief an die OB

Gewerkschaft prangert Personalmangel bei Dresdner Feuerwehr an - Offener Brief an die OB

„Dresden hat seine Hausaufgaben gemacht. Einen Personalmangel bei der Dresdner Feuerwehr gibt es nicht." Diese Worte benutzte der damalige Pressesprecher der Feuerwehr, Thomas Mende, noch im März dieses Jahres in einem DNN-Interview.

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Laut Gewerkschaft schieben Dresdens Feuerwehrleute teilweise bis zu 250 Überstunden vor sich her.

Quelle: Stephan Lohse

„Das war damals gelogen und ist es auch heute", sagt hingegen Helge Schönlebe. Der Berufsfeuerwehrmann ist im Vorstand der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG), Ortsgruppe Dresden und schildert eine komplett andere Situation. Mit einem offenen Brief an Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) macht die DFeuG nun auf die Probleme in Dresden aufmerksam.

„Die Kollegen schieben zwischen 80 und 250 Überstunden vor sich her", erklärt Schönlebe auf DNN-Anfrage. Der Personalmangel sei so stark, dass Hilfeersuche von Bürgern zum Teil nicht bearbeitet werden können. „Für Großschadenslagen existiert ein, nach unserer Meinung, nicht funktionelles Konzept zur Aufstockung des Leitstellenpersonals durch Personal der Feuerwachen. Da das Personal der Feuerwachen bei Großschadensereignissen, Unwetterlagen, Bombenfunden etc. schon im Einsatz ist, stellt das derzeitige Konzept eine Gefährdung der Bürger dar", heißt es in dem Brief.

Andreas Rümpel, Amtsleiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes, hält dagegen: „Der tägliche Betrieb der Leitstelle sowie der zusätzliche Personalbedarf bei Großschadenslagen ist sichergestellt. Auf Personalreserven kann aus dem Bereich der fünf verschiedenen Wachen der Berufsfeuerwehr zurückgegriffen werden." Der Prozess werde derzeit allerdings noch optimiert. Laut DFeuG aber entspreche die regelmäßige Arbeitszeit auf den Wachen und in der Leitstelle nicht den Vorgaben des Gesetzgebers, gesetzlich vorgeschriebene dienstfreie Tage würden den Angestellten und Beamten vorenthalten. „Diese Situation ist für die Kollegen körperlich und psychisch kritisch", sagt Schönlebe.

Familienunfreundlich sei das Schichtsystem in der Leitstelle ohnehin. Auf Dresdner Stellen würde sich niemand bewerben – das gestiegene Arbeitsaufkommen und der unregelmäßige Schichtrhythmus seien bekannt. Noch prekärer könnte die Situation im nächsten Jahr werden. Wie Schönlebe erklärt, sollen 2015 im städtischen Haushalt 500.000 Euro Personalkosten im Leitstellenbereich eingespart werden. Zudem stehe dann die Integrierung der Leitstellen Meißen und Riesa an. „Das ist schon sehr seltsam", so Schönlebe. Denn von einer Aufstockung des Personals sei trotz des höheren Arbeitsaufwands keine Rede.

Von Seiten der Stadt klingt das ganz anders. Sie weist darauf hin, dass in den letzten Jahren ein ständiger Zuwachs an Personal in der Feuerwehr stattgefunden hat. Auch eine Einsparung von Personalkosten im Haushalt Jahr 2015 sei nirgends zu verzeichnen. Im Gegenteil: Zehn Stellen als Ersatz für Ausbildungszeiten sowie eine neue Stelle für die Leitstelle seien eingeplant. Die Gewerkschaft bittet die OB um eine „zeitnahe Mithilfe bei der Lösung der Probleme". Konkret fordert sie mehr Personal, die Umstellung des Schichtsystems in der Leitstelle sowie eine Veränderung der Arbeitszeitberechnung. Auf eine sofortige Antwort auf den offenen Brief muss sie aber zunächst warten: „Oberbürgermeisterin Helma Orosz ist zur Zeit im Urlaub und bekommt deshalb den Brief am kommenden Montag nach ihrer Rückkehr vorgelegt", heißt es aus dem Rathaus.

Christin Grödel

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