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Gesellschaft Historischer Neumarkt in Dresden kritisiert Verkauf des Quartiers VI an USD

Gesellschaft Historischer Neumarkt in Dresden kritisiert Verkauf des Quartiers VI an USD

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V. (GHND) hat den heute im Finanzausschuss des Stadtrates geplanten Verkauf des Quartiers VI an das Dresdner Immobilienunternehmen USD (DNN berichteten) kritisiert.

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Nie wieder erreichter Höhepunkt in der Architektur: Die Sempersche Ladenfront zum Jüdenhof.

Quelle: Visualisierung: GHND

USD plane, auf die Sempersche Ladenfront zu verzichten, erklärte Torsten Kulke vom Vorstand der GHND. "Die Sempersche Ladenfront zum Jüdenhof brauchte keinen Vergleich mit den gleichzeitig entstandenen noblen Lösungen in den europäischen Metropolen zu scheuen. Für Dresden stellte diese Architektur einen nie wieder erreichten Höhepunkt dar, dessen Verlust seit 1945 darum um so schmerzlicher ist", heißt es in einer Mitteilung.

USD werde von der Stadt ohne Not ein Wettbewerbsvorteil zugestanden. Denn der Investor Kondor Wessels, der sich ebenfalls um Quartier VI beworben und seit zehn Jahren um die Entwicklung dieses Areals bemüht habe, hätte die Sempersche Ladenfront umgesetzt. Aufgrund der höheren Aufwendungen für diese Qualität habe er einen niedrigeren Kaufpreis als USD geboten, so Kulke. "Es stellt sich die grundsätzliche Frage, auf welcher Grundlage die Vergabe öffentlicher Grundstücke erfolgt, wenn ein sich selbst gegebenes städtebaulich-gestalterisches Konzept dafür nicht herangezogen wird."

Der GHND-Vorstand monierte auch, dass die Frage des Verkaufs von Quartier VI in der vergangenen Woche im Bauausschuss des Stadtrates in nichtöffentlicher Sitzung diskutiert wurde. "Wieso wird die Öffentlichkeit bei der Vergabe eines der wichtigsten Grundstücke bei Gestaltungsfragen am Neumarkt ausgesperrt?"

Der Finanzausschuss soll heute dem Verkauf des Grundstücks für 7,1 Millionen Euro an USD zustimmen. Das Dresdner Unternehmen will rund 42 Millionen Euro in den Bau von Häusern mit Geschäften, Gaststätten und Wohnungen investieren. Kondor Wessels hatte zuvor mehrere Jahre mit dem Liegenschaftsamt verhandelt und eine stattliche Summe in die Planungen investiert, war dann aber schließlich doch leer ausgegangen. Kondor Wessels hat aber ebenso wie Nobelpreisträger Günter Blobel direkt von den jüdischen Alteigentümern Eckgrund-stücke im Quartier VI erworben. Mit beiden Nachbarn muss sich USD nun einigen, um seine Pläne realisieren zu können. Thomas Baumann-Hartwig

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.03.2013

Thomas Hartwig

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