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Geschlossene Kitas sorgen für Umsatzeinbußen bei Caterern - Mitarbeiter müssen trotzdem bezahlt werden

Geschlossene Kitas sorgen für Umsatzeinbußen bei Caterern - Mitarbeiter müssen trotzdem bezahlt werden

Rund 1000 Erzieherinnen und Erzieher aus städtischen Kindertageseinrichtungen sind gestern dem Streikaufruf der Gewerkschaften gefolgt. Von den 169 Kindertageseinrichtungen und zehn Außenstellen mussten deshalb 38 Einrichtungen geschlossen bleiben.

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Heike Knaak von der Firma "Leibspeise" hatte gestern am Streiktag viel weniger Essen zu verteilen, als an normalen Tagen.

Quelle: Anja Schneider

Das sind 20 Prozent aller städtischen Kitas und Horte. Etwa 8900 Kinder waren damit von den Arbeitskampfmaßnahmen im Sozial- und Erziehungsdienst betroffen, teilte die Stadtverwaltung gestern mit. Neben Eltern und Kindern gehören auch Unternehmen zu den Leidtragenden des Streiks.

Wie beispielsweise Grit Mocci und ihre kleine Firma "Leibspeise Dresden". Sie liefert unter anderem für drei städtische Kitas das Mittagessen und muss auch den ganzen Service rund um die Verpflegung der Kinder bieten. Sie hat kaum noch Verständnis für die Streiks. "Ich glaube, die Gewerkschaften haben falsche Vorstellungen von der Welt, in der wir leben." Der Streik werde auf dem Rücken der falschen Leute ausgetragen. Die Stadt profitiert eher noch davon, meint Mocci mit Blick auf die eingesparten Personalkosten an Streiktagen (DNN berichteten). Dabei wollen die Gewerkschaften ja eigentlich auf die Kommunen Druck ausüben. Etwa 500 Portionen produziert "Leibspeise" an normalen Tagen. Die Vollwertkost aus biologischem Anbau aus der Region lässt keine großen Gewinnspannen zu, viel Puffer konnte das Unternehmen nicht aufbauen, seit es 2013 an den Start ging.

Da schlagen die Streiks mächtig ins Kontor. Im Mai fielen von insgesamt 18 Arbeitstagen sechs dem Arbeitskampf zum Opfer, Kitas waren nur teilweise geöffnet oder blieben ganz zu. Mehrere Tausend Euro Umsatz sind damit weggebrochen. Die Eltern zahlen nur für verzehrtes Essen und nur dafür zahlt auch die Stadt den Zuschuss für das Service-Personal. Das gehörte früher zu den Kitas, inzwischen muss es vom Essenanbieter gestellt werden. Und der muss seine Mitarbeiter auch weiterbezahlen, wenn Eltern und Stadt wegen des Streiks nicht zahlen. Schon im vergangenen Jahr hat Mocci ihre Situation in einem Brief an Verdi geschildert, eine Antwort habe es nicht gegeben.

Bislang ist noch offen, wie es mit den Streiks weitergeht. Der Kita-Betrieb der Stadt weiß noch nichts. Heute gibt es ein Treffen der kommunalen Arbeitgeber. Die Gewerkschaften haben bereits angekündigt, dass es weitergehen könnte, wenn sich die Arbeitgeberseite nicht deutlich bewegt. Die Betriebsleiterin des Dresdner Kita-Eigenbetriebes, Sabine Bibas, hofft deshalb, dass die Tarifparteien an den Verhandlungstisch zurückkehren. Damit dürfte sie den Leuten in der kleinen Firma "Leibspeise" aus dem Herzen sprechen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.05.2015

Ingolf Pleil

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