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Gericht in Dresden schickt betrügerischen Romeo ins Gefängnis

Strafverfahren Gericht in Dresden schickt betrügerischen Romeo ins Gefängnis

Sie hoffte auf die große Liebe, er hatte aber vor allem Interesse an ihrem Geld: Wegen Betrugs und vieler anderer Delikte muss ein 28-Jähriger jetzt für längere Zeit hinter Gitter.

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Quelle: dpa

Dresden. Wenn Frauen einmal beschlossen haben, diesen Mann will ich haben, tun sie manchmal Dinge, die man nur schwer nachvollziehen kann. Da werden aus klugen Ladys dumme Mäuschen und manche Männer nutzen das eiskalt aus - Sebastian S. zum Beispiel. Er leierte einer jungen Dame, die sich von ihm wohl mehr als nur eine kurze Liaison erwartet hatte, häppchenweise über 12 000 Euro aus dem Kreuz. Er brauche das Geld dringend und werde die Darlehen auf jeden Fall zurückzahlen, versprach er ihr, obwohl er wusste, dass er dies gar nicht konnte. Sie glaubte und zahlte – obwohl sie wusste, das er zwar eine feste Freundin, aber keinen Job hatte. Sie hoffte auf die große Liebe und er nahm sie aus. Sebastian S. bekam nicht einmal Unterstützung vom Amt, denn dort hatte er sich nicht gemeldet, als er arbeitslos wurde. Als die junge Frau merkte, das da weder mit der Rückzahlung noch mit dem Mann ihres Lebens etwas läuft, forderte sie ihr Geld zurück und drohte mit Selbstmord. Er betitelte sie daraufhin als „krankes Schwein“.

Wegen Betrug und Beleidigung sowie Diebstahl und Urkundenfälschung – denn Sebastian S. ging auch noch umsonst einkaufen und fälschte Unterlagen, um sich einen Kredit zu ergaunern – musste er sich jetzt vor dem Amtsgericht Dresden verantworten. Nicht das erste Mal. Das Leben des Angeklagten verlief bisher ziemlich turbulent: Lehre begonnen – Haft – neue Ausbildung – Haft – anderer Job – Haft. Er hat reichlich Vorstrafen und wirklich jede Bewährung, die man ihm gewährte, vermasselt. Auch derzeit sitzt er im Gefängnis. So richtig weiß er offenbar gar nicht, was da noch offen ist und gerichtlich vielleicht noch auf ihn zu kommen kann. Er hat da wohl den Überblick verloren.

Schuld an seinem verkorksten Leben sind allerdings immer die anderen. Sebastian S. hat für alles eine Ausrede: falsche Freunde, jemand hat ihn verpfiffen, die Familie hat ihn im Stich gelassen. Der 28-Jährige bastelt sich sein Leben so zurecht, wie er es gerne hätte – und was nicht passte, wurde passend gemacht. Prüfungsunterlagen, Lohnabrechnungen, Arbeitsbescheinigungen wurden dann schnell mal gefälscht.

„Ich hatte viele Chancen, in dieser Haft habe ich das erste Mal über mein Leben nachgedacht“, sagte der Angeklagte. Sebastian S. wird noch mehr Zeit zum Nachdenken haben. Eine Bewährung war bei seinem Vorstrafenregister nicht mehr drin. Zudem hatte der Angeklagte ja bisher keine Bewährung genutzt. Er wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. In diese Entscheidung flossen zwei Urteile der Amtsgerichte Dresden und Leipzig mit ein.

Von Monika Löffler

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