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Georg-Arnhold-Bad Dresden droht Sperrung 2014

Georg-Arnhold-Bad Dresden droht Sperrung 2014

Badegäste haben sich an den Anblick des abgesperrten alten Atriums mitten im Georg-Arnhold-Bad gewöhnt: Aus dem zweistöckigen Brunnen sprudelt seit vielen Jahren kein Wasser mehr. Stattdessen wuchert Gras in den beiden Becken.

Von Katrin Richter

Die weiße Farbe blättert großflächig von den Wänden und etliche der blauen Fliesen in dem etwa 170 Quadratmeter großen Karree fehlen. "Vorsicht! Gefahr! Deckeneinsturz!", steht seit 2007 auf einem Zettel an der Tür zu den angrenzenden alten Duschen, die dem Badpersonal heute als Abstellmöglichkeit dienen.

Sven Mania, Chef des Sportstätten- und Bäderbetriebs, hat allerdings andere Sorgen als diesen Schandfleck: Bauchschmerzen bereiten ihm vielmehr die technischen Anlagen des überdachten Erlebnisbads: "Die Lüftungstechnik ist jetzt 17 Jahre alt und so ruinös, dass sie unbedingt ausgetauscht werden muss", berichtet er. Werde das im kommenden Jahr versäumt, drohe 2014 die Schließung des Bades. Der Grund: "Von diesem Zeitpunkt an gelten neue gesetzliche Regelungen für den Betrieb der lüftungstechnischen Anlagen", so Mania. 2,9 Millionen Euro seien nötig, um u.a. die Entfeuchtungsanlage auszutauschen.

Am maroden Zustand des alten Atriums wird sich dem Bäderbetriebschef zufolge mangels Geldes auch in den kommenden Jahren nichts ändern. Bekanntlich war das Georg-Arnhold-Bad zwischen 1994 und 1997 umgebaut worden. Kostenpunkt: 20,5 Millionen Mark. 4,2 Millionen Mark davon spendeten die Nachfahren Georg Arnholds, die über die ganze Welt verstreut leben. Zur Einweihung durfte der damalige Dresdner Oberbürgermeister Herbert Wagner (CDU) dem Enkel des Namensgebers, Gerard Arnhold, die Hand schütteln, der extra aus Mexiko angereist war. Was die beiden Männer damals noch nicht wussten: "Ursprünglich sollte auf die beiden ersten Bauabschnitte - den Umbau des Freibads und die Errichtung des Erlebnisbads - ein dritter folgen", erklärt Mania. Doch zum Bau des Wellnessbereichs sei es nie gekommen. Auf dem seit nunmehr 15 Jahren gesperrten Areal befand sich unter anderem der Eingangsbereich mit der Kasse zum alten Freibad, die Gaststätte und die Duschen.

Das nach Entwürfen von Stadtbaurat Paul Wolf errichtete und 1926 eröffnete Georg-Arnhold-Bad verfügte ursprünglich über zweigeschossige Torhäuschen, ein dreiteiliges Schwimmbecken, einen Zehn-Meter-Sprungturm und eine Besuchertribüne für bis zu 5000 Gäste. Die Anlage wurde damals auch für sportliche Wettkämpfe und fürs obligatorische Schulschwimmen genutzt.Der jüdische Bankier Arnhold hatte seinerzeit drei Viertel der Baukosten von 400 000 Mark übernommen. 1935 benannten die Nazis das Georg-Arnhold-Bad in Güntzwiesenbad um. 1948 bekam es seinen ursprünglichen Namen zurück.

Heute besteht der überdachte Teil des Bades aus einem Erlebnisbereich, einem 25-Meter-Sportbecken, einer 86 Meter langen Röhrenrutsche und einem Planschbecken mit einer Badefläche von insgesamt 567 Quadratmetern. Im Außenbereich gibt es ein Vierjahreszeiten-Becken mit Strömungskanal, ein kleines 25-Meter-Edelstahlbecken und eine 14 000 Quadratmeter große Liegewiese.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.08.2012

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