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Gemeinsam gegen Wasser und Schlamm – Aufräumen am Blauen Wunder in Dresden läuft

Gemeinsam gegen Wasser und Schlamm – Aufräumen am Blauen Wunder in Dresden läuft

Die Elbe hat sich zurückgezogen, Schlamm und Müll sind geblieben. Mit Schaufeln, Besen und Schubkarren rücken ihnen die Anwohner am Blauen Wunder zuleibe. Wasserschläuche und Kärcher sind im Dauereinsatz.

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Diese Blasewitzer stemmen sich mit aller Kraft gegen Schlamm und Elbwasser.

Quelle: Tanja Tröger

An vielen Ecken knattern Dieselaggregate, die Fenster der Häuser stehen zum Lüften weit offen. Auf der Friedrich-Wieck-Straße unweit der „Senfbüchse“ türmt sich ein hoher Berg aus nassen Sandsäcken und Sperrmüll. Ständig karren die Bewohner der umliegenden Häuser neue Abfälle heran.

Der Pächter des „Weincafé Clara“ musste den kompletten Fußboden herausreißen, weil sich das Holz verbogen hat. Nun beseitigt er gemeinsam mit einem Freund die Flutschäden. „Die Leute, die Hochwassererfahrung hatten, haben rechtzeitig alles weggeräumt. Der Italiener hat allerdings einen neuen Pächter, der kannte das noch nicht und ist regelrecht erstarrt“, berichtet der Aufräumhelfer. Deshalb stapeln sich nun im früheren Biergarten dreckige Getränkekisten und durchgeweichtes Mobiliar.

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Die Loschwitzer von der Friedrich-Wieck-Straße kämpfen gemeinsam gegen den Schlamm.

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Die meisten Loschwitzer ertragen die Situation mit Routine, Eigeninitiative und Galgenhumor. „Ach, Sie sind der Versicherungsvertreter, richtig? Kann ich nachträglich meine Prämie noch raufsetzen?“, wird ein Neuankömmling grinsend begrüßt. Gemeinsam haben die Anwohner der Wieck-Straße gegen die Flut gekämpft, seit dem Rückgang des Wassers räumen sie zusammen auf. „Das ist hier wie ein Dorf. Wir kennen uns alle, essen und trinken zusammen bei Leuten, die noch Strom und Wasser haben.“

Loschwitzer sind genervt: „Öffentliche Hand? Kein Bedarf!“

Hilfe von offiziellen Stellen haben die Loschwitzer während der Flut so gut wie nicht bekommen, erzählt der Aufräumhelfer. „Was nicht unbedingt bedauert wird“, ergänzt er vielsagend. „Das Einzige, was man aus der Katastrophe lernt, ist, dass die öffentliche Hand überflüssig ist“, sagt wütend ein Mann, der gerade mit einem Gartenschlauch versucht, die Straße vom Schlamm zu befreien. „Das ist die zweite Flut, aber alles lief suboptimal. Nach der Flut 2002 hätte man mal ein, zwei große Notstromaggregate anschaffen und im Ortsamt deponieren können. Dann hätten wir eins hier auf der Straße aufstellen und uns alle Strom ziehen können. Aber nein, das haben wir alles privat besorgt!“ Von Feuerwehr, THW und Bundeswehr hätte sich niemand blicken lassen.

Dagegen habe die privat organisierte Unterstützung hervorragend geklappt. „Alles, was über Facebook gegangen ist, hat super funktioniert. Klasse Leute“, ergänzt ein älterer Herr mit Brille. „Aber ansonsten fühlen wir uns ein bisschen allein gelassen. Das ist die Stimmung allgemein hier in Loschwitz.“

Aufräumen in den Restaurants auf der Altstädter Elbseite

Auch auf der anderen Elbseite wird fleißig geräumt. Seit Montagmorgen 8 Uhr säubern die Mitarbeiter des Restaurants „Villa Marie“ Gasträume, Garten und Wege. „Im Erdgeschoss stand das Wasser zehn, zwanzig Zentimeter hoch – Gott sei dank nicht so hoch wie 2002“, erzählt Juliane Kirsten. Eigentlich arbeitet sie als Kellnerin, nun steckt die zierliche Frau in Gummistiefeln und hantiert mit der Schubkarre. Weil sie bereits am vergangenen Montag Keller und Erdgeschoss ausgeräumt hatten, seien nur wenige Einrichtungsgegenstände kaputt gegangen. „Wir haben das ja alles schon mal durch vor elf Jahren, deshalb wusste man: Gleich alle hochräumen, nichts riskieren.“ Der Fußboden sei allerdings beschädigt und müsse erneuert werden. Außerdem steht im Keller noch das Wasser, und auch Strom gebe es noch nicht.

ttr

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