Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Geheimnis um das Dresdner Waldschlösschen - Sanierung unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Geheimnis um das Dresdner Waldschlösschen - Sanierung unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Viel zu sehen ist nicht vom ehemaligen Jagdschloss Waldschlösschen auf einer kleinen Anhöhe oberhalb der Waldschlösschen-Brauerei. Es liegt versteckt hinter Büschen und Bäumen und abgeriegelt von einem Bauzaun.

Voriger Artikel
Dresdner Neumarkt: Kimmerle und Baywobau wollen das Quartier VII
Nächster Artikel
Tag des offenen Denkmals: Interessante Einblicke für Neugierige

Nur durch den Zaun zu betrachten: sanierte Nordfassade des Waldschlösschens. Die Fachwerkseite wirkt eher schlicht.

Quelle: Genia Bleier

Doch das, was vom Gebäude herausragt bzw. hindurch schimmert, kann sich schon sehen lassen. Die Fachwerkverkleidung der nördlichen Fassade zur Radeberger Straße erstrahlt in einem hellgrauen Anstrich, Dach und verzierte Schornsteine sind saniert. An der üppigeren Südfassade aus Naturstein fallen im oberen Bereich die hellen, eingefügten Steine ins Auge. Auch die Fenster im auffälligen Neogotik-Stil sehen bereits top aus.

Aber noch gibt es an der verzierten Steinfassade viel zu tun. Der Dresdner Steinmetz und Bildhauer Markus Sandner bemüht sich um eine sorgfältige substanzschonende Restaurierung. Wie sie im Einzelnen abläuft und wie es derzeit im Inneren des Waldschlösschens aussieht, bleibt leider verborgen.

Sandner kündigte auf DNN-Nachfrage eine Dokumentation der Arbeiten für 2013 an. Zum jetzigen Zeitpunkt lehne der Bauherr Veröffentlichungen ab, teilte er mit.

Auch über die Restaurierung der Innenräume einschließlich des Festsaales war nichts zu erfahren. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Konservierung von Malereien an Wänden und Decken mit 10 000 Euro, wurde bereits im April bekannt. Damals hatte die Stiftung auch auf eine Besichtigungsmöglichkeit zum Tag des offenen Denkmals am 9. September hingewiesen. Doch in der aktuellen Liste ist das Denkmal Waldschlösschen nicht enthalten. Zum diesjährigen Thema "Holz" hätte es recht gut gepasst.

Eigentümer Klaus Dilcher, Geschäftsführer der "Klinik am Waldschlösschen", war für die DNN weder telefonisch erreichbar, noch beantwortete er trotz Vertröstung schriftliche Anfragen. Der Psychologe hatte das Jagdschlösschen im Juni 2009 für 214 000 Euro ersteigert. Das Mindestgebot lag bei 99 000 Euro. Zuvor hatte ein erster Versuch keinen Käufer gefunden.

Interessenbekundungen und auch konkrete Pläne für das Haus hatte es bereits mehrere geben. Doch daraus wurde nie etwas. Nun soll die versteckte Villa, die dem gesamten Areal einschließlich der Brücke den Namen gab, wieder ein Schmuckstück werden. Die Nutzung sah bisher Behandlungsräume für Traumata-Patienten, Büros und Kultur vor.

Das Jagdhaus ließ Graf Camillo Marcolini für seine Gemahlin Maria Anna O'Kelly errichten. Ob Johann Daniel Schade tatsächlich der Baumeister war, wie angenommen, wird nach eingehender Bauuntersuchung inzwischen angezweifelt, ebenso unklar ist die genaue Erbauungszeit. Wahrscheinlich war das Haus später als 1790 fertig und ist in Etappen entstanden. Es gilt als erstes Dresdner Gebäude mit neogotischen Elementen. Ab 1829 war eine Schankwirtschaft darin untergebracht. 1915 und 1930 fanden Umbauten zu Wohnzwecken statt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.09.2012

Genia Bleier

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.